Der sächsische Arbeitsmarkt im November 2025

Rückgang der Arbeitslosigkeit im November.

28.11.2025 | Presseinfo Nr. 23

Im November waren in Sachsen rund 146.000 Menschen arbeitslos gemeldet – rund 1.800 weniger als im Oktober. Die Arbeitslosenquote liegt damit weiterhin bei 6,8 Prozent. Sie ist die höchste Quote in einem November seit zehn Jahren.

„Im November ist die Arbeitslosigkeit gesunken, weil wieder viele Menschen Qualifizierungs- und Fördermaßnahmen beginnen konnten und deshalb nicht mehr als arbeitslos gelten. Diese Investitionen in die Menschen sind Investitionen in die Zukunft. Fachkräfte werden gebraucht und haben weiterhin gute Jobchancen – über 80 Prozent der 31.000 Arbeitsstellen sind für qualifizierte Arbeitskräfte gemeldet“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Arbeitslosenzahl im November 2025: 

145.858

Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (147.651):

-1.793 oder -1,2 Prozent

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (138.468): 

+7.390 oder +5,3 Prozent 

Arbeitslosenquote im November 2025: 

6,8 Prozent

Arbeitslosigkeit: Rund 146.000 Arbeitslose in Sachsen

Die dreizehn sächsischen Jobcenter betreuten 91.712 arbeitslose Frauen und Männer (62,9 Prozent) und die elf sächsischen Agenturen für Arbeit unterstützten im November insgesamt 54.146 arbeitslose Menschen (37,1 Prozent).

In den Jobcentern sank die Arbeitslosigkeit im Monatsverlauf um 1.158 (minus 1,2 Prozent) und in den Arbeitsagenturen um 635 (minus 1,2 Prozent). Im Vorjahresvergleich sind im Bereich der Jobcenter 794 weniger Menschen arbeitslos meldet (minus 0,9 Prozent) und in den Arbeitsagenturen 8.184 mehr (plus 17,8 Prozent).

Die Arbeitslosenquote lag im November 2025 bei 6,8 Prozent und ist damit gleichbleibend zum Oktober. Im Vorjahresvergleich ist sie um 0,3 Prozentpunkte angestiegen.

Entwicklung über zehn Jahre: Höchster Novemberwert seit 2015

Beim Vergleich der Novemberzahlen der vergangenen zehn Jahre liegt die Zahl der Arbeitslosen in Sachsen in diesen Monat auf dem höchsten Stand.

Zeitreihe Arbeitslosigkeit:
November 2015            158.548
November 2016            143.293
November 2017            126.624
November 2018            115.127
November 2019            107.320
November 2020            126.611
November 2021            108.864
November 2022            120.133
November 2023            130.031
November 2024            138.468
November 2025            145.858

Entwicklung innerhalb Sachsens: Unterschiede in Regionen

In den dreizehn Landkreisen und kreisfreien Städten hat sich die Arbeitslosigkeit im Monatsverlauf unterschiedlich entwickelt. In vier Regionen ist sie gestiegen, in allen anderen gefallen. Die kräftigsten Anstiege gibt es im Erzgebirgskreis (plus 229 oder plus 2,6 Prozent), gefolgt von Nordsachsen (plus 69 oder 0,9 Prozent) und dem Landkreis Sächsische-Schweiz-Osterzgebirge (61 oder 0,9 Prozent).

Am kräftigsten gesunken in die Arbeitslosigkeit im Landkreis Zwickau (minus 353 oder minus 3,6 Prozent), in der Stadt Dresden (minus 588 oder minus 2,7 Prozent) und im Landkreis Bautzen (minus 210 oder minus 2,3 Prozent).

Vergleich innerhalb Sachsens: Spanne der Quoten liegt bei über vier Prozent

Die Spanne der Arbeitslosenquoten reicht im November 2025 von 5,3 Prozent in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge bis zu 9,4 Prozent in der Stadt Chemnitz.

Ranking der Arbeitslosenquoten im November 2025 (in Prozent):

  1. Sächs. Schweiz-Osterzgebirge              5,3
  2. Erzgebirgskreis                                    5,6
  3. Meißen                                                5,6
  4. Bautzen                                               5,8
  5. Mittelsachsen                                       5,8
  6. Vogtlandkreis                                      5,9
  7. Zwickau                                               5,9    
  8. Leipzig                                                6,0
  9. Dresden, Stadt                                    6,8
  10. Nordsachsen                                       6,9
  11. Leipzig, Stadt                                      8,4
  12. Görlitz                                                 8,5
  13. Chemnitz, Stadt                                   9,4

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Mehr Beschäftigte in Sachsen

Die Zahl der Beschäftigten ist von August auf September saisonalbedingt gestiegen. Insgesamt arbeiten aktuell 1,64.Mio. Menschen in Sachsen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Laut aktuellen Hochrechnungen waren im September 2025 insgesamt 9.500 Menschen mehr sozialversicherungspflichtig beschäftigt als noch im August. Zuwächse lassen sich über alle Branchen hinweg beobachten, wobei das Sozialwesen sowie das Gesundheitswesen besonders stark wuchsen. Im Vorjahresvergleich sind aktuell rund 16.800 weniger Menschen in Sachsen beschäftigt.

Innerhalb der einzelnen Branchen entwickelt sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung jedoch verschieden. So gibt es im Jahresvergleich den kräftigsten Beschäftigungsaufbau in den Bereichen:

  1. Heime und Sozialwesen                                                                       +3.400
  2. Gesundheitswesen                                                                              +2.900

Die kräftigsten Beschäftigungsrückgänge sind von September 2024 bis September 2025 in folgenden Bereichen zu verzeichnen:

  1. Verarbeitendes Gewerbe                                                                      -9.800
  2. Arbeitnehmerüberlassung 2)                                                                -4.100
  3. Erziehung und Unterricht                                                                      -2.500
  4. Handel, Instandhaltung, Rep. von Kfz                                                   -2.200
  5. Baugewerbe                                                                                        -1.000
  6. Verkehr und Lagerei                                                                            -1.000

Arbeitskräftenachfrage: 31.000 freie Arbeitsstellen

Im November 2025 haben sächsische Betriebe insgesamt 6.153 freie Stellen neu gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der neu gemeldeten Arbeitsstellen um 100 gesunken (minus 1,6 Prozent) und im Vorjahresvergleich um rund 733 (plus 13,5 Prozent) gestiegen.

Damit sind in den sächsischen Arbeitsagenturen und Jobcentern insgesamt 31.084 freie Stellen gemeldet, 107 mehr als im Oktober (plus 0,3 Prozent), aber 1.608 weniger als im November 2024 (minus 4,9 Prozent). Auffällig ist, dass die meisten aller freien Stellen unbefristet (92 Prozent) und in Vollzeit (87 Prozent) zu besetzen sind.

Diese gemeldeten freien Stellen und viele weitere – insgesamt rund 40.000 freie Stellen in Sachsen – sind in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht und können mit der kostenfreien Smartphone-App (Jobsuche – die Jobbörse der BA) zu jeder Zeit, an jedem Ort abgerufen werden.

Dynamik auf dem Arbeitsmarkt bleibt hoch.: Rund 55.000 An- und Abmeldungen in wenigen Wochen

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Vielmehr gibt es unabhängig von der wirtschaftlichen Lage und jahreszeitlichen Entwicklung viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt. Dabei werden Zu- und Abgänge von Arbeitslosen erfasst. So meldeten sich im Berichtsmonat November 2025 insgesamt 26.556 Menschen in einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter arbeitslos und gleichzeitig beendeten 28.436 Menschen ihre Arbeitslosigkeit.

Diese Zugänge in und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit werden auch nach Gründen unterschieden. So meldeten sich im November beispielsweise 9.612 Frauen und Männer aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt arbeitslos und gleichzeitig haben 8.055 eine neue Arbeit gefunden und konnten sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden. Gleichzeitig haben mehr Menschen eine Fördermaßnahme begonnen (6.384), als beendet (4.982). Das führte auch diesen Monat zum Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Unterbeschäftigung: Rund 30.600 Menschen zählen nicht als arbeitslos

In der Unterbeschäftigungsrechnung sind neben den Arbeitslosen diejenigen Personen enthalten, die an entlastenden Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen oder zeitweise arbeitsunfähig erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden. Damit wird ein umfassenderes Bild über die Zahl derjenigen Menschen gezeichnet, die ihren Wunsch nach einer Beschäftigung nicht realisieren können.

Im November 2025 haben sachsenweit 30.587 Frauen und Männer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen oder standen der Arbeitsvermittlung vorübergehend nicht zur Verfügung: rund 5.000 von ihnen befanden sich in Aktivierungs- und beruflichen Eingliederungsmaßnahmen, 5.600 besuchten eine berufliche Weiterbildung und 3.400 waren vorrübergehend arbeitsunfähig. Weitere 11.000 wurden durch andere Leistungsträger unterstützt (z.B. durch den Besuch eines Integrationskurses des BAMF) und 2.900 gingen Arbeitsgelegenheiten nach.

Die Unterbeschäftigung – die Summe aus Arbeitslosen, Teilnehmende an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und vorübergehend nicht verfügbaren Arbeitslosen – umfasste im November 176.445 Personen. Das sind 781 weniger als im Oktober und 2.900 mehr als im November 2024.

Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen und beträgt 82,7 Prozent. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen lag die Unterbeschäftigungsquote damit bei 8,1 Prozent.