In der Zeit vom 18. bis 22. Mai 2026 findet zum zweiten Mal die bundesweite Woche des Praktikums statt. Das Praktikum zur Berufsorientierung und zur Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen gewinnt vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels an Bedeutung.
Auch in diesem Jahr findet auf Initiative der Bundesagentur für Arbeit die Woche des Praktikums statt. Sie macht sichtbar, wie wichtig betriebliche Einblicke für die Berufsorientierung von Jugendlichen sind und ermutigt Betriebe, jungen Menschen praktische Erfahrungen zu ermöglichen.
In Zeiten des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels sind Unternehmen immer mehr darauf angewiesen, junge Talente frühzeitig an sich zu binden. Damit sind Praktika heute ein Schlüssel zur Gewinnung von Mitarbeitenden und Auszubildenden und damit zur Existenzsicherung von Unternehmen. Auf der anderen Seite müssen sich Jugendliche auf einem angespannten Arbeitsmarkt früh um eine berufliche Perspektive kümmern. Durch ein Praktikum können Jugendliche Berufe, Betriebe und den Arbeitsalltag direkt kennenlernen, die Ausbildungsentscheidung wird sicherer getroffen. Zuletzt wurden mehr als ein Viertel der Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst. Dem kann durch ein vorheriges Praktikum entgegengewirkt werden. Gleichzeitig gewinnen Unternehmen auf diesem Weg Auszubildende, die sich tiefergehend mit ihrem Berufswunsch und den Gegebenheiten des Unternehmens auseinandergesetzt haben. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass beide Seiten gut zusammenpassen und Abbrüche vermieden werden. Bei einem Praktikum besteht die Chance, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Junge Menschen geben in Gesprächen an, dass Betriebspraktika ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Berufswahl sind.
„Ein Praktikum hilft jungen Menschen, Beruf und Betrieb genauer kennen zu lernen. Sie können dadurch ihre Berufswahl viel fundierter treffen. Das hilft den jungen Menschen. Es hilft aber auch den Betrieben, weil dann einfach weniger Ausbildungen abgebrochen werden“, erklärt Peter Michel, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit.
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V.: „Praktika ermöglichen den Jugendlichen praxisnahe Berufs- und Studienorientierung mit spannenden Einblicken in die vielfältigen Ausbildungsberufe und Karrieremöglichkeiten, die unsere bayerischen Unternehmen anbieten. Wir unterstützen sie dabei mit sprungbrett bayern, der größten kostenfreien Praktikumsplattform im Freistaat. Die jungen Leute entdecken mit Praktika ihre Stärken und erfahren, wo der Arbeitsmarkt sie braucht. Die Firmen lernen unkompliziert motivierte Nachwuchskräfte kennen. Davon profitieren alle Beteiligten. Deshalb ist die Woche des Praktikums ein starkes und wichtiges Zeichen für unseren Standort.“
Hubert Schöffmann, bildungspolitischer Sprecher der bayerischen IHKs, rät jedem Jugendlichen zu mindestens einem Praktikum: „Auf der Suche nach dem passenden Beruf ist das Reinschnuppern in den Arbeitsalltag unverzichtbar. Ein Praktikum bietet die Chance, nicht nur ein Unternehmen von innen kennenzulernen, sondern auch eigene Talente zu entdecken und realistisch einzuschätzen. Wer solche Praxiseinblicke früh sammelt, trifft fundiertere Entscheidungen und vermeidet spätere Enttäuschungen bei der Berufswahl.“
„Eine Berufsausbildung ist immer eine gute Idee: Gerade vor dem Hintergrund der erwarteten KI-Revolution sind Handwerksberufe besonders attraktiv. Wer sich für eine Ausbildung im Handwerk entscheidet, kann aus rund 130 verschiedenen Berufen wählen. Ein Praktikum ist für junge Leute der beste Weg, um herauszufinden, welcher Beruf ihnen Freude bereitet und in welchem Unternehmen sie gerne arbeiten würden“, betont Dr. Frank Hüpers, Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern.