Der saarländische Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Mai 2026

Weniger Arbeitslose im Saarland
Kräftenachfrage der Unternehmen ist in den letzten vier Wochen gestiegen
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag unter dem Vorjahreswert
Noch 1 900 junge Menschen sind auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle

29.05.2026 | Presseinfo Nr. 28

Im Mai wurden weniger arbeitslose Menschen im Saarland gezählt. Die Nachfrage der Betriebe nach Beschäftigten ist gestiegen. Unverändert lag die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten unter dem Vorjahresniveau.

Nach Angaben der Regionadirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Mai 39 000 Frauen und Männer arbeitslos, 600 oder 1,5 Prozent weniger als einen Monat zuvor. Im Vorjahresvergleich war ein Rückgang um 200 Arbeitslose (minus 0,5 Prozent) zu verzeichnen.

Die Arbeitslosenquote* – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 7,3 Prozent. Vor vier Wochen betrug sie 7,5 Prozent und vor einem Jahr 7,4 Prozent.

„Der Mai bringt etwas Entlastung, aber noch keine Entwarnung. Die Arbeitslosigkeit im Saarland ist gesunken und die Betriebe haben mehr Stellen gemeldet. Gleichzeitig lag der Stellenbestand gut neun Prozent unter dem Vorjahreswert und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist seit Monaten rückläufig“, sagt Benjamin Wehbring, Geschäftsführer Operativ der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Mai bei 48 900 Personen. Das waren 1 400 oder 2,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 

Bewegungen am Arbeitsmarkt

Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

Seit Jahresbeginn haben sich 12 400 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 200 Personen oder 1,4 Prozent weniger.

9 900 Personen konnten seit Jahresbeginn die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 400 oder 4,0 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Im Mai meldeten Unternehmen 1 700 neue Arbeitsstellen, 300 Stellen oder 22,6 Prozent mehr als im April. Insgesamt waren im Mai 7 600 offene Arbeitsstellen registriert, 800 Stellen oder 9,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (1 230), im Verarbeitenden Gewerbe (1 230), im Gesundheits- und Sozialwesen (1 180), im Handel (850) sowie im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (820) gemeldet.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Saarland im März 2026 – das ist der derzeit aktuellste Datenstand – mit 384 900 Beschäftigten 0,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten im Saarland vor allem das Gesundheitswesen (plus 400 auf 36 600), das Sozialwesen (plus 1 200 auf 33 300), die öffentliche Verwaltung (plus 1 100 auf 28 500), die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (plus 600 auf 27 600) sowie der Bereich Erziehung und Unterricht (plus 400 auf 16 100).

Ein Rückgang war insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (minus 5 300 auf 77 900) sowie im Handel (minus 1 000 auf 51 400) erkennbar.

Konjunkturelle Kurzarbeit

Im Mai reichten 20 Unternehmen Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit ein. Die Anzeigen bezogen sich auf 300 Beschäftigte. Im April waren es 30 Anzeigen für 600 Beschäftigte.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Februar 2026 60 Betriebe für 1 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konjunkturelle Kurzarbeit umgesetzt.

Der saarländische Ausbildungsmarkt im Mai

Seit Beginn des Beratungsjahres im Oktober 2025 haben 3 700 saarländische Jugendliche die Agentur für Arbeit oder eines der Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Anspruch genommen. Dies waren 300 oder 8,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 4 000 Ausbildungsstellen wurden bislang gemeldet.

Derzeit sind noch 1 900 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. 2 200 offene Ausbildungsplätze sind registriert.

„Es ist noch nicht zu spät für einen Ausbildungsplatz. Im Saarland sind noch viele Ausbildungsstellen offen und zugleich suchen noch viele junge Menschen. Jetzt kommt es darauf an, schnell zusammenzubringen, was zusammenpassen kann. Ich ermutige Jugendliche, Kontakt zur Berufsberatung aufzunehmen und Betriebe, offene Ausbildungsstellen weiterhin zu melden“, erläutert Wehbring.

Jugendliche und Unternehmen können jederzeit Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen. Jugendliche, die noch eine Berufsausbildungsstelle suchen, können sich unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 an die Agentur für Arbeit wenden.

Arbeitgeber, die gerne Berufsausbildungsstellen melden möchten, erreichen den Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20.

  1. Hinweis zur Untererfassung gemeldeter Ausbildungsstellen

    Aufgrund prozessualer Umstellungen kam es zu einer Untererfassung in der statistischen Abbildung gemeldeter Ausbildungsstellen. Eine umfassende Korrektur der Daten erfolgt – auch rückwirkend – bis voraussichtlich Juni/Juli.