Im April ist die Arbeitslosigkeit im Saarland leicht gestiegen. Betriebe meldeten weniger Arbeitsstellen und die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag unter dem Vorjahresniveau.
Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im April 39 600 Frauen und Männer arbeitslos, 300 oder 0,8 Prozent mehr als einen Monat zuvor. Im Vorjahresvergleich war ein minimaler Anstieg um 30 Arbeitslose (plus 0,1 Prozent) zu verzeichnen.
Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 7,5 Prozent. Vor vier Wochen betrug sie 7,4 Prozent und vor einem Jahr ebenfalls 7,4 Prozent.
„Die Arbeitslosigkeit verharrt auf hohem Niveau. Mehr Arbeitslose in einem April-Monat wurden zuletzt im Jahr 2010 gezählt. Die geopolitischen Risiken machen sich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar“, sagt Walter Hüther, Chef der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland. „Wir müssen die weitere Entwicklung abwarten. Je länger der Konflikt im Nahen Osten andauert, umso größer werden die Beeinträchtigungen auf dem Arbeitsmarkt sein.“
Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im April bei 49 200 Personen. Das waren 1 700 oder 3,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Bewegungen am Arbeitsmarkt
Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.
Seit Jahresbeginn haben sich 10 200 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 200 Personen oder 1,6 Prozent weniger.
7 800 Personen konnten seit Jahresbeginn die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 400 oder 5,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Seit Jahresbeginn meldeten Unternehmen 6 000 neue Arbeitsstellen, 1 400 Stellen weniger als im Vorjahr. Insgesamt waren im April 7 600 offene Arbeitsstellen registriert, 900 Stellen oder 10,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (1 300), im Gesundheits- und Sozialwesen (1 140), im Verarbeitenden Gewerbe (1 080), im Handel (860) sowie im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (810) gemeldet.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Saarland im Februar 2026 – das ist der derzeit aktuellste Datenstand – mit 386 400 Beschäftigten 1,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 0,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten im Saarland vor allem das Gesundheitswesen (plus 400 auf 36 600), die öffentliche Verwaltung (plus 1 400 auf 28 600), die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (plus 600 auf 27 600) sowie der Bereich Erziehung und Unterricht (plus 300 auf 16 000).
Ein Rückgang war insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (minus 5 700 auf 77 800) sowie im Handel (minus 900 auf 51 500) erkennbar.
Konjunkturelle Kurzarbeit
Im April reichten 25 Unternehmen Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit ein. Die Anzeigen bezogen sich auf 430 Beschäftigte. Im März waren es 30 Anzeigen für 360 Beschäftigte.
Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Januar 2026 60 Betriebe für 1 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konjunkturelle Kurzarbeit umgesetzt.
Der saarländische Ausbildungsmarkt im April
Seit Beginn des Beratungsjahres im Oktober 2025 haben 3 300 saarländische Jugendliche die Agentur für Arbeit oder eines der Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Anspruch genommen. Dies waren 400 oder 10,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 3 800 Ausbildungsstellen1 wurden bislang gemeldet.
Derzeit sind noch 1 900 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. 2 400 offene Ausbildungsplätze sind registriert.
„Unser Anspruch ist es, junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf individuell zu unterstützen, denn dieser Übergang ist entscheidend für den beruflichen Lebensweg. Durch die Präsenz unserer Berufsberaterinnen und -berater an den Schulen mit berufsorientierenden Veranstaltungen, Sprechzeiten und individueller Beratung erreichen wir Schülerinnen und Schüler schneller und besser“, betont Hüther.
Jugendliche und Unternehmen können jederzeit Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen. Jugendliche, die noch eine Berufsausbildungsstelle suchen, können sich unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 an die Agentur für Arbeit wenden.
Arbeitgeber, die gerne Berufsausbildungsstellen melden möchten, erreichen den Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20.
Hinweis zur Untererfassung gemeldeter Ausbildungsstellen
Aufgrund prozessualer Umstellungen kam es zu einer Untererfassung in der statistischen Abbildung gemeldeter Ausbildungsstellen. Eine umfassende Korrektur der Daten erfolgt – auch rückwirkend – bis voraussichtlich Juni/Juli.