Im Januar ist die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz gestiegen. Unternehmen meldeten weniger offene Arbeitsstellen und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag auf dem Vorjahreswert.
Nach Angaben der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland waren im Januar 133 900 Frauen und Männer arbeitslos, 8 600 oder 6,8 Prozent mehr als einen Monat zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 5 000 Personen oder 3,9 Prozent gestiegen.
Die Arbeitslosenquote - berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen – lag bei 5,8 Prozent. Im Dezember vergangenen Jahres betrug sie 5,5 Prozent und vor einem Jahr 5,6 Prozent.
„Zum Jahresbeginn ist die Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz gestiegen, allerdings weniger stark als im langjährigen Schnitt. Dies ist eine saisonübliche Entwicklung, da befristete Verträge auslaufen und witterungsbedingte Beschäftigungen wegfallen“, sagt Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit. „Insbesondere aus dem Handel, dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Baugewerbe und dem Gastgewerbe meldeten sich Menschen arbeitslos.“
Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Januar bei 160 800 Personen. Das waren 700 oder 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Bewegungen am Arbeitsmarkt
Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Menschen melden sich arbeitslos, andere beenden die Arbeitslosigkeit beispielsweise durch Aufnahme einer Beschäftigung.
Im Januar haben sich 14 300 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos gemeldet. Dies waren 900 oder 6,7 Prozent mehr als vor einem Jahr.
6 400 Personen konnten die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit wieder beenden, 500 oder 8,3 Prozent mehr als im Vorjahr.
In den letzten vier Wochen meldeten Betriebe 4 900 neue Arbeitsstellen, 1 100 oder 18,9 Prozent weniger als noch im Dezember. Insgesamt wurden 31 400 offene Arbeitsstellen gezählt. Die meisten Stellen waren in der Zeitarbeit (5 060), im Handel (4 230), im Gesundheits- und Sozialwesen (4 070), im Verarbeitenden Gewerbe
(3 620) sowie im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (3 320) gemeldet.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag in Rheinland-Pfalz im November 2025 – das ist der derzeit aktuellste Datenstand – mit 1 502 300 Beschäftigten auf dem Vorjahreswert. Auch in Deutschland entsprach die sozialversicherungspflichte Beschäftigung dem Vorjahresniveau.
Für einen Anstieg der Beschäftigung sorgten in Rheinland-Pfalz vor allem das Gesundheitswesen (plus 2 400 auf 132 700), das Sozialwesen (plus 2 200 auf 121 600), die öffentliche Verwaltung (plus 2 400 auf 109 700) sowie die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (plus 1 500 auf 91 800).
Ein Rückgang war insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (minus 6 500 auf 303 500), dem Handel (minus 2 000 auf 203 800) und der Zeitarbeit (minus 2 000 auf 23 400) erkennbar.
Kurzarbeit
Im Januar reichten rund 60 Unternehmen Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit ein. Die Anzeigen bezogen sich auf 1 050 Beschäftigte.
Die Anzeigen für Kurzarbeit bedeuten noch nicht deren Realisierung. Zunächst geht es um eine grundsätzliche Genehmigung für die nächsten Monate. Erst nach drei Monaten kann festgestellt werden, in welchem Umfang tatsächlich kurzgearbeitet wurde. Nach den aktuellsten Hochrechnungen haben im Oktober vergangenen Jahres 300 Betriebe für 5 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kurzarbeit umgesetzt.