- 299.660 Arbeitslose im Oktober 2026 (minus 2,1 Prozent gegenüber Vormonat)
- Arbeitslosenquote sinkt saisonbedingt auf 4,6 Prozent
- Jugendarbeitslosenquote geht zurück auf 4,1 Prozent
Arbeitslose
Zeitreihe zum Bestand an Arbeitslosen
Baden-Württemberg

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Arbeitslosigkeit geht im Oktober nur leicht zurück
Die Zahl der arbeitslosen Menschen in Baden-Württemberg ist im Oktober 2026 im Vergleich zum Vormonat um 2,1 Prozent auf 299.660 gesunken. Die Arbeitslosigkeit sinkt damit erstmals seit Juni 2026 wieder unter die Marke von 300.000. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit geht ausschließlich auf saisonale Effekte zurück. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit leicht gestiegen (plus 0,6 Prozent). Wie in den Vorjahren fällt die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt in diesem Jahr schwach aus.
Jugendarbeitslosigkeit sinkt im Vergleich zum Vormonat deutlich
Erfreulich ist, dass mehr junge Menschen im Oktober ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. Die Jugendarbeitslosigkeit sinkt mit minus 7,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat überdurchschnittlich. Der Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit im Oktober 2026 ist allerdings der schwächste der letzten fünf Jahre. Normalerweise müsste die Jugendarbeitslosigkeit in einem Oktober um rund 12 bis 15 Prozent zurückgehen. Hinzu kommt, dass das Niveau der Jugendarbeitslosigkeit immer noch um 5,9 Prozent über dem Vorjahr liegt – die Jugendarbeitslosigkeit somit seit vier Jahren steigt.
Die Nachfrage nach Fachkräften bleibt schwach
Seit Jahresbeginn haben die Unternehmen im Land den Agenturen für Arbeit rund 161.000 offene Stellen gemeldet – etwa gleich viele wie im Vorjahreszeitraum (plus 1,8 Prozent). Auch der Bestand der gemeldeten Stellen blieb konstant; mit etwa 74.000 lag er im Oktober 2026 auf dem Niveau des Vorjahres (plus 0,3 Prozent). Das zeigt, dass die Nachfrage nach Fachkräften weiterhin zu schwach bleibt.
Langzeitarbeitslosigkeit in 2026 nicht weiter angestiegen
Die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen ist zwischen 2022 und 2025 von ca. 68.000 auf etwa 90.000 gestiegen (plus ein Drittel). Erfreulich ist, dass der Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit in diesem Jahr gestoppt werden konnte. Im Oktober 2026 lag die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen mit rund 91.000 in etwa auf dem Vorjahresniveau (plus 0,6 Prozent). Etwa jeder dritte arbeitslose Mensch ist langzeitarbeitslos – dieses Verhältnis hat sich im langjährigen Vergleich nicht verändert. Besonders von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind Ältere und Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung.
Martina Musati, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, erklärt: „Die schwache Herbstbelebung zeigt, dass die Impulse aus der Wirtschaft den Arbeitsmarkt noch nicht erreichen. Die neu gemeldeten Stellen von Unternehmen liegen auf einem langjährigen Tiefstand und haben sich bisher nur wenig erholt.“
Mit Blick auf die Langzeitarbeitslosigkeit ergänzt Martina Musati: „Die Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit ist eine Folge der seit Jahren anhaltenden wirtschaftlichen Schwächephase. Wenn Unternehmen kaum einstellen, konkurrieren viele Bewerberinnen und Bewerber um wenige offene Stellen. Ältere und Geringqualifizierte haben dann das Nachsehen. Langzeitarbeitslosigkeit ist deshalb kein Zeichen fehlender Motivation. Die Bereitschaft zu arbeiten ist hoch. 2026 fördern wir die berufliche Qualifizierung mit rund 480 Millionen Euro. Das sind fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Davon profitieren auch langzeitarbeitslose Menschen. Berufliche Weiterbildung verbessert die Chancen auf dem Arbeitsmarkt wesentlich.“
Kurzarbeit im Südwesten
Im Juli 2026 befanden sich nach vorläufigen hochgerechneten Daten 30.938 Personen in Kurzarbeit. Das sind etwa gleich viele Kurzarbeitende wie im Vormonat (Juni 2026: 32.591 Personen). Die Kurzarbeiterquote in Baden-Württemberg beträgt 0,6 Prozent. Im Juli 2026 befanden sich 1.755 Betriebe in Kurzarbeit – ein knappes Drittel weniger als im Vorjahresmonat.