Der rheinland-pfälzische Arbeits- und Ausbildungsmarkt im August 2026

Etwas weniger Arbeitslose in Rheinland-Pfalz

Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag leicht unter dem Vorjahreswert

4 200 Jugendliche sind noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz

28.08.2026 | Presseinfo Nr. 38

Im August ist die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz leicht gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr waren weniger offene Arbeitsstellen gemeldet. Auf dem Ausbildungsmarkt ist noch viel Bewegung.

Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im August 129 600 Frauen und Männer arbeitslos, 900 oder 0,7 Prozent weniger als im Juli dieses Jahres. Gegenüber dem Vorjahr war die Zahl der Arbeitslosen in RheinlandPfalz unverändert. 

Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 5,6 Prozent. Vor vier Wochen betrug sie 5,7 Prozent, vor einem Jahr betrug sie 5,6 Prozent.

„Die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz ist erstmals seit vier Jahren in einem August gegenüber dem Juli-Wert gesunken. Ebenso sind im Vergleich zum Vormonat weniger Menschen arbeitslos geworden und es konnten deutlich mehr Arbeitslose durch Aufnahme eines neuen Beschäftigungsverhältnisses die Arbeitslosigkeit beenden“, so Ulrike Mohrs, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im August bei 157 400 Personen. Das waren 500 oder 0,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 

Bewegungen am Arbeitsmarkt

Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.

Seit Jahresbeginn haben sich 80 700 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr waren dies 1 800 Personen oder 2,3 Prozent mehr.

64 400 Personen konnten seit Jahresbeginn die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 2 600 oder 4,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Insgesamt waren im August 32 600 offene Arbeitsstellen registriert, 400 Stellen oder 1,2 Prozent weniger als vier Wochen zuvor. Gegenüber dem Vorjahr wurden 200 Stellen weniger gezählt (minus 0,6 Prozent). Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (5 260), im Handel (4 740), im Verarbeitenden Gewerbe (3 990), im Gesundheits- und Sozialwesen (3 960), sowie im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (3 000) gemeldet. 

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag in Rheinland-Pfalz im Juni 2026 – das ist der derzeit aktuellste Datenstand – mit 1 483 400 Beschäftigten 0,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Bezogen auf Deutschland lag die Beschäftigung 0,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten in Rheinland-Pfalz vor allem das Gesundheitswesen (plus 2 300 auf 131 800), das Sozialwesen (plus 2 300 auf 121 000), die öffentliche Verwaltung (plus 1 600 auf 109 400) sowie der Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (plus 600 auf 91 000).

Ein Rückgang war insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (minus 8 200 auf 295 600) und im Handel (minus 2 400 auf 199 200) erkennbar. 

Konjunkturelle Kurzarbeit

Im August reichten 40 Unternehmen Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit ein. Die Anzeigen bezogen sich auf 700 Beschäftigte.

Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Mai 2026 240 Betriebe für 3 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konjunkturelle Kurzarbeit umgesetzt. 

Der rheinland-pfälzische Ausbildungsmarkt im August

Seit Beginn des Beratungsjahres im Oktober 2025 haben 19 300 Jugendliche die Agenturen für Arbeit oder eines der Jobcenter bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in Anspruch genommen. Dies waren 1 100 oder 5,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 21 800 Ausbildungsstellen wurden bislang gemeldet, 1 500 oder 6,5 Prozent weniger als zwölf Monate zuvor. 

Zurzeit sind noch 4 200 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, 300 bzw. 5,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Auf der anderen Seite sind noch 5 300 unbesetzte Ausbildungsstellen registriert. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 700 Stellen oder 11,3 Prozent weniger.

„Auch zum jetzigen Zeitpunkt können junge Menschen noch eine Ausbildung beginnen. Wer sich in den kommenden Wochen um eine Ausbildung bewirbt, hat weiter gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Ich appelliere an die jungen Frauen und Männer diese Chancen zu nutzen und Kontakt zu unseren Berufsberaterinnen und 
-beratern aufzunehmen. Diese unterstützen gerne bei der Realisierung individueller Ausbildungswünsche“, sagt Ulrike Mohrs.

Jugendliche und Unternehmen können jederzeit Kontakt zur Berufsberatung aufnehmen. Jugendliche, die noch eine Berufsausbildungsstelle suchen, können sich unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 00 an die Agentur für Arbeit wenden.

Arbeitgeber, die gerne Berufsausbildungsstellen melden möchten, erreichen den Arbeitgeber-Service unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20.