Arbeitsmarktbericht Juni 2026: Keine Belebung am bayerischen Arbeitsmarkt

30.06.2026 | Presseinfo Nr. 10

  • Im Juni hat die Arbeitslosigkeit in Bayern im Vergleich zum Vorjahr zugenommen: Insgesamt sind 312.927 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 7.220 Personen oder 2,4 Prozent mehr als im Juni 2025.

  • Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 
    4,0 Prozent gestiegen.

  • Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bayern liegt bei 5,95 Mio., im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Minus von 14.300 (-0,2 Prozent) Beschäftigten.

Arbeitslosenzahl im Juni:                                       - 630 auf 312.927 (- 0,2 Prozent)

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:             + 7.220 (+ 2,4 Prozent)

 

Arbeitslosenquote im Juni:                                    4,0 Prozent (+/- 0,0 Prozentpunkte)

Arbeitslosenquote im Vorjahresvergleich:          + 0,1 Prozentpunkte

 

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte:         5,95 Mio. (April 2026)

Beschäftigte im Vorjahresvergleich:                     - 14.300 (- 0,2 Prozent)

 

„Im Juni hat sich die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat ähnlich wie in den letzten Jahren kaum verändert. Der bayerische Arbeitsmarkt bleibt weiterhin angespannt. Gerade in solchen Zeiten ist es erfreulich zu sehen, dass unsere Weiterbildungsangebote sehr gut angenommen und genutzt werden. 

Auf der Nachfrageseite verzeichnet der Bestand an offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 7,7 Prozent, der Zugang neuer Stellen sinkt mit einem Minus von 2 Prozent allerdings nicht mehr so stark wie zuvor, das ist ein kleiner Hoffnungsschimmer. Konjunkturkrise und Demographie wirken jedoch weiter auf die Beschäftigtenzahlen ein: Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sinkt im Vergleich zum Vorjahr um rund 15.000 Personen“, fasst Dr. Markus Schmitz, Chef der Bundesagentur für Arbeit in Bayern, die Situation am bayerischen Arbeitsmarkt im Juni 2026 zusammen.

 

 

Aktuelle Lage am bayerischen Arbeitsmarkt

 

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Die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat sank im Juni 2026 im Vergleich zum Vormonat um 630 bzw. -0,2 Prozent auf 312.927 Personen. Im Vorjahresvergleich sind insgesamt 7.220 Personen oder 2,4 Prozent mehr Arbeitslose als 2025 zu verzeichnen. Auf Grund der vielfältigen wirtschaftlichen Problemlagen steigt die Arbeitslosigkeit bei den Langzeitarbeitslosen, den Schwerbehinderten, den Jüngeren und den über 50-Jährigen aktuell überdurchschnittlich stark. Diese Personengruppen sind bei einer schwachen Konjunktur besonders von Arbeitslosigkeit betroffen.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Bayern liegt im Juni 2026 bei 83.665. Dies ist ein Anstieg von 7.295 Personen (+9,6 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat – dem höchsten prozentualen Anstieg aller betrachteten Personengruppen. Etwa die Hälfte der Langzeitarbeitslosen sind Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Auch ältere Personen über 55 Jahre sind häufiger von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht. Ihr Anteil beläuft sich auf über 40 Prozent. 

 

Die Arbeitslosenquote beträgt im Juni 4,0 Prozent und ist damit im Vergleich zum Mai unverändert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2025 stieg die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte an. Bayern belegt dennoch im Bundesländervergleich der niedrigsten Arbeitslosenquoten weiterhin den ersten Platz. 

 

Im Vergleich der Regierungsbezirke hat Schwaben mit 3,6 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote. Die höchste Arbeitslosenquote weist im Juni 2026 der Regierungsbezirk Mittelfranken mit 4,6 Prozent auf. Am niedrigsten ist die Arbeitslosenquote im Landkreis Roth (2,3 Prozent), am höchsten in den Städten Hof und Aschaffenburg (7,6 Prozent).

 

Aussichten auf dem Arbeitsmarkt weiter nicht positiv

 

Aktuelle wissenschaftliche Studien schauen skeptisch auf die weiteren Aussichten. Der ifo-Geschäftsklimaindikator der gewerblichen Wirtschaft Bayerns zeigt schwache Werte: Insbesondere der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung wird mit großer Sorge entgegengesehen. Der Indikator ist so negativ wie zuletzt im Herbst 2022.   

 

Laut einer ganz aktuellen Studie von prognos im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. wird in den kommenden Jahren das größte Problem nicht in der Konjunktur und der fehlenden Nachfrage der Arbeitgeber bestehen, sondern im fehlenden Angebot an qualifizierten Arbeitskräften infolge des demografischen Wandels. Umso wichtiger wird es bleiben, sowohl die Gewinnung von internationalen Fachkräften als auch die Weiterbildung und Qualifizierung der vorhandenen Arbeitskräfte gleichzeitig voranzubringen.

 

Mit einem derzeitigen Bestand von 102.996 gemeldeten offenen Arbeitsstellen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 8.571 Stellen gesunken und liegt damit weiterhin unter dem im langfristigen Vergleich schlechten Vorjahreswert. In den vergangenen zehn Jahren war der Stellenbestand in einem Juni nur während der Corona-Krise 2020 niedriger. Trotz des Stellenrückgangs sind weiterhin die meisten freien Stellen in der Arbeitnehmerüberlassung (knapp 20.000) und dem Verarbeitenden Gewerbe (rund 14.000) gemeldet.

 

Im April 2026 (aktuell hochgerechnete Daten) ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zum Vormonat um 6.200 (+0,1 Prozentpunkte) auf 5.951.900 gestiegen. Im Vorjahresvergleich zeigt sich jedoch ein Minus von 14.300 Beschäftigten (-0,2 Prozentpunkte). Während die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen, im Bereich Heime und Sozialwesen und im Bereich Öffentliche Verwaltung innerhalb des vergangenen Jahres gestiegen ist, zeigt sich die schwierige wirtschaftliche Lage im deutlichen Beschäftigungsabbau im Verarbeitenden Gewerbe und dem Handel.

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Blick in die bayerischen Regierungsbezirke

 

Schwaben ist erneut Spitzenreiter im bayerischen Regierungsbezirkevergleich und hat die niedrigste Arbeitslosenquote. Die Arbeitslosenquote beträgt im Juni 3,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte zu verzeichnen. 

Die niedrigste Arbeitslosenquote in Schwaben hat mit 2,4 Prozent der Landkreis Unterallgäu. Die Quote ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,6 Prozent weist die Stadt Augsburg weiterhin die höchste Quote unter den Stadt- und Landkreisen in Schwaben auf. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote um 0,1 Prozentpunkte gesunken.

 

Die Arbeitslosenquote in der Oberpfalz liegt im Juni bei 3,7 Prozent und somit unter dem bayerischen Schnitt (4,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in der Oberpfalz verzeichnet erneut der Landkreis Neumarkt i.d.OPf. mit 2,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Die höchste Arbeitslosenquote hat erneut die Stadt Weiden i.d.OPf. mit 6,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 0,3 Prozentpunkte gestiegen.

 

In Niederbayern liegt die Arbeitslosenquote im Juni ebenfalls bei 3,7 Prozent und damit unter dem bayerischen Durchschnitt von 4,0 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist die Quote unverändert. 

Mit 3,0 Prozent hat der Landkreis Straubing-Bogen die niedrigste Arbeitslosenquote in Niederbayern. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Die höchste Arbeitslosenquote in Niederbayern weist erneut die Stadt Passau mit 6,6 Prozent auf. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosenquote in Passau um 0,5 Prozentpunkte.

 

Die Arbeitslosenquote in Unterfranken liegt mit 4,0 Prozent im Juni im bayerischen Schnitt. Im Vorjahresvergleich ist sie um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. 

Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Unterfranken verzeichnet erneut der Landkreis Main-Spessart mit einer Quote von 2,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Die Stadt Aschaffenburg weist mit 7,6 Prozent erneut die höchste Arbeitslosenquote in Unterfranken auf und ist damit eines der beiden Schlusslichter in ganz Bayern. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosenquote in Aschaffenburg Stadt um 0,2 Prozentpunkte gestiegen.

 

In Oberbayern stieg die Arbeitslosenquote im Juni um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an und entspricht damit dem bayerischen Schnitt. 

Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Oberbayern hat erneut der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen mit 2,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Die höchste Arbeitslosenquote weist weiterhin die Landeshauptstadt München mit 5,4 Prozent auf. Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.

 

In Oberfranken liegt die Arbeitslosenquote im Juni bei 4,2 Prozent. Die Quote liegt somit über dem bayerischen Durchschnitt (4,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenquote unverändert.

Mit einer Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent hat der Landkreis Bamberg erneut die niedrigste Quote in Oberfranken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Die höchste Arbeitslosenquote in Oberfranken weist erneut die Stadt Hof mit 7,6 Prozent auf und ist damit eines der beiden Schlusslichter in ganz Bayern. Zum Vorjahr ergibt sich ein Anstieg um 0,3 Prozentpunkte.

 

Mit einer Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent bleibt Mittelfranken im Juni weiterhin Schlusslicht im bayerischen Vergleich. In dem Regierungsbezirk ist im Vergleich zum Vorjahr die Arbeitslosenquote unverändert.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in Mittelfranken weist erneut der Landkreis Roth mit 2,3 Prozent auf und ist damit der Spitzenreitern in ganz Bayern. Im Vorjahresvergleich ist die Quote um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Die Arbeitslosenquote der Stadt Nürnberg ist weiterhin die höchste Quote in Mittelfranken mit 7,1 Prozent. Sie ist im Vergleich zum Vorjahresmonat Juni 2025 um 0,3 Prozentpunkte gesunken.