Der Arbeitsmarkt im März 2026

Arbeitsmarkt bleibt unter Druck

31.03.2026 | Presseinfo Nr. 6

  • 303.261 Arbeitslose im März 2026 (minus 1,1 Prozent gegenüber Vormonat)
  • Arbeitslosenquote sinkt leicht auf 4,7 Prozent  
  • Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit setzt sich fort

Arbeitslose
Zeitreihe zum Bestand an Arbeitslosen
Baden-Württemberg 

 

Zeitreihe zum Bestand an Arbeitslosen
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit

Arbeitslosigkeit liegt weiterhin auf hohem Niveau

Die Zahl der arbeitslosen Menschen in Baden-Württemberg ist im März 2026 im Vergleich zum Vormonat um 1,1 Prozent (3.524 Personen) auf 303.261 gesunken. Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit im März ist saisonüblich. Die Arbeitslosigkeit verharrt weiterhin auf einem hohen Niveau und liegt seit Januar 2026 über der Marke von 300.000 arbeitslosen Menschen.

Dynamik am Arbeitsmarkt ist weiterhin gering

Im ersten Quartal 2026 haben 58.452 arbeitslose Menschen eine Erwerbstätigkeit aufgenommen – und damit mehr als im Vorjahr (plus fünf Prozent, 2.606 Personen). Allerdings ist die Dynamik am Arbeitsmarkt weiterhin zu schwach, um die Arbeitslosigkeit stärker sinken zu lassen. Denn auch die Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit sind nach wie vor hoch (erstes Quartal 2026: 85.895) und liegen um vier Prozent (3.357 Personen) höher als im Vorjahr. 

Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit setzt sich fort 

Unter der anhaltend geringen Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes leiden vor allem jüngere Menschen, da sie auf die Neubesetzung und Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsstellen besonders angewiesen sind. Der Trend eines überdurchschnittlichen Anstiegs der Jugendarbeitslosigkeit setzt sich fort: Im März 2026 waren 27.553 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos – ein Anstieg von 8,8 Prozent (2.230 Personen) im Vergleich zum Vorjahr. 

Wirtschaftliche Krise hinterlässt Spuren am Ausbildungsmarkt

Aufgrund prozessualer Umstellungen sind die Ausbildungsstellen voraussichtlich bis Mitte des Jahres untererfasst – die Anzahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen (März 2026: 54.116) liegt schätzungsweise bis zu neun Prozent höher und damit bei rund 60.000. Somit sind in Baden-Württemberg aktuell rund acht Prozent weniger Ausbildungsstellen gemeldet als im Vorjahr. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass viele Ausbildungsstellen den Agenturen für Arbeit erst noch mitgeteilt werden. Die aktuellen Zahlen sind somit lediglich ein erstes Blitzlicht zum Ausbildungsmarkt. Einen Rückgang an Ausbildungsstellen gibt es insbesondere in der Industrie und im Handel. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber (März 2026: 40.412) liegt aktuell auf dem Vorjahresniveau. Auch die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber wird im weiteren Jahresverlauf noch deutlich steigen.

Martina Musati, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, erklärt: „Der Arbeitsmarkt bleibt unter Druck. Wir rechnen für 2026 weiterhin mit einer leichten wirtschaftlichen Erholung mit Impulsen für den Arbeitsmarkt – doch wird sich die Belebung aufgrund des Iran-Kriegs und seiner Folgen voraussichtlich um einige Monate nach hinten schieben. Wichtig ist es, jungen Menschen einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Ich bitte die Unternehmen, trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ihre Ausbildungsbereitschaft hochzuhalten und den Agenturen für Arbeit ihre Ausbildungsstellen zu melden. Mehr ausgebildete Fachkräfte werden in den nächsten Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden als junge nachrücken. Es ist eine wirtschaftliche und sozialpolitische Notwendigkeit, in die Ausbildung der jungen Menschen zu investieren.“

Kurzarbeit im Südwesten weiterhin höher als im Bund

Im Dezember 2025 befanden sich nach vorläufigen hochgerechneten Daten 32.610 Personen in Kurzarbeit. Das sind knapp ein Drittel weniger als im Vormonat (November 2025: 47.347 Personen). Im Urlaubsmonat Dezember ist ein Rückgang der Kurzarbeiterzahl üblich. Die Kurzarbeiterquote in Baden-Württemberg beträgt 0,7 Prozent und ist damit fast doppelt so hoch wie im Bund. Besonders betroffen ist das Verarbeitende Gewerbe, vor allem die Metall- und Elektroindustrie.