Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein: Juli 2026

• Aktuell: 96.800 Arbeitslose in Schleswig-Holstein, die Arbeitslosenquote liegt bei 5,9 Prozent, im Vergleich zum Juli des Vorjahres ist die Zahl der Arbeitslosen um 2.200 oder 2,4 Prozent gestiegen 

• Auch gegenüber dem Vormonat Juni hat die Arbeitslosigkeit – saisonal typisch – um 3.500 oder 3,7 Prozent zugenommen 

• „Für den jahreszeitlich üblichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Vormonat Juni ist die typische ‚Sommerflaute‘ im Juli verantwortlich. Dafür gibt es mehrere Gründe: Einerseits steigt die Arbeitslosigkeit durch quartalsbedingte Kündigungen, andererseits werden in vielen Betrieben Einstellungen bis nach den Sommerferien aufgeschoben. Darüber hinaus melden sich im Juli – nach Abschluss der Berufsausbildung oder der Schule – üblicherweise viele junge Menschen vorübergehend arbeitslos. Der größte Teil findet im Herbst wieder eine Ausbildung oder Beschäftigung.“ (Markus Biercher) 

• Ausbildungsmarkt: Besonders im Handel und im Handwerk gibt es auch jetzt noch zahlreiche freie Ausbildungsplätze 

• 700 zusätzliche Jobs: Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst im Vorjahresvergleich um 0,1 Prozent auf 1.062.100 

• Kurz-Infos: Ausbildungsmarktdaten, TOP TEN der noch unbesetzten Ausbil dungsplätze; Alo-Quoten der Städte und Kreise

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 23

Arbeitsmarkt

Die Zahl der Arbeitslosen liegt aktuell bei 96.800. Das ist ein Plus von 2.200 oder 2,4 Prozent gegenüber dem Juli des Vorjahres und ein Plus von 3.500 oder 3,7 Prozent gegenüber dem Vormonat Juni. Die Arbeitslosenquote liegt mit aktuell 5,9 Prozent um 0,1 Prozentpunkte über dem Juli-Wert des Vorjahres mit 5,8 Prozent. 

„Für den jahreszeitlich üblichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Vormonat Juni ist die typische ‚Sommerflaute‘ im Juli verantwortlich. Dafür gibt es mehrere Gründe: Einerseits steigt die Arbeitslosigkeit durch quartalsbedingte Kündigungen, andererseits werden in vielen Betrieben Einstellungen bis nach den Sommerferien aufgeschoben. Darüber hinaus melden sich im Juli – nach Abschluss der Berufsausbildung oder der Schule – üblicherweise viele junge Menschen vorübergehend arbeitslos. Der größte Teil findet im Herbst wieder eine Ausbildung oder Beschäftigung“, betonte Markus Biercher, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, heute (31. Juli 2026) in Kiel. 

Der Anstieg gegenüber dem Vormonat Juni bei den unter 25-Jährigen (+1.300 / +13,1 Prozent) sei kein Grund zur Besorgnis. Es handele sich dabei um ein typisches Übergangsphänomen, von dem insbesondere frisch ausgebildete Fachkräfte, die von ihren Ausbildungsbetrieben aus unterschiedlichen Gründen nicht übernommen werden konnten, betroffen sind. Biercher appellierte an die Betriebe, die Personal suchen: „Es ist jetzt der beste Zeitpunkt, sich diese jungen Fachkräfte zu sichern. Nutzen Sie diese Chance.“

Personalnachfrage

Der Bestand an offenen sozialversicherungspflichtigen Stellen lag im Juli bei 22.200. Damit liegt er mit einem Plus von 300 oder 1,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Aktuell wird insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel, im Verarbeitenden Gewerbe sowie in den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen zusätzliches Personal gesucht.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – es handelt sich hierbei um die Mai-Daten – ist im Vorjahresvergleich leicht gestiegen. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres nahm ihre Zahl um 700 oder 0,1 Prozent auf 1.062.100 zu. Beschäftigungszuwächse verzeichneten insbesondere das Gesundheits- und Sozialwesen (+5.000), die Energie- und Wasserversorgung einschließlich der Entsorgungswirtschaft (+2.300) sowie die Immobilienwirtschaft und die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+1.600). Rückgänge gab es dagegen vor allem im Handel (-3.900), bei den unternehmensnahen Dienstleistungen (-3.800), zu denen unter anderem der Garten- und Landschaftsbau sowie das Sicherheitsgewerbe zählen, sowie im Verarbeitenden Gewerbe (-800).

Ausbildungsmarkt 

Zum Abschluss ging Biercher auf den Ausbildungsmarkt ein: „Auch jetzt ist noch vieles in Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt. Aktuell sind bei uns noch 5.700 Ausbildungsplätze unbesetzt. Besonders im Einzelhandel und im Handwerk gibt es weiterhin viele Möglichkeiten. Wer nicht ausschließlich auf einen bestimmten Wunschberuf festgelegt und regional flexibel ist, hat sehr gute Chancen, noch einen Ausbildungsplatz zu finden. Allen, die bisher noch nicht fündig geworden sind, empfehle ich: Meldet Euch bei der Berufsberatung! Wir unterstützen Euch dabei, ein passendes Angebot zu finden.“

An die Arbeitgeber gewandt, die noch Ausbildungsplätze zu besetzen haben, sagte Biercher: „Denen, die sich bisher noch nicht für eine Bewerberin oder einen Bewerber entschieden haben, möchte ich sagen: Wer jetzt noch auf die ideale Bewerbung wartet, wartet meist vergeblich. Geben Sie auch schwächeren Jugendlichen eine Chance. Schauen Sie sich diese Bewerberinnen und Bewerber persönlich an und beurteilen Sie ihre Kompetenzen nicht nur nach den Zeugnissen. Wir unterstützen Sie gerne mit unseren Angeboten – etwa der Einstiegsqualifizierung (EQ) oder der Assistierten Ausbildung (AsA).“

Daten-Info: Ausbildungsmarkt (Juli-Daten 2026)

  • aktuell unbesetzte Ausbildungsplätze: 5.742 / -565 oder -9,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

  • aktuell unversorgte Bewerber/-innen: 4.898 Bewerber/-innen / -151 oder -3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

TOP TEN der unbesetzten Ausbildungsplätze 

  • Kaufmann/-frau im Einzelhandel: 685

  • Verkäufer/-in: 487

  • Anlagemechaniker/-in - Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik: 177

  • Fachkraft - Lagerlogistik: 168

  • Kaufmann/-frau im Büromanagement: 144

  • Handelsfachwirt/-in: 137

  • Elektroniker/-in - Energie- und Gebäudetechnik: 136

  • Kaufmann/-frau Groß- und Außenhandelsmanagement: 130

  • Fachverkäufer/-in Lebensmittelhandwerk - Fleischerei: 129

  • Versicherungskaufmann/-frau: 123

Daten-Info: Arbeitslosenquoten in Kreisen und Städten (Juli-Daten 2026)

Kreise

  • Niedrigste Quote: Plön mit 4,3 Prozent

  • Höchste Quote: Dithmarschen mit 6,5 Prozent

kreisfreie Städte

  • Niedrigste Quote: Kiel mit 8,1 Prozent

  • Höchste Quote: Neumünster und Flensburg mit 8,6 Prozent