Der sächsische Arbeitsmarkt

Faktencheck zum Tag der Arbeit

01.05.2026 | Presseinfo Nr. 11

Wie steht es um Beschäftigung, Fachkräfte und den Wandel der Arbeit in Sachsen? Antworten gibt es in einem kleinen Faktencheck.

•    Beschäftigung langfristig auf hohem Niveau
Aktuell arbeiten 1.63 Mio. Menschen in Sachsen sozialversicherungspflichtig. Seit 2023 nimmt die Zahl der Beschäftigten in Sachsen ab. Das hat demografische und konjunkturelle Gründe. Im langen Zeitverlauf zeigt sich, dass die Zahl der Beschäftigten trotz des Rück-gangs in den letzten Jahren auf hohem Niveau liegt. So sind aktuell 95.000 mehr Menschen in Sachsen sozialversicherungspflichtig beschäftigt als vor zehn Jahren. Im Vergleich zu 2005 (zwanzig Jahre) sind 290.000 mehr Menschen in Sachsen beschäftigt.

Zeitreihe sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Sachsen/jeweils Juni):
Juni 99            1.554.174
Juni 00            1.524.787
Juni 01            1.473.027
Juni 02            1.423.803
Juni 03            1.395.812
Juni 04            1.371.748
Juni 05            1.336.344
Juni 06            1.352.836
Juni 07            1.385.398
Juni 08            1.412.796
Juni 09            1.401.177
Juni 10            1.424.935
Juni 11            1.451.247
Juni 12            1.474.964
Juni 13            1.484.480
Juni 14            1.511.613
Juni 15            1.530.094
Juni 16            1.555.300
Juni 17            1.580.184
Juni 18            1.607.704
Juni 19            1.617.162
Juni 20            1.608.511
Juni 21            1.623.463
Juni 22            1.641.202
Juni 23            1.643.696
Juni 24            1.637.894
Juni 25            1.625.455


•    Teilzeitbeschäftigung steigt
Im Juni 2025 waren in Sachsen 1,63 Mio. Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 705.000 waren in Vollzeit beschäftigt. Weitere 568.700 haben in Teilzeit gearbei-tet - von der Arbeitszeiteinschränkung von wenigen Stunden die Woche, bis zur klassischen Halbtagsarbeit (20 Stunden/Woche). Damit liegt der Teilzeitanteil der Beschäftigung in Sachsen bei 35 Prozent. Auffällig ist, dass sowohl bei den Frauen, als auch bei den Män-nern die Teilzeitbeschäftigung gewachsen ist.

Zeitreihe:

Jahr    Beschäftigte     Teilzeitbeschäftigte
2016    1.555.300        446.749
2017    1.580.184        467.434
2018    1.607.704        486.440
2019    1.617.162        501.906
2020    1.608.511        509.186
2021    1.623.463        524.036
2022    1.641.202        541.469
2023    1.643.696        551.357
2024    1.637.894        560.674
2025    1.625.455        568.704

•    Mehr internationale Beschäftigte
In Sachsen gab es vergangenes Jahr (Stand: Juni 2025) insgesamt 102.900 Betriebe mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. 25.800 (25 Prozent) dieser Betriebe beschäftigten insgesamt 151.000 ausländische Arbeitnehmer. Damit liegt der Aus-länderanteil an der Gesamtbeschäftigung (1,63 Mio.) bei 9,3 Prozent. Das ist für den Frei-staat Sachsen der bisher höchste Anteil. Verglichen mit dem Bund und anderen westdeut-schen Bundesländern gibt es hier aber noch viel Luft nach oben. Bundesweit lag der Aus-länderanteil an der Gesamtbeschäftigung bei 16,7 Prozent.

Zeitreihe – ausländische Arbeitnehmer (Sachsen):
Juni 2020     89.241 
Juni 2021     101.702 
Juni 2022     118.041 
Juni 2023     131.283 
Juni 2024     141.537 
Juni 2025     151.021

•    Demografie verändert die Arbeit
Konjunktur bremst – Trends treiben: Trotz der aktuell angespannten wirtschaftlichen Lage und einer zurückhaltenden Einstellungsbereitschaft der sächsischen Wirtschaft bleibt der demografische Wandel die zentrale Herausforderung für den sächsischen Arbeitsmarkt. In den kommenden Jahren werden deutlich mehr beschäftigte Menschen in den Ruhestand gehen als nachrücken. Bedeutet: In den kommenden fünf Jahren kann jeder Dritte der rund 180.000 Altersabgänge aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung wegen feh-lendem Nachwuchs nicht nachbesetzt werden. Zuwanderung und die Integration von auslän-dischen Menschen sind daher ein wichtiger Teil der Lösung.

Auch die Zahl der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (diejenigen, die arbeiten könnten = Erwerbspersonenpotenzial; 15 bis unter 65 Jahre) liegt aktuell bei 2,4 Mio. Menschen und nimmt weiter ab. Weil jedes Jahr mehr Menschen in den Ruhestand gehen und nur deutlich weniger junge Menschen aus dem Schulsystem nachrücken, gehen jährlich zwischen 10.000 bis 20.000 Erwerbspersonen verloren.

•    Qualifikation entscheidet über Chancen
Bildung lohnt sich: Menschen mit einem Berufsabschluss sind deutlich seltener von Arbeits-losigkeit betroffen als Menschen ohne beruflichen Abschluss.

Arbeitslosenquoten nach Qualifikation (Sachsen/Jahr 2025): 
Gesamt-Arbeitslosenquote:                  6,9 %
Ohne abgeschlossene Ausbildung:    29,6 %
Betriebliche/schulische Ausbildung:     4,9 %
Akademische Ausbildung:                    3,8 %

Auch finanziell lohnt sich eine Ausbildung. Denn das Einkommen als Fachkraft ist deutlich höher als das eines Helfer.

Medianlöhne (Sachsen/Dezember 2024):
Gesamt:                                               3.388 Euro/Monat    
Ohne abgeschlossene Ausbildung:     2.622 Euro/Monat    
Betriebliche/schulische Ausbildung:    3.197 Euro/Monat
Akademische Ausbildung:                   5.081 Euro/Monat


•    Digitalisierung verändern Anforderungen – die BA hilft
Demografie, Digitalisierung und Strukturwandel sind die Herausforderungen auf dem Ar-beitsmarkt. Die berufliche Bildung nimmt hierbei eine Schlüsselrolle ein. Denn der technolo-gische Wandel verändert immer weiter die Anforderungen an die Belegschaften. Es wird künftig kaum noch Situationen im Leben geben, in der sich eine Weiterbildung nicht lohnt. 
Neue Technologien verändern die Tätigkeiten – sie müssen verstanden und angewendet werden können. Die Qualifikation der Mitarbeiter entscheidet zunehmend über die Wettbe-werbsfähigkeit der sächsischen Unternehmen. Die Beschäftigten müssen immer mehr in ihre eigene Qualifikation investieren und am Ball bleiben.

Schon heute wissen wir: Bildung schützt vor Arbeitslosigkeit, erhöht die Sicherheit im Job, verbessert die Aufstiegschancen und kann auch zu höheren Löhnen führen. Doch die vielen Optionen und Informationen erschweren die eigenständige Planung. Deshalb gibt es in allen sächsischen Regionen die Berufsberatung im Erwerbsleben – für Menschen im Job. Die speziell ausgebildete Berater unterstützen interessierte Beschäftigte bei der Berufswegpla-nung, geben Tipps und Hinweise zum weiteren Vorgehen und zu finanziellen Unterstüt-zungsmöglichkeiten.