Das Berufsberatungsjahr beginnt jährlich im Oktober und endet im September des darauffolgenden Jahres. Nach sechs Monaten ziehen wir eine Zwischenbilanz. Seit Oktober 2025 haben 14 400 Jugendliche die Berufsberatung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet. Das waren 400 oder 2,9 Prozent weniger als im letzten Jahr.
Dem Arbeitgeberservice der Agenturen für Arbeit und den Jobcentern in den gemeinsamen Einrichtungen wurden 17 300 Ausbildungsstellen gemeldet*.
Ergebnisse im Einzelnen:
Nachfrage nach Ausbildung
Von Oktober 2025 bis März 2026 haben rund 14 400 Jugendliche die Agentur für Arbeit oder eines der Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Anspruch genommen. Das waren 400 oder 2,9 Prozent Bewerberinnen und Bewerber weniger als zwölf Monate zuvor.
Mehr Männer als Frauen hatten sich für einen Ausbildungsplatz interessiert. 8 900 männliche Bewerber wurden gezählt und 5 500 Frauen.
47,0 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber werden die Schule in diesem Jahr verlassen, die restlichen sind bereits in früheren Jahren von der Schule abgegangen.
„Unverändert konzentriert sich ein Großteil der jungen Frauen auf nur zehn Ausbildungsberufe. Unter diesen Top-Berufen findet sich kein einziger naturwissenschaftlicher oder technischer Beruf. Daher ist es wichtig, dass unsere Berufsberaterinnen und -berater sowie die Beauftragten für Chancengleichheit immer wieder auf die große Vielfalt der Möglichkeiten hinweisen. Am 23. April findet der diesjährige Girls`Day statt. An diesem Tag lernen junge Frauen Berufe oder Studienfächer kennen, in denen der Frauenanteil unter 40 Prozent liegt, wie zum Beispiel in den Bereichen IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik. Parallel dazu haben Jungen im Rahmen des Boys`Day die Möglichkeit, Berufe kennenzulernen, in denen Männer immer noch unterrepräsentiert sind, vor allem Berufe aus dem sozialen, erzieherischen und pflegerischen Bereich“, sagt Walter Hüther, Geschäftsführer der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.
52,9 Prozent der Frauen konzentrierten sich auf diese zehn Berufe:
Kauffrau für Büromanagement
Medizinische Fachangestellte
Verkäuferin
Friseurin
Zahnmedizinische Fachangestellte
Kauffrau im Einzelhandel
Industriekauffrau
Verwaltungsfachangestellte für Kommunalverwaltung
Bankkauffrau
Tiermedizinische Fachangestellte
Bei den Männern interessierten sich 42,2 Prozent für die folgenden Berufe:
Kfz.mechatroniker für PKW-Technik
Anlagenmechaniker für Sanitär-/Heizung- und Klimatechnik
Fachinformatiker - Systemintegration
Verkäufer
Kaufmann für Büromanagement
Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik
Fachinformatiker – Anwendungsentwicklung
Industriemechaniker
Fachlagerist
Tischler
Bislang gaben 1 600 Bewerberinnen und Bewerber an, einen Ausbildungsplatz gefunden zu haben. 650 entschieden sich für einen weiteren Schulbesuch, ein Studium oder ein Praktikum. Weiterhin auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle sind 9 400 Frauen und Männer.
Das Angebot an Ausbildungsstellen
In den ersten sechs Monaten wurden dem Arbeitgeberservice der Agenturen für Arbeit und den Jobcentern in den gemeinsamen Einrichtungen 17 300 Ausbildungsstellen gemeldet.
Die meisten Ausbildungsstellen wurden für folgende Berufe gemeldet:
Kaufmann/-frau im Einzelhandel (2 060 Stellen)
Verkäufer/in (1 600 Stellen)
Kaufmann/-frau für Büromanagement (680 Stellen)
Industriekauffrau/-mann (490 Stellen)
Fachkraft – Lagerlogistik (470 Stellen)
Industriemechaniker/in (400 Stellen)
Fachwirt/in – Handel (390 Stellen)
Elektroniker/in für Betriebstechnik (370 Stellen)
Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik (330 Stellen)
- Anlagenmechaniker für Sanitär-/Heizung- und Klimatechnik (320 Stellen)
Derzeit sind noch 10 900 Ausbildungsstellen zu besetzen.
Die meisten offenen Stellen gibt es derzeit in den Berufen:
Kaufmann/-frau im Einzelhandel (1 430 offene Ausbildungsstellen)
Verkäufer/in (1 090 offene Ausbildungsstellen)
Kaufmann/-frau Büromanagement (380 offene Ausbildungsstellen)
Fachkraft – Lagerlogistik (340 offene Ausbildungsstellen)
Industriekauffrau/-mann (300 offene Ausbildungsstellen)
Industriemechaniker/in (220 offene Ausbildungsstellen)
Anlagenmechaniker/in für Sanitär-/Heizung- und Klimatechnik (220 offene Ausbildungsstellen)
Elektroniker/in für Betriebstechnik (220 offene Ausbildungsstellen)
Fachwirt/in – Handel (220 offene Ausbildungsstellen)
Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik (220 offene Ausbildungsstellen)
Förderangebote der Agenturen für Arbeit und der Jobcenter
Die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter halten ein breit gefächertes Angebot bereit, um junge Menschen beim Berufseinstieg oder auch während der
Berufsausbildung zu unterstützen und zu begleiten. Hierzu zählen zum Beispiel die Assistierte Ausbildung, Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen oder die Einstiegsqualifizierung. In diesem Jahr stehen hierfür insgesamt 44,4 Millionen Euro zur Verfügung.
Kontaktaufnahme zur Berufsberatung vor Ort
Jugendliche und Unternehmen können jederzeit Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen. Jugendliche, die noch eine Berufsausbildungsstelle suchen, können sich unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 an die Agentur für Arbeit wenden.
Arbeitgeber, die gerne Berufsausbildungsstellen melden möchten, erreichen den Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20.