Der rheinland-pfälzische Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Juli 2026

Mehr arbeitslose Menschen in Rheinland-Pfalz
Etwas weniger sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
7 700 Ausbildungsstellen warten noch auf die passende Bewerberin bzw. den passenden Bewerber

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 35

Im Juli ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Insbesondere mehr junge Menschen waren arbeitslos. Seit Jahresbeginn fragen etwas mehr Unternehmen Arbeitskräfte nach. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag leicht unter dem Vorjahreswert.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Juli 130 500 Frauen und Männer arbeitslos, 3 700 oder 2,9 Prozent mehr als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2 400 arbeitslose Menschen mehr gezählt (plus 1,9 Prozent).

Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 5,7 Prozent. Vor vier Wochen betrug sie 5,5 Prozent und vor einem Jahr 5,6 Prozent.

„Wie saisonal üblich ist die Arbeitslosigkeit im Juli gestiegen. Besonders deutlich war der Anstieg bei Jüngeren. Im Vergleich zum Juni waren 1 400 junge Menschen mehr arbeitslos. Ein Plus von 10,6 Prozent. Dies ist insbesondere auf das Ende der Schul- und Berufsausbildung zurückzuführen. Diese jungen Frauen und Männer melden sich vorübergehend arbeitslos, bevor sie eine Anschlussbeschäftigung, eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen“, sagt Ulrike Mohrs, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Aber nicht nur bei den jungen Menschen zeigte sich ein Anstieg. Über alle Personengruppen hinweg ist die Arbeitslosigkeit gestiegen, wenn auch in geringerem Ausmaß. Hier macht sich die konjunkturelle Eintrübung am Arbeitsmarkt bemerkbar.“

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Juli bei 158 700 Personen. Das waren 2 400 oder 1,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 

 

Bewegungen am Arbeitsmarkt

Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

Seit Jahresbeginn haben sich 70 400 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 1 200 Personen oder 1,7 Prozent mehr.

55 600 Personen konnten seit Jahresbeginn die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 1 100 oder 2,0 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Seit Jahresbeginn meldeten Betriebe 42 500 neue Arbeitsstellen, 300 Stellen oder 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr.  Insgesamt waren im Juli 33 000 offene Arbeitsstellen registriert, 400 Stellen oder 1,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (5 590), im Handel (4 800), im Gesundheits- und Sozialwesen (3 990), im Verarbeitenden Gewerbe (3 840) sowie im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (3 030) gemeldet. 

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag in Rheinland-Pfalz im Mai 2026 – das ist der derzeit aktuellste Datenstand – mit 1 487 100 Beschäftigten 0,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten in Rheinland-Pfalz vor allem das Gesundheitswesen (plus 2 500 auf 132 100), das Sozialwesen (plus 2 600 auf 121 400), die öffentliche Verwaltung (plus 1 800 auf 109 600), der Bereich Erziehung und Unterricht (plus 900 auf 69 600) sowie die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (plus 1 300 auf 54 600).

Ein Rückgang war insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (minus 7 200 auf 297 500) sowie im Handel (minus 3 200 auf 199 400) erkennbar.

Konjunkturelle Kurzarbeit

Im Juli reichten 50 Unternehmen Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit ein. Die Anzeigen bezogen sich auf 600 Beschäftigte. Im Juni waren es 80 Anzeigen für
1 400 Beschäftigte.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im April 2026 250 Betriebe für 4 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konjunkturelle Kurzarbeit umgesetzt.

Der rheinland-pfälzische Ausbildungsmarkt im Juli

Seit Beginn des Beratungsjahres im Oktober 2025 haben rund 18 700 Jugendliche die Agenturen für Arbeit oder eines der Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Anspruch genommen. Dies waren 1 100 oder 5,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 

21 100 Ausbildungsstellen wurden bislang gemeldet, 1 600 oder 7,0 Prozent weniger als im Vorjahr.

Derzeit sind noch 5 800 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. 7 700 offene Ausbildungsplätze sind registriert.

„Rein statistisch gesehen kommen auf 100 unbesetzte Berufsausbildungsstellen 76 Bewerberinnen und Bewerber“, sagt Ulrike Mohrs. „Auch zum jetzigen Zeitpunkt können noch Ausbildungsverträge abgeschlossen werden. Es ist noch nicht zu spät. Ich ermutige die jungen Frauen und Männer, die noch auf der Suche sind, Kontakt zu unserer Berufsberatung aufzunehmen.“

Jugendliche und Unternehmen können jederzeit Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen. Jugendliche, die noch eine Berufsausbildungsstelle suchen, können sich unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 an die Agentur für Arbeit wenden.

Arbeitgeber, die gerne Berufsausbildungsstellen melden möchten, erreichen den Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20.