- 303.949 Arbeitslose im April 2026 (plus 0,2 Prozent gegenüber Vormonat)
- Arbeitslosenquote bleibt bei 4,7 Prozent
- Jugendarbeitslosenquote sinkt leicht auf 3,8 Prozent
Arbeitslose
Zeitreihe zum Bestand an Arbeitslosen
Baden-Württemberg

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Arbeitslosigkeit im April steigt – saisonüblich wäre ein Rückgang gewesen
Die Zahl der arbeitslosen Menschen in Baden-Württemberg ist im April 2026 im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent auf 303.949 leicht gestiegen. Saisonbereinigt – also korrigiert um jahreszeitbedingte Schwankungen – steigt die Arbeitslosigkeit im April um 1,0 Prozent (rund 3.000 Personen). Saisonüblich wäre ein Rückgang der Arbeitslosigkeit im April gewesen. Entgegen dem bisherigen Trend steigt die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich nun wieder stärker an: Während das Wachstum im März 2026 noch bei plus 3,9 Prozent (11.313 Personen) lag, beträgt es im April 2026 plus 4,7 Prozent (13.682 Personen).
Dynamik am Arbeitsmarkt ist weiterhin gering
Seit Jahresbeginn haben rund 80.000 arbeitslose Menschen in Baden-Württemberg eine Erwerbstätigkeit aufgenommen – rund fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allerdings ist die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarkts weiterhin zu schwach, um die Arbeitslosigkeit sinken zu lassen. Denn: Die Arbeitslosmeldungen aus einer Beschäftigung sind mit rund 110.000 im langjährigen Vergleich deutlich erhöht. Auch 2026 melden sich erneut mehr Gut- und Höherqualifizierte als im Vorjahr arbeitslos: Die Arbeitslosmeldungen von Fachkräften aus einer Beschäftigung (Summe seit Januar 2026) steigen im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 Prozent, von Höherqualifizierten um rund 10 Prozent. Zudem werden den Agenturen für Arbeit weniger offene Stellen gemeldet; mit rund 72.100 liegen die vakant gemeldeten Stellen im langjährigen Vergleich auf einem niedrigen Niveau.
Arbeitslosigkeit verfestigt sich – Langzeitarbeitslosigkeit steigt
Die anhaltend geringe Dynamik am Arbeitsmarkt führt dazu, dass sich die Arbeitslosigkeit weiter verfestigt. So steigt die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen (das heißt: Menschen, die seit mindestens einem Jahr arbeitslos sind) seit etwa drei Jahren kontinuierlich an, im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 Prozent (5.181 Personen) auf rund 92.000. Knapp 60 Prozent der Menschen, die seit über einem Jahr ohne Beschäftigung sind, verfügen über keinen Berufsabschluss.
Martina Musati, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, erklärt: „Die Frühjahrsbelebung bleibt weiter aus. Alle Personengruppen haben es in der momentanen wirtschaftlichen Lage schwer am Arbeitsmarkt. Auch gut ausgebildete Fachkräfte sind zunehmend von Arbeitslosigkeit betroffen. Es fehlt an Nachfrage. Die Betriebe halten sich mit Neueinstellungen zurück; den Agenturen für Arbeit werden deutlich weniger offene Stellen gemeldet. Diese Phase für Aus- und Weiterbildung, für den Ausbau der beruflichen Kompetenzen zu nutzen, ist eine Chance, besser aufgestellt zu sein für das, was kommt. Denn der Strukturwandel, insbesondere durch KI, verändert Berufsbilder, Tätigkeiten und Kompetenzanforderungen.“
Kurzarbeit im Südwesten
Im Januar 2026 befanden sich nach vorläufigen hochgerechneten Daten 32.730 Personen in Kurzarbeit. Das sind etwa vier Prozent mehr als im Vormonat (Dezember 2025: 31.351 Personen). Die Kurzarbeiterquote in Baden-Württemberg beträgt 0,7 Prozent. Besonders betroffen ist das Verarbeitende Gewerbe, vor allem die Metall- und Elektroindustrie.