Arbeitsmarkt im Mai

Weniger Arbeitslose, mehr Stellenzugänge! Trotzdem noch keine Trendwende in Sicht!

29.05.2026 | Presseinfo Nr. 9

Weniger Arbeitslose, mehr Stellenzugänge! Trotzdem noch keine Trendwende in Sicht!

Frankfurt – Die Arbeitslosigkeit in Hessen ist im Mai leicht gesunken. Knapp 209.000 Menschen waren arbeitslos gemeldet und damit rund 1,8 Prozent weniger als im April. Die Arbeitslosenquote ging ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent zurück. Gestiegen ist auch die Zahl der neu gemeldeten freien Stellen. Bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung dagegen hat sich in Hessen der Rückgang weiter fortgesetzt.

„Die leicht positive Entwicklung bei den aktuellen Arbeitsmarktzahlen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die wirtschaftliche Stimmung in Hessen unverändert schwierig ist. Schwache Auftragslage, unkalkulierbare geopolitische Risiken, hohe Energiepreise und ein zunehmender Wettbewerbsdruck lassen die Einstellungsplanungen der Unternehmen sinken. Trotz des einsetzenden demografischen Wandels tritt die Sorge vor dem künftigen Fachkräftemangel zurzeit angesichts der konjunkturellen Schwäche bei vielen Unternehmen in den Hintergrund,“ erklärt Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit. „Dass trotzdem im Mai ein wenig mehr Dynamik am Arbeitsmarkt zu beobachten war, lässt den Rückschluss zu, dass die Unternehmen trotz der Wirren an den Weltmärkten ein wenig Hoffnung schöpfen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich dies zu einer Trendwende verstetigen kann,“ so der Arbeitsmarktexperte weiter.

Arbeitslosenquote sinkt auf 5,9 Prozent

Im Mai waren in Hessen 208.672 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 3.763 (-1,8 Prozent) weniger als im April, aber 5.285 (+2,6 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ist leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent gesunken. Auch bereinigt um saisonale Einflüsse ging die Zahl der Arbeitslosen leicht um 1.000 Personen gegenüber April zurück.

Betrachtet man die Entwicklung nach Personengruppen, so haben vom Rückgang der Arbeitslosigkeit alle profitiert. Prozentual sank die Zahl junger Menschen unter 25 Jahren (-2,5 Prozent) und der Menschen ohne deutschen Pass (-2,2 Prozent) am stärksten. 

Die Analyse nach Qualifikationen zeigt, dass im Vergleich zum Vorjahr die Arbeitslosigkeit bei Spezialisten (10,8 Prozent) und bei Experten (8,3 Prozent) deutlich gestiegen ist. Geringer dagegen ist der Anstieg der Arbeitslosen unter den Fachkräften mit nur 2,3 Prozent. Und auf Helferniveau ist die Arbeitslosigkeit sogar um 2,0 Prozent gesunken. Unverändert sind aber Helfer (99.049) und Ausländer (94.337) die am stärksten von Arbeitslosigkeit betroffenen Gruppen und haben auch die längste durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit mit 599 bzw. 483 Tagen. 

Entwicklung in den Rechtskreisen: Anteil der Arbeitslosen in der Grundsicherung sinkt

Die Arbeitsagenturen in Hessen betreuten im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) im Mai 76.262 Personen. Das sind 2,5 Prozent weniger als im April aber 9,5 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen ist in den vergangenen Jahren sukzessive gestiegen. Machten die Arbeitslosen im SGB III im Jahr 2023 noch 30,3 Prozent aus, sind es inzwischen aufgrund der steigenden Zugänge in Arbeitslosigkeit bereits 36,5 Prozent. 

Die Jobcenter in Hessen betreuten im Mai insgesamt 283.158 erwerbsfähige Leistungsberechtige. Das waren 642 Personen weniger als im Vormonat und 7.067 Personen weniger als im Vorjahr. Davon waren 132.410 Personen als arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ging ihre Zahl um 1,3 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 1,0 Prozent zurück. Damit zählten 63,5 Prozent aller Arbeitslosen zum Rechtskreis SGB II (Bürgergeld / Grundsicherung). 

Mehr offene Arbeitsstellen gemeldet 

Im Mai wurden den hessischen Arbeitsagenturen und Jobcentern 9.155 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das entspricht einer Steigerung von 11,6 Prozent gegenüber April und 19,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch der Bestand an offenen Stellen ist leicht um 258 Stellen (0,6 Prozent) auf 41.742 im Vergleich zum April gewachsen. Bereinigt um saisonale Effekte zeigt sich eine leichte Steigerung bei den Neuzugängen und ein unverändertes Niveau beim Bestand.

Betrachtet man die im Mai neu gemeldeten Stellen nach geforderten Qualifikationen, so wurden vorwiegend Fachkräfte gesucht (4.180), gefolgt von Experten und Spezialisten (2.545) und Helfern (1.800). Erfreulich ist, dass sich die Steigerung bei den Stellenzugänge von etwa 20 Prozent gleichmäßig über alle Anforderungsniveaus verteilen.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Das verarbeitende Gewerbe baut weiter Stellen ab!

Gemäß den jüngsten verfügbaren Daten aus März waren laut Hochrechnung in Hessen 2.768.400 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Beschäftigten um 2.500 Personen (-0,1 Prozent). 

Ein Blick auf die Branchenentwicklung zeigt, wo im Vergleich zum Vorjahr ein Ab- oder Aufbau der Beschäftigung zu beobachten ist. An der Spitze der Branchen, die Stellen abbauen, befindet sich das verarbeitende Gewerbe mit -2,6 Prozent. Hierzu gehören auch die Metall-, Elektro- und Stahlindustrie (-2,7 Prozent) und die Herstellung von Vorprodukten und chemischen Erzeugnissen (-4,8 Prozent). Dagegen hat sich der Rückgang in der Arbeitnehmerüberlassung deutlich verlangsamt und liegt nur noch bei -2,1 Prozent.

Die größten Zuwächse weisen unverändert die Bereiche Heime und Sozialwesen (2,7 Prozent), das Gesundheitswesen (2,4 Prozent), die Öffentliche Verwaltung (1,9 Prozent) sowie Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (1,1 Prozent) auf.

Entwicklung in den Regionen: Fulda unverändert mit niedrigster Arbeitslosenquote in Hessen 

Im Landkreis Fulda bleibt die Arbeitslosenquote bei 4 Prozent und ist damit unverändert der beste Wert aller 27 hessischen Kreise und kreisfreien Städte. Unter der hessischen Quote von 5,9 Prozent liegen aktuell 18 Kreise. Dazu zählen unter anderem der Vogelsbergkreis (4,2 Prozent), der Wetteraukreis und Waldeck-Frankenberg (4,4 Prozent), sowie der Kreis Kassel und der Schwalm-Eder-Kreis (4,5 Prozent). Die höchsten Arbeitslosenquoten haben die Städte Hanau mit 10,3 Prozent, Offenbach (9,2 Prozent), Kassel (8,8 Prozent) und Wiesbaden (8,0 Prozent).

Ausbildungsmarkt: Zahl der Bewerber/innen steigt weiter an

Seit Oktober 2025 haben sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern in Hessen 31.748 junge Menschen für eine Ausbildungsstelle gemeldet. Das sind 5,5 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit liegt die Zahl auf dem höchsten Niveau seit Beginn der Corona-Pandemie. Bis Mai hatten 17.187 junge Menschen aber weder eine Ausbildungsstelle noch eine Alternative gefunden.

(Hinweis: Aufgrund von prozessualen Umstellungen wird die Zahl der Ausbildungsstellen in Höhe von 24.868 in der Statistik derzeit unvollständig abgebildet. Sie liegt nach Schätzungen für den April -9 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.)