Arbeitsmarkt
Die Zahl der Arbeitslosen liegt - im Vergleich zum Juli des Vorjahres - mit 63.500 um 900 oder 1,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 7,8 Prozent, im Juli 2025 lag sie bei 7,9 Prozent, im Vormonat Juni bei 7,6 Prozent.
Zum Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen gegenüber dem Vormonat Juni (+500 bzw. +7,8 Prozent) sagte Markus Biercher, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, heute (31. Juli 2026): „Die Entwicklung im Juli ist für Mecklenburg-Vorpommern nichts Ungewöhnliches und kein Grund zur Besorgnis. Nach dem Abschluss von Ausbildung oder Schule melden sich jedes Jahr viele junge Menschen vorübergehend arbeitslos. Der größte Teil von ihnen findet im Herbst wieder den Einstieg in Ausbildung oder Beschäftigung. Es handelt sich also um ein typisches Übergangsphänomen, von dem insbesondere frisch ausgelernte Fachkräfte betroffen sind, die aus unterschiedlichen Gründen nicht von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen werden konnten. Mein Appell an die Betriebe, die aktuell Personal suchen: Geben Sie diesen jungen Menschen eine Chance. Gerade jetzt bietet sich die Gelegenheit, motivierte Nachwuchskräfte für das eigene Unternehmen zu gewinnen."
Ausbildungsmarkt
Aktuell sind bei den Arbeitsagenturen des Landes noch 3.000 unbesetzte Ausbildungsplätze gemeldet. Ihnen stehen 2.400 unversorgte Jugendliche gegenüber. „Die aktuellen Zahlen sind eine Momentaufnahme. Der Ausbildungsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern ist weiterhin in Bewegung und bietet noch viele attraktive Möglichkeiten. Gerade im Einzelhandel, im Handwerk sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe gibt es weiterhin zahlreiche freie Ausbildungsplätze. Allen jungen Menschen, die bisher noch nicht fündig geworden sind, empfehle ich: Nutzt diese Chancen und meldet Euch bei der Berufsberatung. Wir unterstützen Euch dabei, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden.“
An die Arbeitgeber gewandt, die noch Ausbildungsplätze zu besetzen haben, sagte Biercher: „Wenn Sie bisher keine oder vermeintlich nicht passenden Bewerbungen erhalten haben, lohnt es sich, neue Wege zu gehen. Einige Betriebe schaffen zusätzliche Anreize – beispielsweise durch Zuschüsse zum Fitnessstudio oder eine Unterstützung beim Führerschein. Hier gibt es viele Möglichkeiten. Entscheidend ist: Bleiben Sie offen und geben Sie auch jungen Menschen eine Chance, die auf den ersten Blick vielleicht nicht dem klassischen Wunschprofil entsprechen. Machen Sie sich im persönlichen Gespräch ein eigenes Bild von den Bewerberinnen und Bewerbern und beurteilen Sie ihre Kompetenzen nicht allein nach den Schulnoten. Wir unterstützen Sie gerne mit unseren Angeboten – etwa der Einstiegsqualifizierung (EQ) oder der assistierten Ausbildung (AsA).“
Personalnachfrage
Der Bestand an offenen sozialversicherungspflichtigen Stellen lag im Juli bei 15.400 und damit um 500 Stellen bzw. 3,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Besonders gesucht werden derzeit Fachkräfte im Verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel sowie im Bau- und Gastgewerbe.
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten – es handelt sich hierbei um die Mai-Daten – ist im Vorjahresvergleich um 3.100 bzw. 0,5 Prozent auf 573.100 gesunken. Beschäftigungsrückgänge verzeichneten insbesondere der Handel (-1.500), das Verarbeitende Gewerbe (-1.300), die Bauwirtschaft (-800) sowie die Arbeitnehmerüberlassung und die unternehmensnahen Dienstleistungen (jeweils -600), zu denen unter anderem der Garten- und Landschaftsbau sowie das Sicherheitsgewerbe zählen. Neue Arbeitsplätze entstanden dagegen vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen (+1.600), in der Immobilienwirtschaft sowie den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+400) sowie in der öffentlichen Verwaltung einschließlich der Sozialversicherungen (+200).
Daten-Info: Ausbildungsmarkt (Juli-Daten 2026)
aktuell unbesetzte Ausbildungsplätze: 2.995 / -234 oder -7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
aktuell unversorgte Bewerber/-innen: 2.388 Bewerber/-innen / +74 oder +3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
TOP TEN der unbesetzten Ausbildungsplätze
Kaufmann/-frau im Einzelhandel: 403
Verkäufer/-in: 193
Fachkraft - Lagerlogistik: 100
Koch/Köchin: 93
Fachmann/-frau-Restaurants- und Veranstaltungsgastronomie: 83
Hotelfachmann/-frau: 78
Metallbauer/-in - Konstruktionstechnik: 68
Berufskraftfahrer/-in: 60
Handelsfachwirt/in: 57
Konstruktionsmechaniker/-in: 54
Daten-Info: Arbeitslosenquoten in Kreisen und Städten
Arbeitslosigkeit in den Kreisen
Niedrigste Quote: Landkreis Rostock und Ludwigslust-Parchim mit jeweils 6,0 Prozent
Höchste Quote: Vorpommern Greifswald mit 9,1 Prozent
Arbeitslosigkeit in den beiden kreisfreien Städten
Niedrigste Quote: Schwerin 9,9 Prozent
Höchste Quote: Rostock 7,7 Prozent