Der saarländische Arbeitsmarkt im Dezember 2025 und Rückblick auf das Jahr 2025

Arbeitslosigkeit im Dezember leicht gestiegen
 

Weniger offene Arbeitsstellen als ein Jahr zuvor
 

Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag unter dem Vorjahresniveau

07.01.2026 | Presseinfo Nr. 2

Im letzten Monat des Jahres 2025 waren etwas mehr Menschen im Saarland arbeitslos als vier Wochen zuvor. Die Zahl der offenen Arbeitsstellen lag unter dem Vorjahreswert und weniger Menschen waren in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Dezember 38 200 Frauen und Männer arbeitslos, 100 oder 0,2 Prozent mehr als einen Monat zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 500 oder 1,4 Prozent arbeitslose Menschen mehr gezählt.

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag unverändert bei 7,2 Prozent. Zwölf Monate zuvor betrug sie 7,1 Prozent.

„Im Dezember ist die Arbeitslosigkeit im Saarland nur leicht gestiegen. Mit rund 100 arbeitslosen Menschen mehr stieg die Arbeitslosigkeit weniger stark an als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Konjunkturelle und strukturelle Einflüsse bewirkten jedoch, dass die Arbeitslosigkeit im Dezember vergleichsweise hoch lag“, sagt Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Ungünstig entwickelte sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, die seit fast zwei Jahren den Vorjahreswert unterschritt.“

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Dezember bei 48 100 Personen. Das waren 2 000 oder 3,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 

 

Bewegungen am Arbeitsmarkt

Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

Seit Jahresbeginn haben sich 29 500 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet. Dies waren 900 oder 3,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.

24 800 Personen konnten von Januar bis Dezember die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 2 100 oder 9,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im letzten Monat des Jahres waren 7 200 offene Arbeitsstellen registriert, 600 oder 7,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (1 190), im Gesundheits- und Sozialwesen (1 100), im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (1 010), im Verarbeitenden Gewerbe (870) sowie im Handel (850) gemeldet.

 

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Saarland im Oktober 2025 – das ist der derzeit aktuellste Datenstand – mit 390 700 Beschäftigten 0,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung auf dem Vorjahreswert.

Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten im Saarland vor allem das Gesundheitswesen (plus 400 auf 36 700), die öffentliche Verwaltung (plus 800 auf 28 200), die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (plus 600 auf 27 600) sowie der Bereich Erziehung und Unterricht (plus 700 auf 16 400).

Ein Rückgang war insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (minus 4 400 auf 81 700) und im Handel (minus 700 auf 52 200) erkennbar.

 

Kurzarbeit

Im Dezember reichten rund 30 Unternehmen Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit ein. Die Anzeigen bezogen sich auf 300 Beschäftigte.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im September 70 Betriebe für 1 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit umgesetzt.

 

Rückblick auf das Jahr 2025

 

„Im Jahr 2025 wurde die konjunkturelle und strukturelle Krise am saarländischen Arbeitsmarkt deutlich. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist deutlich gestiegen. Betroffen von diesem Anstieg waren alle Personengruppen. Mit einem Anstieg von 7,2 Prozent waren insbesondere jüngere Menschen betroffen. Daher muss es unverändert unser Ziel bleiben, präventiv und frühzeitig anzusetzen, um junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf bestmöglich zu unterstützen. Unser Anspruch lautet: Niemand darf verloren gehen – unabhängig von seinen oder ihren Startbedingungen. Unsere Berufsberaterinnen und -berater beraten und unterstützen die jungen Menschen ganz individuell“, berichtet Heidrun Schulz.

 

Die Entwicklung im Einzelnen:

Arbeitslosigkeit

Im Jahr 2025 wurden 39 300 arbeitslose Menschen gezählt, 2 000 oder 5,5 Prozent mehr als im Jahr 2024.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit erfolgte insbesondere im Bereich der Arbeitslosenversicherung. Hier waren 13 300 Arbeitslose registriert. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 1 600 oder 13,6 Prozent mehr. Im Bereich der Grundsicherung waren 400 Personen mehr arbeitslos (plus 1,8 Prozent). Insgesamt waren im Bereich der Grundsicherung 26 000 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet.

Bei den Männern stieg die Arbeitslosigkeit um 1 400 oder 6,7 Prozent an. Im Jahresdurchschnitt waren im Jahr 2025 22 500 Männer arbeitslos. 16 800 arbeitslose Frauen wurden gezählt, 600 oder 4,0 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Jugendarbeitslosigkeit wuchs um 7,2 Prozent (plus 200) auf rund 3 200 Personen.

Bei den älteren Arbeitslosen war ein Anstieg um 800 oder 5,8 Prozent zu verzeichnen. Im Jahresdurchschnitt waren 13 900 Menschen über 50 Jahre arbeitslos.

14 500 Menschen mit einem ausländischen Pass waren im letzten Jahr arbeitslos gemeldet. Dies waren 600 oder 4,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Langzeitarbeitslosigkeit stieg um 500 Personen auf 13 800 an (plus 4,0 Prozent).

 

Arbeitskräftenachfrage

Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen ging im Jahr 2025 deutlich zurück. Im Jahresdurchschnitt wurden 8 000 offene Stellen gezählt. Dies waren 800 oder 9,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.