Hessischer Arbeitsmarkt:

Pflege bleibt Wachstumsmotor

11.05.2026 | Presseinfo Nr. 8

Pflege bleibt Wachstumsmotor - Zahl der Beschäftigten steigt

Frankfurt – Die Pflegebranche wächst. Mehr als 125.500 Menschen in Hessen arbeiten in der Gesundheits-, Kranken- und Altenpflege. Ihre Zahl ist damit seit 2021 um 5,7 Prozent gestiegen. Vor allem bei den Verdienstmöglichkeiten gab es überdurchschnittliche Zuwächse. Das durchschnittliche Bruttomonatsentgelt in den Pflegeberufen ist seit 2020 um rund 20 Prozent gestiegen. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt der Fachkräftemangel eine der größten Herausforderungen für Krankenhäuser, Kliniken und Pflegeeinrichtungen.

Nach einer aktuellen Auswertung der Bundesagentur für Arbeit anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am 12. Mai ist die Zahl der Menschen in Pflegeberufen in den zurückliegenden Jahren deutlich gestiegen. Die demografische Entwicklung aber auch der medizinische Fortschritt führen dazu, dass der Bedarf an Pflegepersonal in der Kranken- und Altenpflege kontinuierlich steigt. 

125.631 Menschen waren in Hessen (Stichtag: 30. Juni 2025) in Pflegeberufen beschäftigt. Das entspricht einem Anteil von rund 4,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Damit ist die Zahl der Menschen in dieser Branche gegenüber 2024 um knapp 3.200 (+2,5 Prozent) und gegenüber 2021 um über 7.200 (+5,7 Prozent) gestiegen. 

In Hessen hatten in 2025 von allen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in der Pflege rund 29 Prozent eine ausländische Staatsangehörigkeit. Vor zehn Jahren lag deren Anteil noch bei 12,5 Prozent. Damit wird das Beschäftigungswachstum in der Pflege ausschließlich von ausländischen Pflegerinnen und Pfleger getragen.

„Die Zahlen zeigen: Pflegeberufe sind ein Beschäftigungsmotor in Hessen. Seit Jahren wächst die Zahl der Beschäftigten in diesem Sektor. Und diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Das Statistische Bundesamt geht davon aus, dass der Bedarf an Pflegekräften bis 2049 um ein Viertel zunehmen wird. Dazu braucht es dringend ausländische Arbeitskräfte. Nur wenn es uns gelingt, diese in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren, werden wir die Versorgung pflegebedürftiger Menschen auch in Zukunft sicherstellen können,“ so Dr. Frank Martin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit

Von den rund 125.500 Pflegekräften in Hessen sind 101.500 Frauen und nur 24.000 Männer. Aber die Beschäftigung von Männern in der Pflege gewinnt langsam an Bedeutung. Im Bestand beträgt die Verteilung von Frauen zu Männern 80,4 Prozent zu 19,6 Prozent. Bei den Neueinstellungen liegt der Anteil der Männer aber bereits bei über 40 Prozent. 

In den Pflegeberufen ist Teilzeit weit verbreitet. Während hier bundesweit 49 Prozent einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen sind es in der Gesamtwirtschaft nur 31 Prozent. Von den Frauen nehmen 53 Prozent Teilzeit in Anspruch, bei den Männern 29 Prozent. 

Bei der Entlohnung der Pflegeberufe ist eine starke Dynamik zu beobachten, die auf rechtliche Änderungen der letzten Jahre zurückzuführen ist. Das Medianentgelt von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten in den Pflegeberufen ist in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. In Hessen kamen Vollzeitkräfte in Pflegeberufen in 2025 auf ein mittleres Bruttomonatsentgelt von 4.133 Euro. Gegenüber 2024 ist dies eine Steigerung um 6,6 Prozent, gegenüber 2020 sogar um 19,4 Prozent. Besonders deutlich fiel der Zuwachs bei den beiden am stärksten ausgeprägtesten Anforderungsniveaus aus, den Helfern und den Fachkräften. Bei Helfern stiegen die Gehälter in den letzten 5 Jahren um 26%, die der Fachkräfte um 19 Prozent. 

Hintergrund:

Die Daten basieren auf der Statistik der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nach Arbeitsort in Hessen. Betrachtet wurden die Entwicklungen in den Pflegeberufen sowie in der Altenpflege seit 2021 bis 2025. Den ausführlichen Bericht gibt es im Internet kostenlos unter:

Arbeitsmarktsituation in Pflege