Zum internationalen Tag der Pflege am 12. Mai lohnt ein Blick auf die Herausforderungen dieser wichtigen Branche. Die Nachfrage nach Pflegekräften ist weiter hoch, insbesondere nach Fachkräften. Neben der Mobilisierung aller inländischen Potenziale werden auch mehr Fachkräfte aus dem Ausland gebraucht, um den Personalbedarf zu decken.
Durch den demografischen Wandel ändert sich der Bedarf und das Angebot an Pflegekräften. Zum einen brauchen immer mehr Menschen Pflege, zum anderen gehen mehr Pflegekräfte altersbedingt in Rente.
„Ein Beruf in der Pflege ist krisensicher, zukunftsfähig und sinnstiftend. Um dem Bedarf an Pflegefachkräften in Bayern zu begegnen und für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, müssen wir an drei Punkten ansetzten. Wir beraten und begeistern junge Menschen im Rahmen der Berufsorientierung für Berufe in der Pflege, zusätzlich qualifizieren wir Pflegehilfskräfte zu Fachkräften. Wir brauchen aber ebenso eine gesteuerte Zuwanderung aus dem Ausland“, so Dr. Markus Schmitz, Chef der Bundesagentur für Arbeit in Bayern.
„Die Pflegeberufe sind äußerst wichtig und werden noch viel wichtiger werden.
4,3 Prozent aller Beschäftigten in Bayern sind schon jetzt im Pflegebereich tätig. Sie arbeiten also als Gesundheits- und Krankenpfleger, Kinderpflegerin, Altenpfleger oder im Rettungsdienst. Das sind mehr als eine Viertel Million Menschen. Ein sehr hoher Anteil an diesen Pflegekräften, 28,2 Prozent, hat ausländische Wurzeln - das sind mehr als 72.000 Menschen. Es muss jedem klar sein: Ohne sie bekommen wir die Pflege in Bayern oder in Deutschland gar nicht organisiert“, so Dr. Schmitz.
Im Jahr 2025 waren in Bayern 256.824 Pflegekräfte sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mit einem Plus von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Beschäftigungswachstum in der Pflege fortgesetzt, während die Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche stagnierte. Mit einer berufsspezifischen Arbeitslosenquote von 0,8 Prozent ist eine Tätigkeit in der Pflege auch in unsicheren Zeiten attraktiv. Auf 100 freie Stellen kommen derzeit nur 46 Arbeitslose in Pflegeberufen.
Oftmals passen Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt nicht zusammen. Während sich knapp 60 Prozent der gemeldeten Stellen an Fachkräfte richten, suchen über 73 Prozent der Arbeitslosen in der Pflege eine Arbeit auf Helferniveau. Qualifizierung wird damit immer wichtiger. Bei den Teilnehmerzahlen der geförderten beruflichen Weiterbildungen über die bayerischen Agenturen für Arbeit liegen die medizinischen Gesundheitsberufe weit vorn. Dabei finden etwa 90 Prozent der Teilnehmer an einer der Qualifizierungen innerhalb von sechs Monaten einen neuen Job im medizinischen Bereich.
In den Pflegeberufe arbeiten weiterhin hauptsächlich Frauen. Der Großteil der Beschäftigten ist weiblich (82 Prozent). Aber der Anteil männlicher Pflegekräfte steigt. Ebenfalls steigend ist der Anteil ausländischer Pflegekräfte. In den letzten drei Jahren ist der Ausländeranteil an den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Fachkräften in den Pflegeberufen um vier Prozent angestiegen.
Dabei ist der Pflegeberuf auch finanziell attraktiv. Im vergangenen Jahr ist das Medianentgelt in der Pflege im Vergleich zu anderen Branchen überdurchschnittlich angestiegen – über alle Qualifikationsniveaus hinweg. Während Helfer in Bayern durchschnittlich 2.960 Euro verdienen, so bekommen Helfer in den Pflegeberufen 3.270 Euro. Als Fachkraft liegt der Verdienst insgesamt bei 3.801 Euro; eine Fachkraft in der Pflege verdient dagegen im Durchschnitt 4.336 Euro.