Im Juni ist die Zahl der arbeitslosen Menschen leicht gestiegen. Die Nachfrage der Betriebe nach Beschäftigten ist zurückgegangen und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag auf dem Vorjahreswert.
Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Juni 126 800 Frauen und Männer arbeitslos, 300 oder 0,2 Prozent mehr als einen Monat zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2 200 Arbeitslose mehr gezählt (plus 1,8 Prozent).
Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 5,5 Prozent. Vor vier Wochen betrug sie ebenfalls 5,5 Prozent und vor einem Jahr 5,4 Prozent.
„Der Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz zeigt Schwäche. Wir verzeichnen die höchste Juni-Arbeitslosigkeit seit dem Jahr 2009. Die Unternehmen zeigen sich bei der Meldung neuer Stellen zurückhaltend und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stagniert“, sagt Walter Hüther, Chef der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.
Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Juni bei 156 600 Personen. Das waren 2 100 oder 1,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Bewegungen am Arbeitsmarkt
Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.
Seit Jahresbeginn haben sich 59 800 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 900 Personen oder 1,5 Prozent mehr.
48 100 Personen konnten seit Jahresbeginn die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 1 000 oder 2,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
In den vergangenen vier Wochen meldeten Betriebe 5 600 neue Arbeitsstellen, 1 400 Stellen oder 19,7 Prozent weniger als im Mai. Insgesamt waren im Juni
33 100 offene Arbeitsstellen registriert, 700 Stellen oder 2,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (5 550), im Handel (4 590), im Gesundheits- und Sozialwesen (4 090), im Verarbeitenden Gewerbe (3 890) sowie im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (3 020) gemeldet.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag in Rheinland-Pfalz im April 2026 – das ist der derzeit aktuellste Datenstand – mit 1 487 400 Beschäftigten auf dem Vorjahreswert. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten in Rheinland-Pfalz vor allem das Gesundheitswesen (plus 2 400 auf 132 100), das Sozialwesen (plus 2 400 auf 121 400), die öffentliche Verwaltung (plus 2 100 auf 109 600) sowie die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (plus 1 600 auf 54 600).
Ein Rückgang war insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (minus 6 600 auf 298 400) sowie im Handel (minus 2 800 auf 200 200) erkennbar.
Konjunkturelle Kurzarbeit
Im Juni reichten 60 Unternehmen Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit ein. Die Anzeigen bezogen sich auf 1 200 Beschäftigte. Im Mai waren es 80 Anzeigen für
1 900 Beschäftigte.
Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im März 2026 200 Betriebe für 5 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konjunkturelle Kurzarbeit umgesetzt.
Der rheinland-pfälzische Ausbildungsmarkt im Juni
Seit Beginn des Beratungsjahres im Oktober 2025 haben rund 18 000 Jugendliche die Agenturen für Arbeit oder eines der Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Anspruch genommen. Dies waren 900 oder 4,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 19 700 Ausbildungsstellen1 wurden bislang gemeldet.
Derzeit sind noch 7 700 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. 8 600 offene Ausbildungsplätze sind registriert.
„Jugendlichen, die zum jetzigen Zeitpunkt noch unentschlossen sind, rate ich zum Praktikum während der Sommerferien. In dieser Zeit sammeln die jungen Frauen und Männer praktische Berufserfahrung und können somit feststellen, welcher Beruf zu ihnen passt. Auch zum jetzigen Zeitpunkt ist der Abschluss eines Ausbildungsvertrages noch möglich. Unsere Berufsberaterinnen und -berater helfen gerne weiter“, sagt Walter Hüther.
Jugendliche und Unternehmen können jederzeit Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen. Jugendliche, die noch eine Berufsausbildungsstelle suchen, können sich unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 an die Agentur für Arbeit wenden.
Arbeitgeber, die gerne Berufsausbildungsstellen melden möchten, erreichen den Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20.
Hinweis zur Untererfassung gemeldeter Ausbildungsstellen
Aufgrund prozessualer Umstellungen kam es zu einer Untererfassung in der statistischen Abbildung gemeldeter Ausbildungsstellen. Eine umfassende Korrektur der Daten erfolgt – auch rückwirkend – bis voraussichtlich Juli.