Im Juni ist die Zahl der arbeitslosen Menschen leicht gesunken. Die Nachfrage der Betriebe nach Beschäftigten ist zurückgegangen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag unverändert unter dem Vorjahreswert.
Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Juni 38 800 Frauen und Männer arbeitslos, 100 oder 0,3 Prozent weniger als einen Monat zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 300 Arbeitslose weniger gezählt (minus 0,8 Prozent).
Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 7,3 Prozent. Vor vier Wochen betrug sie ebenfalls 7,3 Prozent und vor einem Jahr 7,4 Prozent.
„Der Arbeitsmarkt im Saarland zeigt Schwäche. Seit Jahresbeginn verzeichnen wir ein deutliches Minus an gemeldeten offenen Arbeitsstellen. Der Rückgang der Kräftenachfrage zum Vorjahr lag bei 14,5 Prozent“, sagt Walter Hüther, Chef der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Mit Sorgen blicke ich auf die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Im Vergleich zum Vorjahr sind fast 4 000 Personen weniger in Beschäftigung. In keinem anderen westdeutschen Bundesland ist der Rückgang so deutlich.“
Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Juni bei 48 600 Personen. Das waren 1 200 oder 2,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Bewegungen am Arbeitsmarkt
Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.
Seit Jahresbeginn haben sich 14 400 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 300 Personen oder 1,8 Prozent weniger.
11 700 Personen konnten seit Jahresbeginn die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 400 oder 3,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Seit Jahresbeginn meldeten Betriebe 9 300 neue Arbeitsstellen, 1 600 Stellen oder 14,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Insgesamt waren im Juni 7 700 offene Arbeitsstellen registriert, 400 Stellen oder 4,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die meisten Stellen waren im Gesundheits- und Sozialwesen (1 220), im Verarbeitenden Gewerbe (1 190), in der Zeitarbeit (1 140), im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (890) sowie im Handel (860) gemeldet.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Saarland im April 2026 – das ist der derzeit aktuellste Datenstand – mit 384 700 Beschäftigten 1,0 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten im Saarland vor allem das Gesundheitswesen (plus 400 auf 36 500), das Sozialwesen (plus 1 200 auf 33 400), die öffentliche Verwaltung (plus 1 100 auf 28 600), die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (plus 700 auf 27 700) sowie der Bereich Erziehung und Unterricht (plus 300 auf 16 100).
Ein Rückgang war insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (minus 5 500 auf 77 600) sowie im Handel (minus 1 100 auf 51 300) erkennbar.
Konjunkturelle Kurzarbeit
Im Juni reichten 20 Unternehmen Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit ein. Die Anzeigen bezogen sich auf 200 Beschäftigte. Im Mai waren es 30 Anzeigen für 400 Beschäftigte.
Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im März 2026 60 Betriebe für 1 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konjunkturelle Kurzarbeit umgesetzt.
Der saarländische Ausbildungsmarkt im Juni
Seit Beginn des Beratungsjahres im Oktober 2025 haben rund 4 000 saarländische Jugendliche die Agentur für Arbeit oder eines der Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Anspruch genommen. Dies waren 300 oder 7,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 4 200 Ausbildungsstellen1 wurden bislang gemeldet.
Derzeit sind noch 1 800 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. 2 000 offene Ausbildungsplätze sind registriert.
„Jugendlichen, die zum jetzigen Zeitpunkt noch unentschlossen sind, rate ich zum Praktikum während der Sommerferien. In dieser Zeit sammeln die jungen Frauen und Männer praktische Berufserfahrung und können somit feststellen, welcher Beruf zu ihnen passt. Auch zum jetzigen Zeitpunkt ist der Abschluss eines Ausbildungsvertrages noch möglich. Unsere Berufsberaterinnen und -berater helfen gerne weiter“, sagt Walter Hüther.
Jugendliche und Unternehmen können jederzeit Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen. Jugendliche, die noch eine Berufsausbildungsstelle suchen, können sich unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 an die Agentur für Arbeit wenden.
Arbeitgeber, die gerne Berufsausbildungsstellen melden möchten, erreichen den Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20.
Hinweis zur Untererfassung gemeldeter Ausbildungsstellen
Aufgrund prozessualer Umstellungen kam es zu einer Untererfassung in der statistischen Abbildung gemeldeter Ausbildungsstellen. Eine umfassende Korrektur der Daten erfolgt – auch rückwirkend – bis voraussichtlich Juli.