Trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage setzen Arbeitgeber auch in diesem Ausbildungsjahr auf Ausbildung, um junge Nachwuchskräfte für ihr Unternehmen zu gewinnen und sie zu Fachkräften auszubilden. Aktuell sind von den rund 15.900 gemeldeten Ausbildungsstellen noch 8.900 unbesetzt. Dem gegenüber stehen rund 9.400 Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Rein rechnerisch bestehen damit für die meisten Jugendlichen noch gute Chancen, eine passende Lehrstelle zu finden. Letztendlich sind Berufswünsche, passende Angebote in der Heimatregion und das Anforderungsniveau entscheidend.
„Der sächsische Ausbildungsmarkt gerät zunehmend unter Druck – analog der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Schön ist, dass viele Betriebe trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten weiter auf Ausbildung setzen. Wie es zum Ende des Ausbildungsjahr ausgehen wird ist noch unklar - vier Monate liegen noch vor uns, in denen Bewerber und Ausbildungsstellen zusammenfinden. Fazit ist: Die Lage ist schwieriger als in den vergangenen Jahren – aber wir bleiben optimistisch, indem wir für Betriebe und Jugendliche da sind“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA).
| Gemeldete Ausbildungsbewerber: | 15.061 |
| Ausbildungsbewerber im Vorjahresvergleich: | -173 oder -1,1 Prozent |
| Gemeldete Berufsausbildungsstellen: | 15.878 |
| Berufsausbildungsstellen Vorjahresvergleich: | -710 oder -4,3 Prozent |
| Unversorgte Ausbildungsbewerber: | 9.401 |
| Ausbildungsbewerber im Vorjahresvergleich: | +445239 oder +5,0 Prozent |
| Unbesetzte Berufsausbildungsstellen: | 8.892 |
| Berufsausbildungsstellen Vorjahresvergleich: | -809 oder -8,3 Prozent |
Das Ausbildungsjahr beginnt immer im Oktober eines Jahres. Seit Oktober 2025 haben sich in Sachsen insgesamt 15.061 Mädchen und Jungen in den Jugendberufsagenturen gemeldet und bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz beraten lassen. Das sind 173 (minus 1,1 Prozent) weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig wurden den sächsischen Arbeitsagenturen 15.878 Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind 710 (minus 4,3 Prozent) we-niger als im Vorjahreszeitraum.
Aktuell sind noch 9.401 junge Menschen im Freistaat auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dem gegenüber stehen 8.892 freie Ausbildungsstellen.
Wer 2026 eine Ausbildung beginnen möchte, hat die Wahl: unter rund 330 anerkannten Aus-bildungsberufen in Deutschland und rund 17.000 Ausbildungsbetrieben in Sachsen. Dass die Entscheidung nicht leicht ist, wissen die knapp 200 Beraterinnen und Berater der 13 Jugendberufsagenturen in Sachsen und helfen tagtäglich in persönlichen Gesprächen mit Informationen, Erfahrungen und Ideen für mögliche Ausbildungswege.
Die beliebtesten Berufe der bei der BA gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber in Sachsen sind:
1. Verkäufer/in
2. Kfz.mechatroniker - PKW-Technik
3. Kaufmann/-frau - Büromanagement
4. Kaufmann/-frau im Einzelhandel
5. Fachlagerist/in
6. Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung
7. Tischler/in
8. Friseur/in
9. Medizinische/r Fachangestellte/r
10. Fachinformatiker/in - Systemintegration
Knapp jeder dritte Jugendliche entscheidet sich für einen TOP-Ten-Beruf. Dazu gehören aktuell auch noch Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung, Tischler/in, Friseur, Medizinischer Fachangestelte/r und Mechatroniker/in. 9.095 Jugendliche haben sich auf einen anderen Ausbildungsberuf festgelegt.
Die meisten Ausbildungsstellen wurden bisher für folgende Berufe gemeldet:
1. Kaufmann/-frau im Einzelhandel
2. Verkäufer/in
3. Mechatroniker/in
4. Fachkraft - Lagerlogistik
5. Zerspanungsmechaniker/in
6. Kaufmann/-frau - Büromanagement
7. Elektroniker/in für Betriebstechnik
8. Industriemechaniker/in
9. Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik
10. Industriekaufmann/-frau
Gleichzeitig gibt es Berufe, in denen wenige Ausbildungsbewerber aber viele freie Ausbildungsstellen gemeldet sind. Dort stehen die Chancen auf eine Ausbildung in Sachsen recht gut.
Chancenberufe: Hier gibt es die meisten freien Stellen und weniger interessierte Bewerber
| 1. | Fachverk.-Lebensm.handwerk - Fleischerei | 25,4 … freie Lehrstellen pro unversorgten Bewerber |
| 2. | Fleischer/in | 13,8 |
| 3. | Beton- und Stahlbetonbauer/in | 12,5 |
| 4. | Zerspanungsmechaniker/in | 6,1 |
| 5. | Mikrotechnologe/-technologin | 5,8 |
| 6. | Werkzeugmechaniker/in | 4,8 |
| 7. | Kaufmann - Spedition/Logistikdienstl. | 4,3 |
| 8. | Kaufmann/-frau im Einzelhandel | 4,2 |
| 9. | Kaufm. -Großhandel | 4,1 |
| 10. | Eisenbahner/in - Zugverkehrssteuerung | 3,9 |
Wer sich beispielsweise für einen dieser Berufe entscheidet, kann zwischen vier und 25 freien Lehrstellen wählen. Darüber hinaus gibt es viele weitere Ausbildungsberufe, in denen es an Bewerbern fehlt. Es lohnt sich also für Ausbildungsinteressierte auf jeden Fall, die Alternativen zu checken.
Hilfe und Unterstützung erhalten die jungen Menschen auf ihrem Weg zum Wunschberuf auch durch zahlreiche Online- und Präsenzangebote der Bundesagentur für Arbeit.
Die Wahl der richtigen Ausbildung ist für viele junge Menschen eine lebensweisende Entscheidung. Neben der Berufsberatung an den Schulen ist auch das soziale Umfeld der Jugendlichen oft maßgebend für den späteren Berufsweg. Neben Eltern und Freunden prägen zudem Hobbys und die Freizeitgestaltung die möglichen Berufswünsche für die Zukunft. Wegweisend sind hierbei Sportvereine, in denen wichtige Attribute wie Leistungsbereitschaft, Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen und Pünktlichkeit vermittelt werden. Diese Eigenschaften sind auch essentiell für eine Ausbildung und können den Jugendlichen helfen, ihre beruflichen Ziele konsequent zu verfolgen.
Für Ausbildungssuchende:
1. meinBERUF
meinBERUF liefert Orientierung im gesamten Berufswahlprozess – von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Bewerbung. Hier finden sich Themen wie:
• Noch planlos – Hilfe beim Einstieg in die Berufsorientierung
• Berufe & Wege – Überblick über Berufe, Ausbildungs- und Studienwege
• Praktikum – Inhalte zu Praktika, Praktikumssuche und Vorbereitung
• Ausbildung – Informationen zu Ausbildungsarten und Ablauf
• Studium – Inhalte zu Studienfeldern, Studienformen und Vorbereitung
• Bewerbung – Unterstützung vom Lebenslauf bis zum Vorstellungsgespräch
Zusätzlich richtet sich meinBERUF auch an diejenigen, die sie dabei begleiten, also Eltern, Erziehungsberechtige, Lehrende und Beratende.
2. BERUFENET
Den richtigen Beruf zu finden ist für viele junge Menschen nicht einfach. Hierbei hilft das Portal BERUFNET. In verschiedene Kategorien wie Berufsfelder, Studienfelder und Tätig-keitsfelder eingeordnet, können sich Interessierte einen Überblick über die einzelnen Ausbil-dungsinhalte verschaffen. Auch neue Beschäftigungsmöglichkeiten können entdeckt und Berufswelten erkundet werden.
2. AsA – Assistierte Ausbildung
Die Assistierte Ausbildung hilft Jugendlichen und jungen Er-wachsenen, eine Ausbildung zu finden und/ oder abzuschließen. Sie oder er organisiert zum Beispiel Nachhilfestunden für dich oder hilft dir, Probleme im Betrieb zu lösen.
Für Unternehmen:
Der Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit (BA) berät und unterstützt rund um das Thema Personal.
Hilfe zur Veröffentlichung von Stellenangeboten für Ausbildungsplätze und allgemeine In-formationen für Unternehmen, die ausbilden möchten.
Informationen über die Vorteile und Pflichten als Ausbildungsbetrieb und über den Ablauf einer Ausbildung.