Der saarländische Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Juli 2026

Mehr arbeitslose Menschen im Saarland
Weniger sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
1 700 Ausbildungsstellen warten noch auf die passende Bewerberin bzw. den passenden Bewerber

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 34

Im Juli ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Insbesondere mehr junge Menschen waren arbeitslos. Die Kräftenachfrage der Unternehmen ist seit Jahresbeginn rückläufig und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag unverändert unter dem Vorjahreswert.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Juli 40 100 Frauen und Männer arbeitslos, 1 300 oder 3,3 Prozent mehr als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 50 arbeitslose Menschen weniger gezählt (minus 0,1 Prozent).

Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 7,6 Prozent. Vor vier Wochen betrug sie 7,3 Prozent und vor einem Jahr 7,6 Prozent.

„Wie saisonal üblich ist die Arbeitslosigkeit im Juli gestiegen. Besonders deutlich war der Anstieg bei Jüngeren. Im Vergleich zum Juni waren 330 junge Menschen mehr arbeitslos. Ein Plus von 10,2 Prozent. Dies ist insbesondere auf das Ende der Schul- und Berufsausbildung zurückzuführen. Diese jungen Frauen und Männer melden sich vorübergehend arbeitslos, bevor sie eine Anschlussbeschäftigung, eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen“, sagt Ulrike Mohrs, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Aber nicht nur bei den jungen Menschen zeigte sich ein Anstieg. Über alle Personengruppen hinweg ist die Arbeitslosigkeit gestiegen, wenn auch in geringerem Ausmaß. Hier macht sich die konjunkturelle Eintrübung am Arbeitsmarkt bemerkbar.“

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Juli bei 49 300 Personen. Das waren 1 000 oder 1,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 

Bewegungen am Arbeitsmarkt

Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

Seit Jahresbeginn haben sich 17 400 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 10 Personen oder 0,1 Prozent weniger.

13 700 Personen konnten seit Jahresbeginn die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 500 oder 3,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Seit Jahresbeginn meldeten Betriebe 11 000 neue Arbeitsstellen, 1 700 Stellen oder 13,6 Prozent weniger als im Vorjahr.  Insgesamt waren im Juli 7 400 offene Arbeitsstellen registriert, 900 Stellen oder 10,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die meisten Stellen waren im Gesundheits- und Sozialwesen (1 150), in der Zeitarbeit (1 050), im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (980), im Verarbeitenden Gewerbe (910) sowie im Handel (830) gemeldet. 

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Saarland im Mai 2026 – das ist der derzeit aktuellste Datenstand – mit 384 500 Beschäftigten 0,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten im Saarland vor allem das Gesundheitswesen (plus 300 auf 36 400), das Sozialwesen (plus 1 100 auf 33 300), die öffentliche Verwaltung (plus 1 000 auf 28 600), die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (plus 500 auf 27 700) sowie der Bereich Erziehung und Unterricht (plus 300 auf 16 100).

Ein Rückgang war insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (minus 5 100 auf 77 600) sowie im Handel (minus 1 000 auf 51 100) erkennbar. 

Konjunkturelle Kurzarbeit

Im Juli reichten rund 20 Unternehmen Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit ein. Die Anzeigen bezogen sich auf 600 Beschäftigte. Im Juni waren es 20 Anzeigen für 500 Beschäftigte.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im April 2026 60 Betriebe für 1 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konjunkturelle Kurzarbeit umgesetzt. 

Der saarländische Ausbildungsmarkt im Juli

Seit Beginn des Beratungsjahres im Oktober 2025 haben rund 4 200 saarländische Jugendliche die Agentur für Arbeit oder eines der Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Anspruch genommen. Dies waren 400 oder 8,0 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 

4 500 Ausbildungsstellen wurden bislang gemeldet, 1 100 oder 20,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Derzeit sind noch 1 500 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. 1 700 offene Ausbildungsplätze sind registriert.

„Rein statistisch gesehen kommen auf 100 unbesetzte Berufsausbildungsstellen 91 Bewerberinnen und Bewerber“, sagt Ulrike Mohrs. „Auch zum jetzigen Zeitpunkt können noch Ausbildungsverträge abgeschlossen werden. Es ist noch nicht zu spät. Ich ermutige die jungen Frauen und Männer, die noch auf der Suche sind, Kontakt zu unserer Berufsberatung aufzunehmen.“

Jugendliche und Unternehmen können jederzeit Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen. Jugendliche, die noch eine Berufsausbildungsstelle suchen, können sich unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 an die Agentur für Arbeit wenden.

Arbeitgeber, die gerne Berufsausbildungsstellen melden möchten, erreichen den Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20.