Arbeitsmarktbericht Mai 2026: Leichte Belebung, aber keine Entspannung am bayerischen Arbeitsmarkt

29.05.2026 | Presseinfo Nr. 9

  • Im Mai hat die Arbeitslosigkeit in Bayern im Vergleich zum Vorjahr zugenommen: Insgesamt sind 313.557 Personen arbeitslos gemeldet, das sind 7.178 Personen oder 2,3 Prozent mehr als im Mai 2025.

  • Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 
    4,0 Prozent gestiegen.

  • Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bayern liegt bei 5,95 Mio., im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Minus von 16.100 (- 0,3 Prozent) Beschäftigten.

Arbeitslosenzahl im Mai:-9.190 auf 313.557 (-2,8 Prozent)
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:+7.178 (+2,3 Prozent)
Arbeitslosenquote im Mai:4,0 Prozent (-0,1 Prozentpunkte)
Arbeitslosenquote im Vorjahresvergleich:+0,1 Prozentpunkte
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte:5,95 Mio. (März 2026)
Beschäftigte im Vorjahresvergleich:-16.100 (-0,3 Prozent)

„Im Mai ist die Zahl der Arbeitslosen zum April saisonal üblich zurückgegangen, sogar deutlicher als in den Jahren zuvor. Auch wenn wir zum Vorjahr einen Anstieg verzeichnen, so fällt auch dieser geringer aus als zuletzt. Von einer Erholung am Arbeitsmarkt können wir jedoch noch nicht sprechen. Einmal arbeitslos, haben es in der momentanen wirtschaftlichen Lage alle Personengruppen schwer, wieder in Arbeit zu kommen. Wir sehen den niedrigsten Bestand an Arbeitsstellen in einem Mai seit über zehn Jahren, mit Ausnahme des Pandemiejahres 2020. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind weiterhin zurückhaltend bei Neueinstellungen“, fasst Dr. Markus Schmitz, Chef der Bundesagentur für Arbeit in Bayern, die Situation am bayerischen Arbeitsmarkt im Mai 2026 zusammen. 

Aktuelle Lage am bayerischen Arbeitsmarkt

Die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat sank im Mai 2026 im Vergleich zum Vormonat um 9.190 bzw. -2,8 Prozent auf 313.557 Personen. Im Vorjahresvergleich sind insgesamt 7.178 Personen oder 2,3 Prozent mehr Arbeitslose als 2025 zu verzeichnen. Auf Grund der vielfältigen wirtschaftlichen Problemlagen steigt die Arbeitslosigkeit bei den Langzeitarbeitslosen, den Schwerbehinderten, den Jüngeren und den über 50-Jährigen aktuell überdurchschnittlich stark.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Bayern liegt im Mai 2026 bei 83.138. Dies ist ein Anstieg von 7.464 Personen (+9,9 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat – dem höchsten prozentualen Anstieg aller betrachteten Personengruppen.
Mehr als die Hälfte der Langzeitarbeitslosen sind Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Auch ältere Personen über 55 Jahre sind häufiger von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht. Ihr Anteil beläuft sich auf über 40 Prozent. Diese Personengruppen sind bei einer schwachen Konjunktur besonders von Arbeitslosigkeit betroffen.

Die Arbeitslosenquote beträgt im Mai 4,0 Prozent und ist damit im Vergleich zum April um 0,1 Prozentpunkte zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 stieg die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte. Bayern belegt dennoch im Bundesländervergleich der niedrigsten Arbeitslosenquoten weiterhin den ersten Platz. 

Im Vergleich der Regierungsbezirke hat Schwaben mit 3,6 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote. Die höchste Arbeitslosenquote weist im Mai 2026 der Regierungsbezirk Mittelfranken mit 4,6 Prozent auf. Am niedrigsten ist die Arbeitslosenquote im Landkreis Roth (2,3 Prozent), am höchsten in den Städten Hof und Aschaffenburg (7,6 Prozent). 

Arbeitgeber weiter pessimistisch

Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Bayern hat sich deutlich verschlechtert und liegt auf dem niedrigsten Niveau seit Mai 2020, dem Höhepunkt der Corona-Krise. Sowohl die Erwartungen der Unternehmen an die zukünftige Entwicklung als auch die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage verdüstern sich.

Mit einem derzeitigen Bestand von 102.341 gemeldeten offenen Arbeitsstellen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vorjahr deutlich um knapp ein 
Zehntel (-9.380) gesunken und liegt damit weiterhin unter dem im langfristigen Vergleich schlechten Vorjahreswert. In den vergangenen zehn Jahren war der Stellenbestand in einem Mai nur während der Corona-Krise 2020 niedriger. Trotz des Stellenrückgangs sind weiterhin die meisten freien Stellen in der Arbeitnehmerüberlassung (rund 19.000) und dem Verarbeitenden Gewerbe (rund 14.000) gemeldet.

Im März 2026 (aktuell hochgerechnete Daten) ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zum Vormonat um 17.800 (+0,3 Prozentpunkte) auf 5.945.000 gestiegen. Im Vorjahresvergleich zeigt sich jedoch ein Minus von 16.100 Beschäftigten (-0,3 Prozentpunkte). Während die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen, im Bereich Heime und Sozialwesen und im Bereich Öffentliche Verwaltung innerhalb des vergangenen Jahres gestiegen ist, zeigt sich die schwierige wirtschaftliche Lage im deutlichen Beschäftigungsabbau im Verarbeitenden Gewerbe und dem Handel.

Ohne die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Ausländern wäre die Gesamtzahl der Beschäftigten in den vergangenen Jahren deutlich stärker gesunken. Die Beschäftigungsquote ausländischer Arbeitskräfte, insbesondere aus den wichtigsten Asylherkunftsländern und der Ukraine, ist dabei in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. Im Mai 2026 ist mit -4,0 Prozent ein überdurchschnittlicher Rückgang Geflüchteter unter den Arbeitslosen im Vergleich zum April zu verzeichnen. Eine aktuelle Studie der ETH Zürich und der Stanford University bestätigt Bayerns erfolgreiche Arbeit mit ukrainischen Geflüchteten im Rahmen des Jobturbo. Im deutschlandweiten Vergleich weist Bayern die höchste Abgangsrate in Arbeit seit 2023 auf.

Blick in die bayerischen Regierungsbezirke

Schwaben ist erneut Spitzenreiter im bayerischen Regierungsbezirkevergleich und hat die niedrigste Arbeitslosenquote. Die Arbeitslosenquote beträgt im Mai 3,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte zu verzeichnen. Die niedrigste Arbeitslosenquote in Schwaben hat mit 2,4 Prozent der Landkreis Unterallgäu. Die Quote ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent weist die Stadt Augsburg weiterhin die höchste Quote unter den Stadt- und Landkreisen in Schwaben auf. Im Vergleich zum Vorjahr ist auch hier die Quote unverändert.

Die Arbeitslosenquote in der Oberpfalz liegt im Mai bei 3,8 Prozent und somit unter dem bayerischen Schnitt (4,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote in der Oberpfalz verzeichnet erneut der Landkreis Neumarkt i.d.OPf. mit 2,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Die höchste Arbeitslosenquote hat erneut die Stadt Weiden i.d.OPf. mit 6,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 0,2 Prozentpunkte gestiegen.

In Niederbayern liegt die Arbeitslosenquote im Mai ebenfalls bei 3,8 Prozent und damit unter dem bayerischen Durchschnitt von 4,0 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist die Quote unverändert. Mit 3,0 Prozent hat der Landkreis Straubing-Bogen die niedrigste Arbeitslosenquote in Niederbayern. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Die höchste Arbeitslosenquote in Niederbayern weist erneut die Stadt Passau mit 6,6 Prozent auf. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosenquote in Passau um 0,7 Prozentpunkte.

Die Arbeitslosenquote in Unterfranken liegt mit 4,0 Prozent im Mai im bayerischen Schnitt. Im Vorjahresvergleich ist sie um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Unterfranken verzeichnet erneut der Landkreis Main-Spessart mit einer Quote von 2,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Die Stadt Aschaffenburg weist mit 7,6 Prozent erneut die höchste Arbeitslosenquote in Unterfranken auf und ist damit eines der beiden Schlusslichter in ganz Bayern. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosenquote in Aschaffenburg Stadt um 0,3 Prozentpunkte gestiegen.

In Oberbayern stieg die Arbeitslosenquote im Mai um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an und entspricht damit dem bayerischen Schnitt. Die niedrigste Arbeitslosenquote im Regierungsbezirk Oberbayern hat erneut der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen mit 2,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Quote unverändert. Die höchste Arbeitslosenquote weist weiterhin die Landeshauptstadt München mit 5,4 Prozent auf. Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte gestiegen.

In Oberfranken liegt die Arbeitslosenquote im Mai bei 4,3 Prozent. Die Quote liegt somit über dem bayerischen Durchschnitt (4,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte angestiegen. Mit einer Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent hat der Landkreis Bamberg erneut die niedrigste Quote in Oberfranken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist sie um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. Die höchste Arbeitslosenquote in Oberfranken weist erneut die Stadt Hof mit 7,6 Prozent auf und ist damit eines der beiden Schlusslichter in ganz Bayern. Zum Vorjahr ergibt sich ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte.

Mit einer Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent bleibt Mittelfranken im Mai weiterhin Schlusslicht im bayerischen Vergleich. In dem Regierungsbezirk ist im Vergleich zum Vorjahr die Arbeitslosenquote unverändert. Die niedrigste Arbeitslosenquote in Mittelfranken weist erneut der Landkreis Roth mit 2,3 Prozent auf und ist damit der Spitzenreiter in ganz Bayern. Im Vorjahresvergleich ist die Quote um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Die Arbeitslosenquote der Stadt Nürnberg ist weiterhin die höchste Quote in Mittelfranken mit 7,1 Prozent. Sie ist im Vergleich zum Vorjahresmonat Mai 2025 um 0,3 Prozentpunkte gesunken.