Arbeitsmarktbericht September 2026: Bayerischer Arbeitsmarkt tritt auf der Stelle

30.09.2026 | Presseinfo Nr. 18

  • Im September hat die Arbeitslosigkeit in Bayern im Vergleich zum Vorjahr zugenommen: Insgesamt sind 330.844 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 6.687 Personen oder 2,1 Prozent mehr als im September 2025.

  • Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr identisch bei 4,2 Prozent.

  • Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bayern liegt bei 5,93 Mio., im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Minus von 18.700 (-0,3 Prozent) Beschäftigten.

Arbeitslosenzahl September (Vgl. zu Vormonat):    - 3.237 auf 330.844 (- 1,0 Prozent)

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:                  + 6.687 (+ 2,1 Prozent)

Arbeitslosenquote September (Vgl. zu Vormonat): 4,2 Prozent (- 0,1 Prozentpunkte)

Arbeitslosenquote im Vorjahresvergleich:               +/- 0,0 Prozentpunkte

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte:              5,93 Mio. (Juli 2026)

Beschäftigte im Vorjahresvergleich:                          - 18.700 (- 0,3 Prozent)

 

„Wie zu dieser Jahreszeit üblich ist die Zahl der Arbeitslosen im September 2026 im Vergleich zum August zurückgegangen. Dennoch sprechen wir bei rund 331.000 Arbeitslosen in Bayern von einem sehr hohen Niveau. Vorsichtig optimistisch sehen wir jedoch die Stellenmeldungen, die bei den Agenturen für Arbeit eingehen. Hier beobachten wir zum Vorjahr einen leichten Anstieg, vor allem im für Bayern so wichtigen Verarbeitenden Gewerbe. Der erneut deutliche Rückgang der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wird uns perspektivisch vor große Herausforderungen stellen, besonders hinsichtlich des Bedarfs an Fachkräften. Hier wirken wir mit gezielter Weiterbildung entgegen; zudem braucht es wirksame Ansätze für qualifizierte Zuwanderung“, fasst Dr. Markus Schmitz, Chef der Bundesagentur für Arbeit in Bayern, die Situation am bayerischen Arbeitsmarkt im September 2026 zusammen.
 

Aktuelle Lage am bayerischen Arbeitsmarkt

 

 

Die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat sank im September 2026 im Vergleich zum Vormonat um -3.237 bzw. -1,0 Prozent auf 330.844 Personen. Im Vorjahresvergleich sind insgesamt 6.687 Personen oder +2,1 Prozent mehr Arbeitslose als 2025 zu verzeichnen. Der Anstieg der Arbeitslosenzahl zum Vorjahr hat sich in den vergangenen Monaten zwar verlangsamt, das Niveau ist aber weiterhin in einem September so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Auch wenn sich zu Beginn des Schul- und Ausbildungsjahres von August auf September insbesondere bei den Jüngeren rückläufige Arbeitslosenzahlen zeigen, steigt die Arbeitslosigkeit zum Vorjahr deutlich. Auch bei den Langzeitarbeitslosen, den Schwerbehinderten und den über 55-Jährigen ist ein überdurchschnittlich starker Anstieg zu verzeichnen. Diese Personengruppen sind bei schwacher Konjunktur und industrieller Transformation besonders von Arbeitslosigkeit betroffen.

 

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Bayern liegt im September 2026 bei 85.428. Dies ist ein Anstieg von 5.656 Personen (+7,1 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat – dem höchsten prozentualen Anstieg aller betrachteten Personengruppen. Gut die Hälfte der Langzeitarbeitslosen sind Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Auch ältere Personen über 55 Jahre sind häufiger von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht. Ihr Anteil beläuft sich auf 43 Prozent. 

 

Die Arbeitslosenquote beträgt im September 4,2 Prozent und ist damit im Vergleich zum August um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat September 2025 ist die Arbeitslosenquote unverändert. Bayern belegt dennoch im Bundesländervergleich der niedrigsten Arbeitslosenquoten weiterhin den ersten Platz. 

 

Im Vergleich der Regierungsbezirke hat Schwaben, zusammen mit Niederbayern und der Oberpfalz, mit 3,9 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote. Die höchste Arbeitslosenquote weist im September 2026 der Regierungsbezirk Mittelfranken mit 4,8 Prozent auf. Am niedrigsten ist die Arbeitslosenquote im Landkreis Roth (2,4 Prozent), am höchsten in der Stadt Hof (8,2 Prozent). 

 

Stabilisierung statt Erholung am Arbeitsmarkt

 

Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Bayern zeigt den dritten Monat in Folge eine positive Entwicklung, bleibt aber nach wie vor im negativen Bereich. Sowohl die Erwartungen an die zukünftige Entwicklung als auch die Beurteilung der aktuellen Lage fielen etwas besser aus als im Vormonat. Dabei sind die Erwartungen des Verarbeitenden Gewerbes für das kommende Jahr nach unten korrigiert worden, während sich im Baugewerbe die Erholungsbewegung fortsetzt.

Mit einem derzeitigen Bestand von 106.543 gemeldeten offenen Arbeitsstellen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vorjahr um 4.358 Stellen gesunken. Trotz des Stellenrückgangs sind weiterhin die meisten freien Stellen in der Arbeitnehmerüberlassung (gut 22.000) und dem Verarbeitenden Gewerbe (gut 15.000) gemeldet. 

Positiv ist der Zugang an freien Stellen seit Jahresbeginn: Hier wurden im Verarbeitenden Gewerbe gut 27.000 (+15,3 Prozent zum Vorjahr) und im Baugewerbe knapp 9.500 (+15,8 Prozent zum Vorjahr) neue Stellen gemeldet. Dies ist besonders vor dem Hintergrund der zuletzt schwierigen Zeiten dieser Branchen bemerkenswert. Demgegenüber ist ein deutlicher Rückgang der Stellenmeldungen seit Beginn des Jahres im Handel zu verzeichnen. Die rund 18.000 Stellen entsprechen 13,3 Prozent weniger Stellen im Vergleich zum Vorjahr.

 

Im Juni 2026 (aktuell hochgerechnete Daten) waren 25.586 Personen in Kurzarbeit. Am aktuellen Rand sank die Anzahl der Kurzarbeitenden im Vorjahresvergleich von 45.584 um fast 20.000 Menschen (-43,9 Prozent) und die Anzahl der Betriebe von 1.987 um 577 auf 1.410. Von Kurzarbeit besonders betroffen sind weiterhin die Wirtschaftsbereiche Maschinenbau und die Herstellung von Metallerzeugnissen. 

 

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung den elften Monat in Folge rückläufig

 

Normalerweise steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in einem Juli (aktuell hochgerechnete Daten) im Vergleich zum Vorjahr an. In diesem Jahr zeigt sich jedoch ein deutliches Minus von 18.700 Beschäftigten (-0,3 Prozentpunkte) auf jetzt 5,93 Millionen Beschäftigte. Während die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen, im Bereich der Heime und Sozialwesen und im Bereich Verkehr und Lagerei innerhalb des vergangenen Jahres gestiegen ist (zusammen +21.100 Beschäftigte), zeigt sich die schwierige wirtschaftliche Lage im deutlichen Beschäftigungsabbau im Verarbeitenden Gewerbe und dem Handel (zusammen -43.500 Beschäftigte).

 

 

 

Blick in die bayerischen Regierungsbezirke

 

Schwaben ist zusammen mit Niederbayern und der Oberpfalz Spitzenreiter im bayerischen Regierungsbezirkevergleich und hat die niedrigste Arbeitslosenquote. Die Arbeitslosenquote beträgt im September 3,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte zu verzeichnen. 

Die niedrigste Arbeitslosenquote in Schwaben hat mit 2,6 Prozent der Landkreis Unterallgäu. Die Quote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Mit einer Arbeitslosenquote von 7,2 Prozent weist die Stadt Augsburg weiterhin die höchste Quote unter den Stadt- und Landkreisen in Schwaben auf. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote unverändert.

 

Die Arbeitslosenquote in der Oberpfalz liegt im September ebenfalls bei 3,9 Prozent und somit unter dem bayerischen Schnitt (4,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote unverändert.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in der Oberpfalz verzeichnet erneut der Landkreis Neumarkt i.d.OPf. mit 2,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte gesunken. Die höchste Arbeitslosenquote hat erneut die Stadt Weiden i.d.OPf. mit 6,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.

 

In Niederbayern liegt die Arbeitslosenquote im September ebenfalls beim Spitzenwert von 3,9 Prozent und damit unter dem bayerischen Durchschnitt von 4,2 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist die Quote unverändert. 

Mit 3,0 Prozent hat der Landkreis Straubing-Bogen die niedrigste Arbeitslosenquote in Niederbayern. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte gesunken. Die höchste Arbeitslosenquote in Niederbayern weist erneut die Stadt Passau mit 6,8 Prozent auf. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosenquote in Passau um 0,5 Prozentpunkte.

 

In Oberbayern entspricht die Arbeitslosenquote im September 4,2 Prozent und liegt damit im bayerischen Schnitt. Sie ist zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. 

Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Oberbayern hat der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen mit 2,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Die höchste Arbeitslosenquote in Oberbayern weist weiterhin die Landeshauptstadt München mit 5,7 Prozent auf. Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.

 

Die Arbeitslosenquote in Unterfranken liegt mit 4,3 Prozent im September über dem bayerischen Schnitt (4,2 Prozent). Im Vorjahresvergleich ist sie um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. 

Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Unterfranken verzeichnet erneut der Landkreis Main-Spessart mit einer Quote von 3,0 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Die Stadt Aschaffenburg weist mit 8,1 Prozent erneut die höchste Arbeitslosenquote in Unterfranken auf. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosenquote in Aschaffenburg Stadt um 0,3 Prozentpunkte gestiegen.

 

In Oberfranken liegt die Arbeitslosenquote im September bei 4,6 Prozent. Die Quote liegt somit über dem bayerischen Durchschnitt (4,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. 

Mit einer Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent hat der Landkreis Bamberg erneut die niedrigste Quote in Oberfranken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Die höchste Arbeitslosenquote in Oberfranken weist erneut die Stadt Hof mit 8,2 Prozent auf und ist damit das Schlusslicht in ganz Bayern. Zum Vorjahr ergibt sich ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte.

 

Mit einer Arbeitslosenquote von 4,8 Prozent bleibt Mittelfranken im September weiterhin Schlusslicht im bayerischen Vergleich. In dem Regierungsbezirk ist im Vergleich zum Vorjahr die Arbeitslosenquote unverändert.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in Mittelfranken weist erneut der Landkreis Roth mit 2,4 Prozent auf und ist damit der Spitzenreiter in ganz Bayern. Im Vorjahresvergleich ist die Quote um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Die Arbeitslosenquote der Stadt Nürnberg ist weiterhin die höchste Quote in Mittelfranken mit 7,4 Prozent. Sie ist im Vergleich zum Vorjahresmonat September 2025 um 0,1 Prozentpunkte gesunken.