Im Juli hat die Arbeitslosigkeit in Bayern im Vergleich zum Vorjahr zugenommen: Insgesamt sind 318.025 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 6.001 Personen oder 1,9 Prozent mehr als im Juli 2025.
Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf
4,1 Prozent gestiegen.Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bayern liegt bei 5,95 Mio., im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Minus von 16.500 (-0,3 Prozent) Beschäftigten.
| Arbeitslosenzahl im Juli: | +5.098 auf 318.025 (+1,6 Prozent) |
| Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: | +6.001 (+1,9 Prozent) |
| Arbeitslosenquote im Juli: | 4,1 Prozent (+0,1 Prozentpunkte) |
| Arbeitslosenquote im Vorjahresvergleich: | +0,1 Prozentpunkte |
| Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: | 5,95 Mio. (Mai 2026) |
| Beschäftigte im Vorjahresvergleich: | -16.500 (-0,3 Prozent) |
„Bayerns Arbeitsmarkt zeigt sich im Juli weiter angespannt, aber mit vereinzelten Lichtblicken. Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat geringer anstieg als in den letzten Jahren, so markieren rund 320.000 Arbeitslose in Bayern eine Höchstmarke für einen Juli. Die negative Entwicklung der letzten Monate hat dabei jedoch an Fahrt verloren, Stabilisierungstendenzen sind erkennbar. So werden in einigen Branchen, wie im verarbeitenden Gewerbe und dem Baugewerbe, wieder mehr offene Stellen als im Vorjahr gemeldet, was ein durchaus positives Zeichen ist. Bedenklich stimmt der andauernde Rückgang der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, der mit Ausnahme von 2020 zu dieser Zeit noch nie solche Ausmaße angenommen hat: Die demografische Entwicklung und die konjunkturelle Krise spiegeln sich hier deutlich wider“, fasst Dr. Markus Schmitz, Chef der Bundesagentur für Arbeit in Bayern, die Situation am bayerischen Arbeitsmarkt im Juli 2026 zusammen.
Aktuelle Lage am bayerischen Arbeitsmarkt
Die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat stieg im Juli 2026 im Vergleich zum Vormonat um 5.098 bzw. +1,6 Prozent auf 318.025 Personen. Im Vorjahresvergleich sind insgesamt 6.001 Personen oder 1,9 Prozent mehr Arbeitslose als 2025 zu verzeichnen. Die Arbeitslosigkeit steigt aktuell bei den Langzeitarbeitslosen, den Jüngeren, den Schwerbehinderten und den über 55-Jährigen überdurchschnittlich stark. Diese Personengruppen sind bei einer schwachen Konjunktur besonders von Arbeitslosigkeit betroffen.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Bayern liegt im Juli 2026 bei 83.637. Dies ist ein Anstieg von 5.793 Personen (+7,4 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat – dem höchsten prozentualen Anstieg aller betrachteten Personengruppen. Etwa die Hälfte der Langzeitarbeitslosen sind Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Auch ältere Personen über 55 Jahre sind häufiger von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht. Ihr Anteil beläuft sich auf über 43 Prozent.
Die Arbeitslosenquote beträgt im Juli 4,1 Prozent und ist damit im Vergleich zum Juni um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2025 stieg die Arbeitslosenquote ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte. Bayern belegt dennoch im Bundesländervergleich der niedrigsten Arbeitslosenquoten weiterhin den ersten Platz.
Im Vergleich der Regierungsbezirke hat Schwaben mit 3,7 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote. Die höchste Arbeitslosenquote weist im Juli 2026 der Regierungsbezirk Mittelfranken mit 4,7 Prozent auf. Am niedrigsten ist die Arbeitslosenquote in den Landkreisen Roth und Unterallgäu (2,4 Prozent), am höchsten in den Städten Hof und Aschaffenburg (7,7 Prozent).
Mit einem derzeitigen Bestand von 104.705 gemeldeten offenen Arbeitsstellen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vorjahr um 5.372 Stellen gesunken. Trotz des Stellenrückgangs sind weiterhin die meisten freien Stellen in der Arbeitnehmerüberlassung (knapp 21.000) und dem Verarbeitenden Gewerbe (knapp 15.000) gemeldet. Positiv ist der Zugang seit Jahresbeginn: Hier wurden im Verarbeitenden Gewerbe über 20.000 (+10,6 Prozent zum Vorjahr) und im Baugewerbe rund 7.400 (+15,8 Prozent zum Vorjahr) neue Stellen gemeldet. Demgegenüber ist ein deutlicher Rückgang der Stellenmeldungen seit Beginn des Jahres im Handel zu verzeichnen. Die knapp 14.000 Stellen entsprechen 16,2 Prozent weniger Stellen im Vergleich zum Vorjahr.
Im April 2026 (aktuell hochgerechnete Daten) waren 29.369 Personen in Kurzarbeit. Am aktuellen Rand sank die Anzahl der Kurzarbeitenden im Vorjahresvergleich von 53.457 um 24.008 Menschen (-45,1 Prozent) und die Anzahl der Betriebe von 2.113 um 582 auf 1.531. Von Kurzarbeit besonders betroffen sind weiterhin die Wirtschaftsbereiche Maschinenbau und die Herstellung von Metallerzeugnissen.
Beschäftigung weiter rückläufig
Im Mai 2026 (aktuell hochgerechnete Daten) ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zum Vormonat um -1.800 (+/- 0,0 Prozentpunkte) auf 5.950.200 gesunken. Üblicherweise – und so auch in den letzten Jahren – steigt die Beschäftigtenanzahl in einem Mai an. Im Vorjahresvergleich zeigt sich jedoch ein deutliches Minus von 16.500 Beschäftigten (-0,3 Prozentpunkte). Während die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen, im Bereich Heime und Sozialwesen und im Verkehr und der Lagerei innerhalb des vergangenen Jahres gestiegen ist (zusammen rund +22.000 Beschäftigte), zeigt sich die schwierige wirtschaftliche Lage im deutlichen Beschäftigungsabbau im Verarbeitenden Gewerbe und dem Handel (zusammen rund -46.000 Beschäftigte).
Blick in die bayerischen Regierungsbezirke
Schwaben ist erneut Spitzenreiter im bayerischen Regierungsbezirkevergleich und hat die niedrigste Arbeitslosenquote. Die Arbeitslosenquote beträgt im Juli 3,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte zu verzeichnen.
Die niedrigste Arbeitslosenquote in Schwaben hat mit 2,4 Prozent der Landkreis Unterallgäu und ist damit einer der beiden Spitzenreiter in Bayern. Die Quote ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,8 Prozent weist die Stadt Augsburg weiterhin die höchste Quote unter den Stadt- und Landkreisen in Schwaben auf. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote unverändert.
Die Arbeitslosenquote in der Oberpfalz liegt im Juli bei 3,8 Prozent und somit unter dem bayerischen Schnitt (4,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.
Die niedrigste Arbeitslosenquote in der Oberpfalz verzeichnet erneut der Landkreis Neumarkt i.d.OPf. mit 2,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Die höchste Arbeitslosenquote hat erneut die Stadt Weiden i.d.OPf. mit 6,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 0,2 Prozentpunkte gestiegen.
In Niederbayern liegt die Arbeitslosenquote im Juli ebenfalls bei 3,8 Prozent und damit unter dem bayerischen Durchschnitt von 4,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist die Quote unverändert.
Mit 3,0 Prozent hat der Landkreis Straubing-Bogen die niedrigste Arbeitslosenquote in Niederbayern. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte gesunken. Die höchste Arbeitslosenquote in Niederbayern weist erneut die Stadt Passau mit 6,5 Prozent auf. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosenquote in Passau um 0,5 Prozentpunkte.
In Oberbayern entspricht die Arbeitslosenquote im Juli 4,0 Prozent und ist damit zum Vorjahr unverändert.
Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Oberbayern haben die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Pfaffenhofen a.d.Ilm mit 2,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote in Pfaffenhofen a.d.Ilm um 0,1 Prozentpunkte und in Miesbach um 0,2 Prozentpunkte gesunken. In Bad Tölz-Wolfratshausen ist die Arbeitslosenquote zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Die höchste Arbeitslosenquote in Oberbayern weist weiterhin die Landeshauptstadt München mit 5,5 Prozent auf. Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.
Die Arbeitslosenquote in Unterfranken liegt mit 4,1 Prozent im Juli im bayerischen Schnitt. Im Vorjahresvergleich ist sie um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.
Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Unterfranken verzeichnet erneut der Landkreis Main-Spessart mit einer Quote von 2,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie um 0,3 Prozentpunkte gestiegen. Die Stadt Aschaffenburg weist mit 7,7 Prozent erneut die höchste Arbeitslosenquote in Unterfranken auf und ist damit eines der beiden Schlusslichter in ganz Bayern. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosenquote in Aschaffenburg Stadt um 0,2 Prozentpunkte gestiegen.
In Oberfranken liegt die Arbeitslosenquote im Juli bei 4,3 Prozent. Die Quote liegt somit über dem bayerischen Durchschnitt (4,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenquote unverändert.
Mit einer Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent hat der Landkreis Bamberg erneut die niedrigste Quote in Oberfranken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Die höchste Arbeitslosenquote in Oberfranken weist erneut die Stadt Hof mit 7,7 Prozent auf und ist damit eines der beiden Schlusslichter in ganz Bayern. Zum Vorjahr ergibt sich ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte.
Mit einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent bleibt Mittelfranken im Juli weiterhin Schlusslicht im bayerischen Vergleich. In dem Regierungsbezirk ist im Vergleich zum Vorjahr die Arbeitslosenquote unverändert.
Die niedrigste Arbeitslosenquote in Mittelfranken weist erneut der Landkreis Roth mit 2,4 Prozent auf und ist damit einer der beiden Spitzenreiter in ganz Bayern. Im Vorjahresvergleich ist die Quote unverändert. Die Arbeitslosenquote der Stadt Nürnberg ist weiterhin die höchste Quote in Mittelfranken mit 7,2 Prozent. Sie ist im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2025 um 0,2 Prozentpunkte gesunken.