Niedersachsen : Saisontypisch leichter Rückgang der Arbeitslosenzahlen – aber weiterhin angespannte Lage am Arbeits- und Ausbildungsmarkt

Pfeiffer: „Jeder Arbeitgeber sollte alle Möglichkeiten nutzen, junge Menschen auszubilden“

27.02.2026 | Presseinfo Nr. 8

Im Februar waren in Niedersachsen 284.930 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 464 Arbeitslose weniger (-0,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,3 Prozent. Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit ist im Februar jahreszeitlich üblich. 

Wenngleich sich der Arbeitsmarkt damit aktuell relativ stabil zeigt, hat die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresmonat zugenommen (+4.485/ +1,6 Prozent). Diese Entwicklung ist nach wie vor auf die allgemeine konjunkturelle Schwäche zurückzuführen.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften (Stellenmeldungen) nimmt wie üblich im Februar gegenüber dem Vormonat kräftig zu (um +3.513 oder 34,4 Prozent auf 13.738). Auch der Bestand erhöht sich auf 62.659 Stellen.

Positiv ist außerdem zu bewerten, dass sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit 3.169.600 (aktuellster hochgerechneter Wert im Dezember 2025) auch am Jahresende auf einem hohen Niveau und immer noch über dem Wert des Vorjahres lag (+7.100; +0,2 Prozent). Die Beschäftigung im Dienstleistungssektor nimmt im Vergleich zum Vorjahr demnach weiterhin zu, während im Produzierenden Gewerbe allerdings Beschäftigungsverluste zu verzeichnen sind. 

Die insgesamt schwache Konjunktur hat auch Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt. Zwar ist es noch zu früh um abschließende Aussagen zum Ausbildungsmarkt zu treffen, ein Trend lässt sich an den aktuellen statistischen Daten jedoch ablesen: Während die Zahl der Jugendlichen, die sich für eine duale Berufsausbildung interessieren in den letzten Jahren wieder gestiegen ist und aktuell mit 31.764 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegt (+43; +0,1 Prozent), ist die Zahl der von den Betrieben gemeldeten Ausbildungsstellen (34.101) im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut deutlich gesunken (-3.892; -10,2 Prozent). Johannes Pfeiffer, Chef der Bundesagentur für Arbeit für Niedersachsen und Bremen appelliert: „Junge Menschen, die nicht ausgebildet wurden, stehen später nicht als gelernte Fachkräfte zur Verfügung. Jeder Arbeitgeber sollte daher alle Möglichkeiten nutzen, junge Menschen auszubilden, im eigenen Interesse, aber auch für den künftigen Wohlstand unserer Gesellschaft. Junge Menschen möchte ich ermutigen, eine Ausbildung dem schnellen Euro als Ungelernte in einem Job vorzuziehen. Eine solide Berufsausbildung ist eine Investition in die eigene Zukunft und der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit.“ Pfeiffer verwies auf die Unterstützungsmöglichkeiten der Berufsberatung und darüber hinaus auf die vielfältigen Informations- und Beratungsangebote im Rahmen der Woche der Ausbildung, die die Bundesagentur für Arbeit in diesem Jahr vom 16. bis 20. März bundesweit zum wiederholten Male durchführen wird.

Eine positive Entwicklung ist bei der sogenannten Unterbeschäftigung zu beobachten: Sie ging im Vergleich zum Vorjahr um 1,0 Prozent auf 342.058 Personen zurück. Die Unterbeschäftigung weist zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen aus, die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden. Dazu gehören auch Personen, die an Sprach- und Integrationskursen teilnehmen.