Arbeitslosigkeit sinkt im September wie erwartet

In Nordrhein-Westfalen ist im September die Zahl der Arbeitslosen gesunken. Mit 792.700 Frauen und Männern waren 2,0 Prozent oder 16.270 Personen weniger arbeitslos gemeldet als einen Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte und liegt nun bei 7,9 Prozent. Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit im September ist üblich. Viele neue Arbeitsverhältnisse starten, wovon vor allem junge Menschen unter 25 Jahren profitieren, die in den vorhergehenden Monaten ihre Berufsausbildungen abgeschlossen haben und sich für eine kurze Übergangszeit arbeitslos melden mussten. Im Vergleich zum Vorjahr waren allerdings 1,3 Prozent oder 10.502 Personen mehr arbeitslos gemeldet, die Quote liegt aktuell 0,1 Punkte höher als vor einem Jahr.

30.09.2026 | Presseinfo Nr. 22

„Der Beginn des Herbstes hat einen Rückgang der Arbeitslosigkeit in NRW gebracht. Darüber freuen wir uns. Allerdings ist die Entlastung am Arbeitsmarkt nicht über das hinausgegangen, was wir aus der jahreszeitlich üblichen Entwicklung heraus erwartet hatten“, sagte Dirk Strangfeld, Geschäftsführer der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. „Erfreulich ist, dass 50.000 zuvor arbeitslose Menschen in diesem Monat eine Arbeit aufnehmen konnten. Das waren 10.500 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehr als im August. Und auch im Vorjahresvergleich zeigte sich eine dynamischere Entwicklung. Im September konnten fast 4.000 Personen mehr als vor einem Jahr ihre Arbeitslosigkeit beenden. Profitieren konnten vor allem junge Menschen unter 25 Jahren. Hier ging die Arbeitslosigkeit um 7,6 Prozent oder knapp über 6.000 junge Frauen und Männer zurück. Viele hatten vor wenigen Monaten ihre Berufsausbildungen abgeschlossen und konnten nun eine erste Beschäftigung als frisch ausgebildete Fachkraft antreten.“

„Nach der angespannten Lage im Sommer ist das eine erfreuliche Momentaufnahme, die aber leider auch einen Dämpfer bereithält“, sagte Strangfeld weiter: „Im Vergleich zum Vormonat haben zwar rund 6.000 Frauen und Männer weniger ihren Job verloren. Das ist deutlich, doch zugleich auch üblich für einen September. Gleichzeitig fällt der Vergleich zum Vorjahr mit 48.300 Frauen und Männern, die sich neu, also aus der Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos melden mussten, weniger positiv aus. Vor einem Jahr waren es im September 2.800 Personen oder 6,2 Prozent weniger. Im Resultat steigt damit im Vergleich zum Vorjahr die Arbeitslosigkeit. Eine Entwicklung, die in NRW seit nunmehr fünf Jahren mehr oder weniger kontinuierlich anhält.“

Mit Blick auf die nahe Zukunft sagte Strangfeld, sei es für ihn noch nicht einzuschätzen, wie der Arbeitsmarkt sich im Herbst weiter entwickeln wird. „Es gibt mehr Bewegung am Arbeitsmarkt, mehr Menschen konnten im September eine neue Arbeitsstelle antreten und auch bei den neu gemeldeten Stellen geht es aufwärts. So wurden mit rund 4.300 annähernd 20 Prozent mehr Stellen neu gemeldet als im Vergleich zum Vorjahresmonat. Es gibt also mehr und neue Chancen. Andererseits steht die Wirtschaft weiterhin unter Druck. Das zeigt sich auch an mehr Arbeitslosmeldungen. Im September überwogen die neuen Jobs. Doch wohin das Pendel in den kommenden Monaten ausschlagen wird, ist derzeit noch schwer auszumachen. Der Arbeitsmarkt reagiert in der Regel mit einiger Verzögerung auf das, was in der Wirtschaft geschieht. Zuletzt gab es von dort, als Ergebnis verschiedener Befragungen von Wirtschaftsinstituten und unseren eigenen Beobachtungen, für NRW und für Deutschland positive Signale in Richtung eines leichten Aufwärtstrends. Allerdings können wir derzeit noch nicht erkennen, ob diese positivere Sicht auf die Auftragslage ausreichen kann, um die Arbeitslosigkeit in NRW wieder dauerhaft merklich zu senken.“

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung

Im September waren in Nordrhein-Westfalen 792.700 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,1 Prozentpunkte auf 7,9 Prozent ab. Vor einem Jahr lag die Quote bei 7,8 Prozent.

Den stärksten Rückgang in der Arbeitslosigkeit gab es in der Gruppe junger Menschen unter 25 Jahren. 73.782 junge Frauen und Männer waren arbeitslos gemeldet, 6.039 Personen oder 7,6 Prozent weniger als im Vormonat, jedoch 3.977 junge Menschen oder 5,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. 56.010 arbeitslose junge Menschen oder 75,9 Prozent hatten keine abgeschlossene Berufsausbildung. 16.022 junge Arbeitslose oder 21,7 Prozent können eine solche vorweisen - davon haben 1.282 junge Frauen und Männer oder 1,7 Prozent einen akademischen Abschluss.

Gegen den Trend sank im Vergleich zum Vorjahr die Arbeitslosigkeit bei den ausländischen Staatsangehörigen. 2,4 Prozent oder 7.338 Personen waren weniger arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. Insgesamt waren 295.790 Menschen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit arbeitslos gemeldet.

Ebenfalls gesunken im Vergleich zum Vorjahr ist die Unterbeschäftigung. 947.427 Menschen galten als unterbeschäftigt, das waren 2.306 Personen oder 0,2 Prozent weniger als vor zwölf Monaten. Im Vergleich zum Vormonat sank die Unterbeschäftigung um 15.445 Personen oder 1,6 Prozent. Die Unterbeschäftigung fasst die Gesamtzahl aller Menschen zusammen, die im System der Arbeitsvermittlung entweder als arbeitslos gemeldet sind oder als Teilnehmerinnen und Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen vorübergehend nicht als arbeitslos gelten. Auch Kundinnen und Kunden der Arbeitsagenturen und Jobcenter, die kurzfristig arbeitsunfähig sind oder beispielsweise mit einem Gründungszuschuss versuchen, eine Selbständigkeit zu etablieren, gelten nicht als arbeitslos.

Fast 30 Prozent mehr offene Stellen als vor einem Jahr

Im September waren in NRW 162.150 offene Stellen gemeldet, das waren 35.484 oder 28,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Darunter waren 26.277 Stellen, die im September neu gemeldet wurden. Vor einem Jahr waren im selben Monat 4.266 Stellen oder 19,4 Prozent weniger neu hinzugekommen.

Die Konstante am Arbeitsmarkt ist die Nachfrage nach Fachkräften. Im September wurden über die Agenturen für Arbeit 24.755 Stellen angeboten, die keine berufliche Qualifikation voraussetzen. Gleichzeitig waren für Fachkräfte mit einer beruflichen Ausbildung auf dem Niveau der dualen Ausbildung 102.391 Jobangebote gemeldet.

Fachkräfte sind trotz einer auch für sie angespannteren Arbeitsmarktlage seltener arbeitslos als Menschen ohne Qualifikation. Auch ihre Chancen, zurück in Arbeit zu finden, sind besser. Im September waren in den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 432.518 Frauen und Männer ohne formale Qualifikation arbeitslos gemeldet. Gleichzeitig suchten 218.478 Fachkräfte mit dualer Berufsausbildung eine Arbeit. Damit bewarben sich auf 100 offene Stellen für einfache Helfertätigkeiten rechnerisch rund 1.747 Personen, während am Arbeitsmarkt für Fachkräfte Angebot und Nachfrage deutlich näher beieinanderliegen: Hier kamen auf 100 offene Fachkraftstellen 213 Arbeitslose mit einer Berufsausbildung. Auch das zeigt, dass eine abgeschlossene Berufsausbildung ein guter Schutz vor Arbeitslosigkeit ist.

In der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung gab es im Juli, dem aktuellen Datenstand für die Hochrechnung, einen leichten Rückgang um 28.400 Personen oder 0,4 Prozent auf nun 7.320.400 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das waren 700 Personen weniger als vor einem Jahr.

Der Arbeitsmarkt in den NRW-Regionen

In allen sechs NRW-Arbeitsmarktregionen sank im September die Arbeitslosigkeit:
Im Münsterland sank die Arbeitslosigkeit um 4,4 Prozent. 2.168 Menschen waren hier weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Insgesamt waren es im September 47.409 Fraune und Männer. In Südwestfalen waren 1.810 Menschen oder 3,5 Prozent weniger arbeitslos gemeldet. Im September galten hier 49.817 Personen arbeitslos. In Ostwestfalen Lippe waren 75.127 Menschen arbeitslos gemeldet, 2.035 Personen oder 2,6 Prozent weniger als im Monat vorher. Im Rheinland sank die Zahl der Arbeitslosen um 5.567 Personen oder 2,0 Prozent auf jetzt 272.862 Frauen und Männer. Um 1,4 Prozent gab die Arbeitslosigkeit im Ruhrgebiet nach. 3.707 Personen waren hier weniger arbeitslos als im Vormonat, insgesamt waren 269.338 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Bergischen Land sank im Vergleich zum Vormonat die Zahl der Arbeitslosen um 983 Frauen und Männer oder 1,2 Prozent auf 78.147 arbeitslos gemeldete Menschen.

Mit 4,8 Prozent lag die Arbeitslosenquote im September im Münsterland am niedrigsten. Im Bergischen Land lag sie mit 7,8 Prozent knapp um 0,1 Punkte unter dem NRW-Durchschnitt von 7,9 Prozent, im Ruhrgebiet sank die Arbeitslosenquote wie auch in ganz NRW um 0,1 Punkte und liegt nun bei 10,7 Prozent.

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