„Die Menschen wünschen sich heute mehr als nur einen Arbeitsplatz. Sie wünschen sich eine Tätigkeit, die sie ausfüllt und ihnen gleichzeitig ein gutes Auskommen sichert. Hinzu kommen attraktive Arbeitsbedingungen, eine angemessene Bezahlung, gute Aufstiegschancen und Qualifikationsmöglichkeiten. Erfreulich ist, dass immer mehr Betriebe diese Voraussetzungen schaffen, um die begehrten Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Das ist und wird gerade im Kontext der demografischen Entwicklung immer wichtiger“, sagt Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit.
Mehr als die Hälfte der Beschäftigten verdienen mehr als 3.588 Euro
Das Medianentgelt aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten lag im vergangenen Jahr (31. Dezember 2025) bei 3.588 Euro. Gegenüber dem Jahr 2025 sind die Löhne und Gehälter somit um 200 Euro oder 6 Prozent gestiegen. Der Anstieg des Medianlohns zum Vorjahr ist auf die allgemeine Lohnentwicklung – insbesondere auf Tarif- und Entgeltsteigerungen - zurückzuführen.
Entwicklung des Medianlohns in Sachsen (Angaben in Euro):
2021 2.857
2022 3.012
2023 3.182
2024 3.388
2025 3.588
Fast 1.300 Euro Lohnunterschied zwischen Bundesländern
Die höchsten Medianentgelte erzielten – bezogen auf Arbeitsortdaten - Vollzeitbeschäftigte in Hamburg mit 4.768 Euro, Baden-Württemberg mit 4.546 Euro und Hessen mit 4.530 Euro. In Mecklenburg-Vorpommern (3.497 Euro), Thüringen (3.508 Euro) und Sachsen-Anhalt (3.563 Euro) ist der Median am geringsten.
Mit einem Medianlohn von 3.588 Euro liegt der Freistaat Sachsen im Ländervergleich auf dem viertletzten Platz.
Ranking der Medianlöhne für Vollzeitbeschäftigte (2025 - Angaben in Euro):
Hamburg 4.768
Baden-Württemberg 4.546
Hessen 4.530
Berlin 4.459
Bayern 4.363
Bremen 4.392
Nordrhein-Westfalen 4.231
Saarland 4.149
Rheinland-Pfalz 4.124
Niedersachsen 4.029
Schleswig-Holstein 3.935
Brandenburg 3.613
Sachsen 3.588
Thüringen 3.508
Mecklenburg-Vorpommern 3.497
Sachsen-Anhalt 3.363
Gründe für die Lohnunterschiede zwischen den Bundesländern sind die regionalen Wirtschaftsbranchen und Betriebsgrößen. Beispielsweise sind große Betriebe oft tarifgebunden – zahlen deshalb meist auch höhere Löhne. In Sachsen findet sich eher eine kleinteilige Wirtschaftsstruktur. Auch Konzernsitze und gut bezahlte Forschungs- und Entwicklungsbereiche sind in Sachsen im Vergleich zu westlichen Regionen weniger präsent. Auch unterschiedlich hohe Lebenshaltungskosten in den einzelnen Ländern können den Medianlohn beeinflussen.
Lohnunterschiede innerhalb Sachsens bis zu 1.066 Euro
Auch innerhalb Sachsens gibt es erhebliche Lohnunterschiede. So liegt der Medianlohn von Dresden (Maximum) um rund 1000 Euro über dem Erzgebirgskreis (Minimum).
Ranking der Medianlöhne für Vollzeitbeschäftigte (2025 - Angaben in Euro):
Dresden, Stadt 4.182
Leipzig, Stadt 4.026
Chemnitz, Stadt 3.794
Zwickau 3.481
Nordsachsen 3.461
Meißen 3.448
Leipzig 3.368
Bautzen 3.329
Sächs. Schweiz-Osterzgebirge 3.323
Mittelsachsen 3.270
Vogtlandkreis 3.270
Görlitz 3.160
Erzgebirgskreis 3.116
Auch im Kreisvergleich sind die Unterschiede auf die Branchenstrukturen sowie die Anzahl und Größe der Betriebe zurückzuführen. So ist beispielsweise Dresden als Landeshauptstadt geprägt von der öffentlichen Verwaltung, der Hochschule oder auch der Mikroelektronik-/Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche, wo Jobs in den Bereichen der Hochtechnologie oder auch Forschung und Entwicklung höher entlohnt werden. Leipzig ist die Handelsmetropole und zeichnet sich mit einem starken Fokus auf Medien, Kreativwirtschaft, Automobilindustrie und Logistik aus. Auch in der kreisfreien Stadt Chemnitz liegt der Schwerpunkt traditionell im Verarbeitenden Gewerbe, wo Jobs häufig besser bezahlt sind.
Hohe Lohnunterschiede innerhalb der Wirtschaftsbereiche
Die Unterschiede zwischen den Bundesländern, Landkreisen und kreisfreien Städten sind auf die Branchenstrukturen, die Beschäftigtenstrukturen sowie die Anzahl und Größe der Betriebe zurückzuführen. Wie sich die Löhne in Sachsen innerhalb der verschiedenen Branchen unterscheiden zeigt der Blick auf die Medianlöhne in verschiedenen Wirtschaftsbereichen. So lag vergangenes Jahr beispielsweise das Medianeinkommen im Bereich der Finanz- und Versicherungsdienstleistungen bei 5.275 Euro/Monat am höchsten. Hingegen waren im Gastgewerbe (2.581 Euro) und in der Zeitarbeit (2.486 Euro) die mittleren Einkommen am geringsten.
Ranking der Medianlöhne für Vollzeitbeschäftigte nach Branchen (2025 - Angaben in Euro):
Finanz- u. Versicherungsdienstleistungen 5.275
Erziehung und Unterricht 4.958
Information und Kommunikation 4.759
öffentliche Verwaltung, Verteidigung,
Soz.versicherung, exterr. Organisationen 4.505
Bergbau, Energie- u. Wasserversorgung, Entsorgung 4.350
Immobilien, freiberufl., wissenschaftl. und techn. Dienstleistungen 4.146
Gesundheitswesen 4.144
Heime und Sozialwesen 3.975
Kunst u. Unterhaltung, sonst. Dienstleistungen, private Haushalte 3.629
Verarbeitendes Gewerbe 3.497
Baugewerbe 3.228
Verkehr und Lagerei 3.202
Handel, Instandhalt. u. Rep. v. Kfz 3.082
Wirtschaftl. Dienstleistungen (ohne Zeitarbeit) 2.967
Land-, Forstwirtschaft und Fischerei 2.715
Gastgewerbe 2.581
Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) 2.486