Am 1. September startet das neue Ausbildungsjahr in Bayern. Die Zahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber hat dabei die 60.000 Personen-Marke geknackt. Auf der anderen Seite bieten viele Firmen trotz der wirtschaftlich unsicheren Lage noch freie Ausbildungsplätze an. Der Ausbildungsmarkt bleibt ein Bewerbermarkt mit vielen Optionen.
Der Fachkräftebedarf ist weiterhin hoch, eine abgeschlossene Berufsausbildung sichert somit langfristige berufliche Perspektiven und eine bessere Entlohnung. Menschen ohne Berufsabschluss sind häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen und arbeiten oft in geringer entlohnten Helfertätigkeiten. Die Arbeitslosenquote von Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung betrug 2025 in Bayern 13,8 Prozent, während sie für Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung nur bei 2,6 Prozent lag. Auch für Firmen wird es immer schwerer, ihre Stellen zu besetzen. Durch die demografische Entwicklung wird die Zahl der jungen Menschen, die eine berufliche Ausbildung absolvieren und als Fachkräftenachwuchs zur Verfügung stehen, kleiner. Derzeit suchen noch etwa 19.500 Jugendliche eine Ausbildungsstelle, über 24.000 sind bereits fündig geworden. Dem stehen etwa 31.500 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.
"Es ist noch nicht zu spät, auch kurz vor dem Ausbildungsbeginn 2026 noch einen Ausbildungsplatz zu finden. Wir unterstützen Jugendliche mit unserer Berufsberatung und geeigneten Förderinstrumenten, so dass sie die Fachkräfte von morgen werden. Und: Die Differenz zwischen einem Erwerbsleben mit und ohne abgeschlossene Ausbildung beträgt nicht selten den Gegenwert einer Eigentumswohnung. Eine Ausbildung zahlt sich mittel- und langfristig aus“, sagt Dr. Markus Schmitz, Chef der Bundesagentur für Arbeit in Bayern.
Die Chancen für alle, die jetzt noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, stehen gut. Auf 100 unbesetzte Ausbildungsstellen kommen rein rechnerisch 62 noch unversorgte Bewerberinnen und Bewerber. Die Berufsberaterinnen und Berufsberater informieren zum Ausbildungsangebot und wissen, welche Unternehmen noch suchen oder welche Alternativen es zum Wunschberuf gibt.
Ein Praktikum in den Sommerferien kann dabei zusätzlich Orientierung bieten, denn so lernt der potentielle neue Auszubildende den Arbeitgeber und den anvisierten Ausbildungsberuf besser kennen, was das Risiko eines Ausbildungsabbruchs deutlich mindert. Besonders gut stehen auch jetzt noch die Chancen für Bewerberinnen und Bewerber im Verkauf und Handel. Es lohnt aber auch ein Blick in andere Bereiche. In der Energietechnik und in der Lagerwirtschaft sind nach wie vor viele Ausbildungsstellen offen.
„Wenn bayerische Arbeitgeber bei der Besetzung ihrer Ausbildungsstellen vergeblich auf Bewerbungen von heimischen Bewerbern warten, unterstützen wir auch mit innovativen Wegen und richten unseren Blick auf junge, interessierte Menschen aus dem Ausland. Unsere zahlreichen Projekte - zum Beispiel mit Auszubildenden aus Kasachstan, Tadschikistan und El Salvador – beschränken sich nicht nur auf wenige Einzelfälle und sind sehr erfolgreich“, so Schmitz zu weiteren Wegen bei der Ausbildungsplatzbesetzung.
Klassiker weiterhin gefragt
Zu den gefragtesten Ausbildungsberufen zählen weiterhin die bekannten Klassiker. Weibliche Ausbildungssuchende bewerben sich wie im Vorjahr insbesondere als Medizinische Fachangestellte, Kauffrauen für Büromanagement oder Zahnmedizinische Fachangestellte. Männliche Bewerber suchen eher nach einer Ausbildungsstelle als Kfz-Mechatroniker, Elektroniker oder Fachinformatiker.

