Die heutige Arbeitsmarktkonferenz der Bundesagentur für Arbeit stand unter dem Motto „Karriere & Care – Arbeitszeiten neu denken und als Unternehmen punkten“.
Mit einem wandelnden Arbeitsmarkt werden Arbeitszeitmodelle, die sich an den Bedarfen der Beschäftigten orientieren, zum entscheidenden Faktor für die Gewinnung von Fachkräften. Unternehmen, die darauf reagieren, stärken ihre Attraktivität und sichern sich somit wichtige Vorteile im Wettbewerb um dringend benötigte Fachkräfte.
100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik und Wirtschaft sind der Einladung gefolgt. Sie erhielten praxisnahe Einblicke in moderne Arbeitszeitmodelle und eine lebensphasenorientierte Arbeitsgestaltung.
„Dass so viele Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Kammern, Verbänden, Gewerkschaften und unseren Netzwerkorganisationen unserer Einladung gefolgt sind, zeigt: Das Thema bewegt. Und das ist gut so. Denn der Arbeitsmarkt verändert sich schneller als je zuvor – und mit ihm die Erwartungen der Menschen an gute Arbeit. Für mich ist diese Veranstaltung zugleich etwas Besonderes. Es ist meine erste größere öffentliche Veranstaltung als Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland. Deshalb freue ich mich sehr, dass ich heute mit so vielen engagierten Unternehmerinnen und Unternehmern sowie unseren langjährigen Partnerinnen und Partnern ins Gespräch kommen kann. Ich bin überzeugt: Gute Arbeitsmarktpolitik entsteht nicht am Schreibtisch. Sie entsteht im Austausch – mit den Menschen, die Verantwortung übernehmen, Arbeitsplätze schaffen, Beschäftigte qualifizieren und unsere Region jeden Tag ein Stück stärker machen“, betonte Ulrike Mohrs, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit in ihrer Eröffnungsrede.
Danach sprach Sabine Bätzing-Lichtenthäler, stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz und Ministerin für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend, ein Grußwort. Unternehmen stünden zunehmend vor der doppelten Herausforderung, sich in einer immer dynamischeren Wirtschaftswelt zukunftsstark aufzustellen und sich gleichzeitig als attraktive Arbeitgeber im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte zu positionieren. Die Arbeitsministerin betonte: „Mehr Zeitsouveränität durch moderne Arbeitszeitmodelle – für die Beschäftigten und die Betriebe – schaffen gerade für Frauen neue Möglichkeiten, ihr Fachkräftepotenzial voll zu entfalten. Deshalb braucht es mutige, sozialpartnerschaftliche Lösungen, die die Vereinbarkeit von Beruf, Familie, Pflege, Erholung und persönlicher Entfaltung gezielt verbessern.“
Prof. Dr. Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability in Ludwigshafen erläuterte in ihrem Impulsreferat die Bedeutung von Zeit als „zweiter Währung“.
Nach einer kurzen Pause und Networking referierte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, zum Thema „Fachkräfte sichern – Zukunftsfähigkeit sichern“. Sie betonte, dass die Fachkräftesicherung eine der entscheidenden Zukunftsfragen für Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Deutschland ist und erläuterte: „Bis 2035 werden wir gut 3 Millionen weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter haben. Und Unternehmen suchen schon jetzt händeringend nach qualifiziertem Personal. Die eine einfache Lösung gibt es dafür nicht. Es ist wichtig, das Thema Teilzeit anzugehen und Frauen stärker in den Arbeitsmarkt zu bringen. Genauso müssen wir aber auch junge Menschen gut ausbilden, Beschäftigte weiterbilden und gezielt Fachkräfte aus dem Ausland gewinnen. Auch KI kann ein Teil der Lösung sein: Ein kluger Einsatz von KI kann helfen – wenn sie unterstützend eingesetzt wird und Mitarbeitende mit ihrer Hilfe schneller zum Ziel kommen.“
Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion, an der Ulrike Mohrs, Sabine Kaiser (ESH/O – HR Operations BASF SE) und Oliver Schmitz (Beruf und Familie Service GmbH) teilnahmen.
Ulrike Mohrs verabschiedete die Gäste mit folgenden Worten: „Schon jetzt freue ich mich auf die Arbeitsmarktkonferenz im Jahr 2027. Solche Veranstaltungen sind wichtige Impulsgeber für eine gelungene Arbeitsmarktpolitik.“