Im Jahr 2025 waren in Bayern etwa 590.000 Menschen sozialversicherungspflichtig im Handwerk beschäftigt. Seit 2015 sinkt die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich weiter. Der Fachkräftebedarf bleibt vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung hoch. Ein Lichtblick zeigt sich jedoch auf dem Ausbildungsmarkt im Handwerk.
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Bayern ist seit 2015 insgesamt um 15 Prozent angestiegen. Währenddessen sank sie im Handwerk im gleichen Zeitraum um drei Prozent ab. Die meisten Beschäftigten finden sich dabei im Bereich Kraftfahrzeugtechnik, Bauelektrik und Sanitär, Heizung und Klimatechnik. Bei der Betrachtung der Handwerksberufe, in denen besonders Männer beschäftigt sind, zeigt sich ein identisches Bild. Frauen sind dagegen überwiegend im Friseurgewerbe, der Gebäudereinigung und der Augenoptik sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Viele Handwerksberufe zählen bereits seit Jahren zu den Engpassberufen. Firmen haben es hier besonders schwer, passende Fachkräfte zu finden. Die Besetzungszeit freier Stellen steigt weiter an.
Positiv ist, dass vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen das Interesse an Handwerksberufen bei Jugendlichen wieder ansteigt. Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Handwerk ist in Bayern zum Vorjahr um vier Prozent gestiegen. Das Handwerk spiegelt Tradition und technischen Fortschritt wider und ist damit gut für die Zukunft aufgestellt. Auch wenn die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ansteigt, reicht dies dennoch nicht aus, um altersbedingte Abgänge auszugleichen. Das Handwerk steht weiter vor großen Herausforderungen. Die Agenturen für Arbeit in Bayern arbeiten mit den Berufsberatungen daran, die Vielfalt der Handwerksberufe sowohl Jugendlichen beim Einstieg in das Berufsleben als auch Menschen auf der Suche nach neuen beruflichen Perspektiven näher zu bringen.