Arbeitsmarktbericht April 2026: Laues Lüftchen statt Aufwind - bayerischer Arbeitsmarkt weiter angespannt

30.04.2026 | Presseinfo Nr. 6

  • Im April hat die Arbeitslosigkeit in Bayern im Vergleich zum Vorjahr zugenommen: Insgesamt sind 322.747 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 13.065 Personen oder 4,2 Prozent mehr als im April 2025.

  • Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 
    4,1 Prozent gestiegen.

  • Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bayern liegt bei 5,93 Mio., im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Minus von 20.300 (-0,3 Prozent) Beschäftigten.

Arbeitslosenzahl im April:-6.556 auf 322.747 (-2,0 Prozent)
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:+13.065 (+4,2 Prozent)
Arbeitslosenquote im April:4,1 Prozent (-0,1 Prozentpunkte)
Arbeitslosenquote im Vorjahresvergleich:+0,1 Prozentpunkte
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte:5,93 Mio. (Februar 2026)
Beschäftigte im Vorjahresvergleich:-20.300 (-0,3 Prozent)

„Der Arbeitsmarkt in Bayern kann sich weiterhin nicht erholen. Normalerweise sinkt die Zahl der Arbeitslosen um diese Zeit signifikant ab. Mit 6.500 Arbeitslosen weniger fällt dieser Rückgang so gering aus wie in keinem April seit der Wiedervereinigung. Zusätzlich sehen wir auch bei den Beschäftigtenzahlen weiterhin einen deutlichen Rückgang. Dieser Trend hält seit Herbst an und verstärkt sich“, fasst Dr. Markus Schmitz, Chef der Bundesagentur für Arbeit in Bayern, die Situation am bayerischen Arbeitsmarkt im April 2026 zusammen.

Aktuelle Lage am Arbeitsmarkt

Die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat sank im April im Vergleich zum Vormonat um 6.556 bzw. -2,0 Prozent auf 322.747 Personen. Der Rückgang fällt in diesem Jahr geringer aus als üblich, mit Ausnahme vom Pandemie-Jahr 2020. Im April 2026 sind insgesamt 13.065 Personen oder 4,2 Prozent mehr Arbeitslose als im April 2025 zu verzeichnen. Auf Grund der vielfältigen wirtschaftlichen Problemlagen steigt die Arbeitslosigkeit bei den Jüngeren, den über 50-Jährigen, den Schwerbehinderten und bei Langzeitarbeitslosen aktuell überdurchschnittlich stark.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Bayern liegt im April 2026 bei 83.998. Dies ist ein Anstieg von 9.690 Personen (+13,0 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat – dem höchsten Bestand an Langzeitarbeitslosen seit Mai 2008. Mehr als die Hälfte der Langzeitarbeitslosen sind Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Auch ältere Personen über 55 Jahre sind häufiger von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht. Ihr Anteil beläuft sich auf über 40 Prozent. Diese Personengruppen sind bei einer schwachen Konjunktur besonders von Arbeitslosigkeit betroffen. „Wir blicken mit Sorge auf den deutlichen Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit, denn es ist ungleich schwerer, aus einer längeren Erwerbslosigkeit wieder in Beschäftigung zu kommen. Mit Blick auf den weiterhin anhaltenden Fachkräftebedarf unterstützen wir gerade diese Zielgruppe über intensive Beratung und vielfältige Angebote der Qualifizierung und Weiterbildung. Ein positiver Lichtblick: Infolge der gut voranschreitenden Integration von syrischen Staatsangehörigen und ukrainischen Frauen ist die Arbeitslosigkeit unter den Ausländern gegen den Trend gesunken “, so Schmitz.

Die Arbeitslosenquote beträgt im April 4,1 Prozent und ist damit im Vergleich zum März um 0,1 Prozentpunkte zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 stieg die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte. Bayern belegt dennoch im Bundesländervergleich der niedrigsten Arbeitslosenquoten weiterhin den ersten Platz. 

Im Vergleich der Regierungsbezirke hat Schwaben mit 3,7 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote. Die höchste Arbeitslosenquote weist im April 2026 der Regierungsbezirk Mittelfranken mit 4,7 Prozent auf. Am niedrigsten ist die Arbeitslosenquote in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Roth und Unterallgäu (2,4 Prozent), am höchsten in der Stadt Hof (8,1 Prozent). 

Mit einem derzeitigen Bestand von 102.450 gemeldeten offenen Arbeitsstellen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls deutlich um knapp ein Zehntel (-11.033) gesunken. Trotz des Stellenrückgangs sind weiterhin die meisten freien Stellen in der Arbeitnehmerüberlassung (rund 20.000) und dem Verarbeitenden Gewerbe (rund 14.500) gemeldet. 

Im Februar 2026 (aktuell hochgerechnete Daten) ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zum Vormonat um 1.000 (+/-0,0 Prozentpunkte) auf 5.926.000 gesunken. Im Vorjahresvergleich zeigt sich ein Minus von 20.300 Beschäftigten (-0,3 Prozentpunkte). Während die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen, im Bereich Heime und Sozialwesen und im Bereich Öffentliche Verwaltung innerhalb des vergangenen Jahres gestiegen ist, zeigt sich die schwierige wirtschaftliche Lage im deutlichen Beschäftigungsabbau im Verarbeitenden Gewerbe und dem Handel.

Blick in die bayerischen Regierungsbezirke

Schwaben ist erneut Spitzenreiter im bayerischen Regierungsbezirkevergleich und hat die niedrigste Arbeitslosenquote. Die Arbeitslosenquote im April beträgt 3,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte zu verzeichnen. Die niedrigste Arbeitslosenquote in Schwaben hat mit 2,4 Prozent der Landkreis Unterallgäu und ist damit einer von drei Spitzenreitern in ganz Bayern. Die Quote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,8 Prozent weist die Stadt Augsburg weiterhin die höchste Quote unter den Stadt- und Landkreisen in Schwaben auf. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet die Stadt einen Anstieg um 0,1 Prozentpunkte. 

Die Arbeitslosenquote in der Oberpfalz liegt im April bei 3,9 Prozent und somit unter dem bayerischen Schnitt (4,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote in der Oberpfalz verzeichnet erneut der Landkreis Neumarkt i.d.OPf. mit 2,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Die höchste Arbeitslosenquote hat erneut die Stadt Weiden i.d.OPf. mit 6,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. 

In Niederbayern liegt die Arbeitslosenquote im April bei 4,0 Prozent und damit unter dem bayerischen Durchschnitt von 4,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist die Quote unverändert. Mit 3,6 Prozent haben die Landkreise Kelheim und Straubing-Bogen die niedrigste Arbeitslosenquote in Niederbayern. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr in Kelheim unverändert, im Landkreis Straubing-Bogen ist sie um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Die höchste Arbeitslosenquote in Niederbayern weist erneut die Stadt Passau mit 6,9 Prozent auf. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosenquote in Passau um 0,7 Prozentpunkte. 

Die Arbeitslosenquote in Unterfranken liegt mit 4,1 Prozent im April im bayerischen Schnitt. Im Vorjahresvergleich ist sie um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Unterfranken verzeichnet der Landkreis Main-Spessart mit einer Quote von 2,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Die Stadt Aschaffenburg weist mit 7,9 Prozent erneut die höchste Arbeitslosenquote in Unterfranken auf. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosenquote in Aschaffenburg Stadt um 0,5 Prozentpunkte gestiegen.

In Oberbayern stieg die Arbeitslosenquote im April um 0,1 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an und entspricht damit dem bayerischen Schnitt. Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Oberbayern hat erneut der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen mit 2,4 Prozent und ist damit einer von drei Spitzenreitern in ganz Bayern. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote unverändert. Die höchste Arbeitslosenquote weist weiterhin die Landeshauptstadt München mit 5,6 Prozent auf. Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte gestiegen. 

In Oberfranken liegt die Arbeitslosenquote im April bei 4,4 Prozent. Die Quote liegt somit über dem bayerischen Durchschnitt (4,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte angestiegen. Mit einer Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent hat der Landkreis Bamberg erneut die niedrigste Quote in Oberfranken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Die höchste Arbeitslosenquote in Oberfranken weist erneut die Stadt Hof mit 8,1 Prozent auf und ist damit das Schlusslicht in ganz Bayern. Zum Vorjahr ergibt sich ein Anstieg um 0,5 Prozentpunkte. 

Mit einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent bleibt Mittelfranken im April weiterhin Schlusslicht im bayerischen Vergleich. In dem Regierungsbezirk ist im Vorjahresvergleich mit einem Plus von 0,1 Prozentpunkten ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Die niedrigste Arbeitslosenquote in Mittelfranken weist erneut der Landkreis Roth mit 2,4 Prozent auf und ist damit einer von drei Spitzenreitern in ganz Bayern. Im Vorjahresvergleich ist die Quote um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Die Arbeitslosenquote der Stadt Nürnberg ist weiterhin die höchste Quote in Mittelfranken mit 7,4 Prozent. Sie ist im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 um 0,1 Prozentpunkte gestiegen.