Weltfrauentag am 08. März - Frauen in Bayern weiterhin überproportional in Teilzeit beschäftigt

05.03.2026 | Presseinfo Nr. 4

Die Erwerbsbeteiligung von Frauen in Bayern wächst, gleichzeitig steigt jedoch auch die Teilzeitbeschäftigung. Das ist sowohl vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels, als auch im Hinblick auf die Existenzsicherung und die Altersvorsorge problematisch. 

Die aktuellen Zahlen zum jährlichen Weltfrauentag am 08. März zeigen: In Bayern sind derzeit etwa 3,2 Millionen Frauen und 3,5 Millionen Männer beschäftigt. Die Beschäftigungsquote liegt bei den Männern bei 70,2 Prozent, während sie bei Frauen bei 63,3 Prozent liegt. Der Anteil der Männer ist bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten größer, während der Anteil der Frauen bei geringfügig Beschäftigten größer ist. Es zeigen sich weitere Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während Frauen eher im Bereich personenbezogener Dienstleistungen und in kaufmännischen Berufen beschäftigt sind, sind Männer eher im Verarbeitenden Gewerbe, im Bereich Verkehr und Logistik und im Baugewerbe tätig. In konjunkturellen Schwächephasen sind Männer daher eher vom Arbeitsplatzabbau betroffen als Frauen. Das Risiko für Frauen, arbeitslos zu werden, ist somit geringer als für Männer. Aber auch die Chance, wieder in Arbeit zu kommen, ist geringer. Frauen sind eher länger als zwölf Monate arbeitslos als Männer.

Frauen stehen deutlich häufiger als Männer vor der Herausforderung, neben der Arbeitssuche allein für die Erziehung eines oder mehrerer Kinder verantwortlich zu sein. Unter den Arbeitslosen waren zuletzt zwölf Prozent weibliche Alleinerziehende, aber weniger als ein Prozent männliche. Dies hat auch Auswirkungen auf die Arbeitszeit. Während nur 42 Prozent der Frauen in Vollzeit arbeiten, tun dies 80 Prozent der beschäftigten Männer. Demgegenüber arbeiten 58 Prozent der Frauen, aber nur 20 Prozent der Männer in Teilzeit. „Aufgrund des demografischen Wandels wird die Zahl der Erwerbspersonen in Bayern weiter abnehmen. Unser Ziel ist es, Frauen, die derzeit nicht oder nur mit reduzierter Arbeitszeit auf dem Arbeitsmarkt zu finden sind, zu aktivieren. Wir unterstützen durch Beratung beim Wiedereinstieg von Berufsrückkehrenden, aber auch durch zahlreiche Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote. Durch die Ausweitung der Erwerbsbeteiligung können wir dem Fachkräftemangel begegnen und Frauen beim Ausbau ihrer Altersvorsorge unterstützen“, so Dr. Markus Schmitz, Chef der Bundesagentur für Arbeit in Bayern.

Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern 

Ähnlich viele Frauen wie Männer verfügen über einen akademischen Abschluss. Dennoch sind sie nach wie vor in Aufsichts- und Führungspositionen unterrepräsentiert. Der Anteil an Frauen in Vorständen ist jedoch wachsend. Geschlechterunterschiede zeigen sich auch im Verdienst. Während Männer im Durchschnitt 4.345€ verdienten, sind es bei Frauen nur 3.823€. Der Anteil der Frauen, die über 6.000€ verdienten, ist steigend, lag zuletzt aber dennoch nur bei knapp 15 Prozent, der Anteil der Männer ist mit 26 Prozent jedoch deutlich höher. Demgegenüber ist der Anteil der Frauen, die unter 2.000€ verdienten, mit 6 Prozent dreimal so hoch wie der Anteil der Männer mit 2 Prozent.