Das Berufsberatungsjahr beginnt jährlich im Oktober und endet im September des darauffolgenden Jahres. Nach sechs Monaten ziehen wir eine Zwischenbilanz. Seit Oktober 2025 haben 3 000 Jugendliche die Berufsberatung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet. Das waren 300 oder 9,6 Prozent weniger als im letzten Jahr.
Dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und den Jobcentern in den gemeinsamen Einrichtungen wurden 3 700 Ausbildungsstellen gemeldet*.
Ergebnisse im Einzelnen:
Nachfrage nach Ausbildung
Von Oktober 2025 bis März 2026 haben rund 3 000 saarländische Jugendliche die Agentur für Arbeit oder eines der Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Anspruch genommen. Das waren 300 oder 9,6 Prozent Bewerberinnen und Bewerber weniger als zwölf Monate zuvor.
Mehr Männer als Frauen hatten sich für einen Ausbildungsplatz interessiert. 1 900 männliche Bewerber wurden gezählt und 1 100 Frauen.
44,6 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber werden die Schule in diesem Jahr verlassen, die restlichen sind bereits in früheren Jahren von der Schule abgegangen.
„Unverändert konzentriert sich ein Großteil der jungen Frauen auf nur zehn Ausbildungsberufe. Unter diesen Top-Berufen findet sich kein einziger naturwissenschaftlicher oder technischer Beruf. Daher ist es wichtig, dass unsere Berufsberaterinnen und -berater sowie die Beauftragten für Chancengleichheit immer wieder auf die große Vielfalt der Möglichkeiten hinweisen. Am 23. April findet der diesjährige Girls`Day statt. An diesem Tag lernen junge Frauen Berufe oder Studienfächer kennen, in denen der Frauenanteil unter 40 Prozent liegt, wie zum Beispiel in den Bereichen IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik. Parallel dazu haben Jungen im Rahmen des Boys`Day die Möglichkeit, Berufe kennenzulernen, in denen Männer immer noch unterrepräsentiert sind, vor allem Berufe aus dem sozialen, erzieherischen und pflegerischen Bereich“, sagt Walter Hüther, Geschäftsführer der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.
55,9 Prozent der Frauen konzentrierten sich auf diese zehn Berufe:
Kauffrau für Büromanagement
Medizinische Fachangestellte
Verkäuferin
Friseurin
Zahnmedizinische Fachangestellte
Verwaltungsfachangestellte für Kommunalverwaltung
Kauffrau im Einzelhandel
Automobilkauffrau
Bankkauffrau
Drogistin
Bei den Männern interessierten sich 43,4 Prozent für die folgenden Berufe:
Kfz.mechatroniker für PKW-Technik
Anlagenmechaniker für Sanitär-/Heizung- und Klimatechnik
Verkäufer
Kaufmann für Büromanagement
Fachinformatiker – Systemintegration
Fachkraft - Lagerlogistik
Fachinformatiker – Anwendungsentwicklung
Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik
Automobilkaufmann
Tischler
Bislang gaben 200 Bewerberinnen und Bewerber an, einen Ausbildungsplatz gefunden zu haben. 350 entschieden sich für einen weiteren Schulbesuch, ein Studium oder ein Praktikum. Weiterhin auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind 1 900 Frauen und Männer.
Das Angebot an Ausbildungsstellen
In den ersten sechs Monaten wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und den Jobcentern in den gemeinsamen Einrichtungen 3 700 Ausbildungsstellen gemeldet.
Die meisten Ausbildungsstellen wurden für folgende Berufe gemeldet:
Kaufmann/-frau im Einzelhandel (410 Stellen)
Verkäufer/in (310 Stellen)
Kaufmann/-frau für Büromanagement (170 Stellen)
Zerspanungsmechaniker/in (110 Stellen)
Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik (90 Stellen)
Fachkraft – Lagerlogistik (80 Stellen)
Industriemechaniker/in (80 Stellen)
Elektroniker/in für Betriebstechnik (80 Stellen)
Bankkauffrau/-mann (80 Stellen)
Metallbauer/in – Konstruktionstechnik (70 Stellen)
Derzeit sind noch 2 500 Ausbildungsstellen zu besetzen.
Die meisten offenen Stellen gibt es derzeit in den Berufen:
Kaufmann/-frau im Einzelhandel (290 offene Ausbildungsstellen)
Verkäufer/in (210 offene Ausbildungsstellen)
Kaufmann/-frau Büromanagement (100 offene Ausbildungsstellen)
Zerspanungsmechaniker/in (80 Stellen)
Elektroniker/in für Energie-/Gebäudetechnik (70 offene Ausbildungsstel-len
Bankkauffrau/-mann (60 offene Ausbildungsstellen)
Industriemechaniker/in (60 offene Ausbildungsstellen)
Elektroniker/in für Betriebstechnik (60 offene Ausbildungsstellen)
Fachkraft – Lagerlogistik (60 offene Ausbildungsstellen)
Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (50 offene Ausbildungsstellen)
Förderangebote der Agentur für Arbeit und der Jobcenter
Die Agentur für Arbeit und die Jobcenter halten ein breit gefächertes Angebot bereit, um junge Menschen beim Berufseinstieg oder auch während der Berufsausbildung zu unterstützen und zu begleiten. Hierzu zählen zum Beispiel die Assistierte Ausbildung, Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen oder die Einstiegsqualifizierung. In diesem Jahr stehen hierfür insgesamt 7,6 Millionen Euro zur Verfügung.
Kontaktaufnahme zur Berufsberatung vor Ort
Jugendliche und Unternehmen können jederzeit Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen. Jugendliche, die noch eine Berufsausbildungsstelle suchen, können sich unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 an die Agentur für Arbeit wenden.
Arbeitgeber, die gerne Berufsausbildungsstellen melden möchten, erreichen den Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20.