Gemeinsame Ziele werden nicht nur im Sport verfolgt, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt. Denn die Beschäftigung ausländischer Fachkräfte wird für Sachsen immer wichtiger, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. Auch Argentinier und Spanier tragen dazu bei, den Fachkräftebedarf in vielen Branchen zu decken.
Spanien:
Von den insgesamt 1,63 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sachsen haben 1.730 Menschen die spanische Staatsbürgerschaft, darunter 1.060 Männer und 670 Frauen.
Auffällig ist, dass ein Großteil der Spanier (88 Prozent) als Fachkräfte arbeiten.
Besonders viele Spanier arbeiten in den Wirtschaftszweigen:
Verkehr und Lagerei 515
wirtschaftl. Dienstleist. 248
( z. B. Reinigung, Wachschutz, Reisebüro)
wissenschaftl. und techn. Dienstl. 162
( z. B. Architektur, Unternehmensverwaltung)
Verarbeitendes Gewerbe 147
Erziehung und Unterricht 102
Attraktiv ist der sächsische Arbeitsmarkt auch für die Spanierin Boatella Benítez Donoso. Seit sechs Jahren lebt die Opernsängerin in Sachsen und hat hier ihre private und berufliche Heimat gefunden.
„Ich bin vor einigen Jahren hierhergekommen, um mein Studium an der Leipziger Musikhochschule abzuschließen. Sachsen ist für mich wegen der großartigen Kultur und der hohen musikalischen Qualität, die man hier vorfindet, sehr attraktiv. Die Bilanz meiner bisherigen Laufbahn ist in jeder Hinsicht viel besser als in Spanien, vor allem wegen der beruflichen Möglichkeiten, die es hier gibt – solche habe ich in meinem Heimatland nicht so regelmäßig. Und mit Agenturen wie der ZAV (Anm.d.Red.: Künstlervermittlung der Bundesagentur für Arbeit) unterstützt Sachsen die Künstler sehr gut“, sagt Boatella Benítez Donoso.
Kontakt:
Boatella Benítez Donoso
carmenboatellabd@gmail.com
Argentinien:
Von den insgesamt 1,63 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sachsen arbeiten 258 Argentinier im Freistaat, darunter 147 Männer und 111 Frauen.
Wie bei den Spaniern sind auch die meisten Argentinier ausgebildete Fachkräfte (66 Prozent).
Besonders viele Argentinier arbeiten in den Wirtschaftszweigen:
Verkehr und Lagerei 49
Gastgewerbe 49
Gesundheits- und Sozialwesen 28
wirtschaftl. Dienstleist. 28
( z. B. Reinigung, Wachschutz, Reisebüro)
wissenschaftl. und techn. Dienstl. 20
( z. B. Architektur, Unternehmensverwaltung)
Einer der Fachkräfte ist Andrés Lasagni. Der gebürtige Argentinier hat in seinem Heimatland studiert und lebt seit 2008 im Freistaat. Seit 2012 ist er Professor für laserbasierte Fertigung an der TU Dresden. Für ihn hat der sächsische Arbeitsmarkt viele Chancen eröffnet:
„Ich lebe seit fast 20 Jahren in Sachsen und fühle mich sehr wohl und heimisch. Vor allem finde ich als Forscher hervorragende Arbeitsbedingungen vor. Sachsen verfügt über eine starke und vielfältige Forschungslandschaft mit renommierten Hochschulen und zahlreichen außeruniversitären Forschungsinstituten. Damit ist der Freistaat ein attraktiver Standort für Forschung und Innovation. Einziger Wermutstropfen: Aufgrund der wirtschaftlichen Situation investieren die Unternehmen weniger in Forschung und Entwicklung“, sagt Andrés Lasagni.
Kontakt:
Prof. Andrés Lasagni, TU Dresden
andres_fabian.lasagni@tu-dresden.de
Ausländische Beschäftigte sind essentiell für das Beschäftigungswachstum in Sachsen
Die demografische Entwicklung führt in Sachsen zu einem Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter. Jedes Jahr gehen mehr Menschen aus der Babyboomer-Generation in den Ruhestand, gleichzeitig fehlt es an jungen Menschen, die nachrücken und die freiwerdenden Plätze nachbesetzen.
Laut Prognosen werden bis zum Jahr 2030 dem sächsischen Arbeitsmarkt zwischen 79.000 und 139.000 Menschen im Alter von 15 bis 65 Jahren (also erwerbsfähige Menschen) verloren gehen.
Die inländischen Potenziale (Arbeitslose, stille Reserve) reichen nicht aus, um freiwerdende Stellen adäquat nachzubesetzen. Daher ist Deutschland auf die Zuwanderung von ausländischen Fachkräften angewiesen.
Zahlen, Daten, Fakten zu ausländischen Beschäftigten
Aktuell arbeiten in Sachsen 1,63 Mio. Menschen sozialversicherungspflichtig. Davon sind 153.600 ausländische Staatsbürger. Deren Anteil an der Gesamtbeschäftigung liegt damit bei 9,4 Prozent. Im langjährigen Vergleich (2016-2025) hat sich deren Zahl verdreifacht, liegt aber unter dem Bundesschnitt von 16,8%.
Von den 153.600 ausländisch Beschäftigten arbeiten 52.300 auf Helferniveau (34,0%). Alle anderen sind Fachkräfte, Spezialisten oder Akademiker. Bei den EU-Bürgern liegt der Helferanteil bei 33,4 Prozent und bei den Beschäftigten aus Drittstaaten liegt er bei 34,7 Prozent.
Fazit: Die meisten arbeiten in Sachsen als Fachkraft.