Im August hat die Arbeitslosigkeit in Bayern im Vergleich zum Vorjahr zugenommen: Insgesamt sind 334.081 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 7.134 Personen oder 2,2 Prozent mehr als im August 2025.
Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf
4,3 Prozent gestiegen.Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bayern liegt bei 5,95 Mio., im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Minus von 14.200 (-0,2 Prozent) Beschäftigten.
| Arbeitslosenzahl im August (Vergleich zu Juli): | +16.056 auf 334.081 (+5,0 Prozent) |
| Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: | +7.134 (+2,2 Prozent) |
| Arbeitslosenquote im August (Vergleich zu Juli): | 4,3 Prozent (+0,2 Prozentpunkte) |
| Arbeitslosenquote im Vorjahresvergleich: | +0,1 Prozentpunkte |
| Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: | 5,95 Mio. (Juni 2026) |
| Beschäftigte im Vorjahresvergleich: | -14.200 (-0,2 Prozent) |
Die Zahl der Arbeitslosen ist im August saisonüblich im Vergleich zum Juli um 16.000 Personen angestiegen. Wir sehen aber auch, dass sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich verlangsamt und wir erste Anzeichen einer Plateaubildung erkennen. Von einer Erholung können wir aber weiterhin nicht sprechen. Zuversichtlich stimmt uns jedoch die Bereitschaft der Arbeitgeber, neues Personal einzustellen. So wurden seit Jahresbeginn wieder mehr offene Stellen gemeldet, besonders im Verarbeitenden Gewerbe und dem Baugewerbe. Sorgen macht uns dagegen ein strukturelles, demografisches Problem: der anhaltende Rückgang der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zu 2025 verstetigt sich und bewegt sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Ein Trend, der nur durch qualifizierte Zuwanderung zu lösen ist“, fasst Dr. Markus Schmitz, Chef der Bundesagentur für Arbeit in Bayern, die Situation am bayerischen Arbeitsmarkt im August 2026 zusammen.
Aktuelle Lage am bayerischen Arbeitsmarkt
Die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat stieg im August 2026 im Vergleich zum Vormonat um 16.056 bzw. +5,0 Prozent auf 334.081 Personen. Im Vorjahresvergleich sind insgesamt 7.134 Personen oder 2,2 Prozent mehr Arbeitslose als 2025 zu verzeichnen. Der Anstieg der Arbeitslosenzahl zum Vorjahr ist zwar in den letzten Monaten geringer geworden, das Niveau ist aber so hoch wie in einem August seit 20 Jahren nicht mehr. Die Arbeitslosigkeit steigt aktuell bei den Langzeitarbeitslosen, den Schwerbehinderten, den Jüngeren und den über 55-Jährigen überdurchschnittlich stark. Diese Personengruppen sind bei einer schwachen Konjunktur besonders von Arbeitslosigkeit betroffen.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Bayern liegt im August 2026 bei 84.632. Dies ist ein Anstieg von 5.877 Personen (+7,5 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat – dem höchsten prozentualen Anstieg aller betrachteten Personengruppen. Etwa die Hälfte der Langzeitarbeitslosen sind Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Auch ältere Personen über 55 Jahre sind häufiger von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht. Ihr Anteil beläuft sich auf 43 Prozent.
Die Arbeitslosenquote beträgt im August 4,3 Prozent und ist damit im Vergleich zum Juli um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat August 2025 stieg die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte. Bayern belegt dennoch im Bundesländervergleich der niedrigsten Arbeitslosenquoten weiterhin den ersten Platz.
Im Vergleich der Regierungsbezirke hat Schwaben mit 3,9 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote. Die höchste Arbeitslosenquote weist im August 2026 der Regierungsbezirk Mittelfranken mit 4,9 Prozent auf. Am niedrigsten ist die Arbeitslosenquote im Landkreis Roth (2,5 Prozent), am höchsten in den Städten Hof und Aschaffenburg (8,1 Prozent).
Mit einem derzeitigen Bestand von 106.260 gemeldeten offenen Arbeitsstellen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vorjahr um 5.754 Stellen gesunken. Trotz des Stellenrückgangs sind weiterhin die meisten freien Stellen in der Arbeitnehmerüberlassung (rund 21.000) und dem Verarbeitenden Gewerbe (rund 15.000) gemeldet. Positiv ist der Zugang seit Jahresbeginn: Hier wurden im Verarbeitenden Gewerbe knapp 25.000 (+14,1 Prozent zum Vorjahr) und im Baugewerbe rund 8.500 (+15,4 Prozent zum Vorjahr) neue freie Stellen gemeldet. Dies ist besonders vor dem Hintergrund der zuletzt schwierigen Zeiten dieser Branchen bemerkenswert.
Demgegenüber ist ein deutlicher Rückgang der Stellenmeldungen seit Beginn des Jahres im Handel zu verzeichnen. Die rund 16.000 Stellen entsprechen 14,6 Prozent weniger Stellen im Vergleich zum Vorjahr.
Im Mai 2026 (aktuell hochgerechnete Daten) waren 26.005 Personen in Kurzarbeit. Am aktuellen Rand sank die Anzahl der Kurzarbeitenden im Vorjahresvergleich von 55.310 um 29.305 Menschen (-53,0 Prozent) und die Anzahl der Betriebe von 2.072 um 646 auf 1.426. Von Kurzarbeit besonders betroffen sind weiterhin die Wirtschaftsbereiche Maschinenbau und die Herstellung von Metallerzeugnissen.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung den zehnten Monat in Folge rückläufig
Normalerweise steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in einem Juni (aktuell hochgerechnete Daten) im Vergleich zum Vorjahr an. In diesem Jahr zeigt sich jedoch ein deutliches Minus von 14.200 Beschäftigten (-0,2 Prozentpunkte) auf jetzt 5,95 Millionen Beschäftigte. Während die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen, im Bereich der Heime und Sozialwesen und im Bereich Verkehr und Lagerei innerhalb des vergangenen Jahres gestiegen ist (zusammen +22.000 Beschäftigte), zeigt sich die schwierige wirtschaftliche Lage im deutlichen Beschäftigungsabbau im Verarbeitenden Gewerbe und dem Handel (zusammen rund -42.000 Beschäftigte).
Die aktuell negative wirtschaftliche Entwicklung in Bayern spiegelt sich auch am Ausbildungsmarkt wider. Die Nachfrage nach Auszubildenden fällt seitens der Unternehmen aufgrund der Wirtschaftskrise zurückhaltender aus: 85.488 freie Ausbildungsstellen wurden seit Beginn des Berichtsjahres gemeldet, was einem Minus von 7.636 Ausbildungsstellen oder 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Anzahl der jungen Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchen, blieb dagegen mit 61.683 konstant (ein kleines Plus von 208 Jugendlichen oder 0,3 Prozent). Das Bewerber-Stellen-Verhältnis ist rein rechnerisch aus Sicht der Suchenden trotzdem weiter positiv: Auf 100 noch suchende Bewerberinnen und Bewerber kommen auch jetzt noch 247 gemeldete offene Ausbildungsstellen.
„Trotz der insgesamt arbeitsmarktlich schwierigen Lage zeigt sich am bayerischen Ausbildungsmarkt ein solides Bild. Dass die Arbeitgeber unter den derzeitigen Rahmenbedingungen den noch über 85.000 Ausbildungsstellen gemeldet haben, ist ein äußerst positives Signal und zeigt, wie verantwortungsvoll und vorausschauend die bayerischen Unternehmen auf dem Ausbildungsmarkt agieren. Aktuell stehen den noch rund 10.000 Ausbildungssuchenden über 25.000 unbesetzte Ausbildungsstellen zur Verfügung. Wir sprechen daher in Bayern weiterhin von einem Bewerbermarkt und können jedem Ausbildungsinteressierten mehr als einen Ausbildungsplatz bieten“, so Schmitz.
Blick in die bayerischen Regierungsbezirke
Schwaben ist erneut Spitzenreiter im bayerischen Regierungsbezirkevergleich und hat die niedrigste Arbeitslosenquote. Die Arbeitslosenquote beträgt im August 3,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte zu verzeichnen. Die niedrigste Arbeitslosenquote in Schwaben hat mit 2,6 Prozent der Landkreis Unterallgäu. Die Quote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Mit einer Arbeitslosenquote von 7,2 Prozent weist die Stadt Augsburg weiterhin die höchste Quote unter den Stadt-und Landkreisen in Schwaben auf. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote unverändert.
Die Arbeitslosenquote in der Oberpfalz liegt im August bei 4,0 Prozent und somit unter dem bayerischen Schnitt (4,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote in der Oberpfalz verzeichnet erneut der Landkreis Neumarkt i.d.OPf. mit 2,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Die höchste Arbeitslosenquote hat erneut die Stadt Weiden i.d.OPf. mit 7,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 0,3 Prozentpunkte gestiegen.
In Niederbayern liegt die Arbeitslosenquote im August ebenfalls bei 4,0 Prozent und damit unter dem bayerischen Durchschnitt von 4,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist die Quote unverändert. Mit 3,1 Prozent hat der Landkreis Straubing-Bogen die niedrigste Arbeitslosenquote in Niederbayern. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte gesunken. Die höchste Arbeitslosenquote in Niederbayern weist erneut die Stadt Passau mit 7,0 Prozent auf. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosenquote in Passau um 0,6 Prozentpunkte.
In Oberbayern entspricht die Arbeitslosenquote im August 4,2 Prozent und ist damit zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Oberbayern hat der Landkreis Bad Tölz Wolfratshausen mit 2,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Die höchste Arbeitslosenquote in Oberbayern weist weiterhin die Landeshauptstadt München mit 5,7 Prozent auf. Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.
Die Arbeitslosenquote in Unterfranken liegt mit 4,3 Prozent im August im bayerischen Schnitt. Im Vorjahresvergleich ist sie um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Unterfranken verzeichnet erneut der Landkreis Main-Spessart mit einer Quote von 3,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie um 0,3 Prozentpunkte gestiegen. Die Stadt Aschaffenburg weist mit 8,1 Prozent erneut die höchste Arbeitslosenquote in Unterfranken auf und ist damit eines der beiden Schlusslichter in ganz Bayern. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosenquote in Aschaffenburg Stadt um 0,3 Prozentpunkte gestiegen.
In Oberfranken liegt die Arbeitslosenquote im August bei 4,6 Prozent. Die Quote liegt somit über dem bayerischen Durchschnitt (4,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent hat der Landkreis Bamberg erneut die niedrigste Quote in Oberfranken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Die höchste Arbeitslosenquote in Oberfranken weist erneut die Stadt Hof mit 8,1 Prozent auf und ist damit eines der beiden Schlusslichter in ganz Bayern. Zum Vorjahr ergibt sich ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte.
Mit einer Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent bleibt Mittelfranken im August weiterhin Schlusslicht im bayerischen Vergleich. In dem Regierungsbezirk ist im Vergleich zum Vorjahr die Arbeitslosenquote unverändert. Die niedrigste Arbeitslosenquote in Mittelfranken weist erneut der Landkreis Roth mit 2,5 Prozent auf und ist damit einer der beiden Spitzenreiter in ganz Bayern. Im Vorjahresvergleich ist die Quote unverändert. Die Arbeitslosenquote der Stadt Nürnberg ist weiterhin die höchste Quote in Mittelfranken mit 7,4 Prozent. Sie ist im Vergleich zum Vorjahresmonat August 2025 um 0,3 Prozentpunkte gesunken.