Internationaler Frauentag – 8. März 2026

Sachsen: Höchste Beschäftigungsquote von Frauen im bundesweiten Vergleich.

05.03.2026 | Presseinfo Nr. 5

Aktuell leben etwa 1,2 Millionen Frauen im erwerbsfähigen Alter in Sachsen. Rund 775.000 von ihnen arbeiten sozialversicherungspflichtig, in Voll- oder Teilzeit. Damit lag die Beschäftigungsquote der Frauen im vergangenen Jahr in Sachsen bei 64,8 Prozent. Das ist die höchste Quote im Vergleich aller Bundesländer. Auffällig ist jedoch, dass viele Frauen in Teilzeit arbeiten und im Vergleich zu männlichen Kollegen seltener Führungsaufgaben übernehmen.

Hohe Beschäftigungsquote der Frauen

Die Beschäftigungsquote der Frauen in Sachsen liegt aktuell bei 64,8 Prozent. Im langjährigen Vergleich ist die Quote gestiegen. Beispielsweise lag sie im Jahr 2014 noch um rund 5 Prozentpunkte unter dem heutigen Wert. Zurückzuführen ist dieser Anstieg auf die langanhaltende positive Arbeitsmarktentwicklung in Sachsen und den demografisch bedingten Bevölkerungsrückgang.

Zeitreihe der Beschäftigungsquote von Frauen im Alter von 15 Jahre bis zur Regelaltersgrenze (jeweils zum 30.06.):

2014     59,9

2015     60,8

2016     61,6

2017     62,9

2018     63,9

2019     64,4

2020     64,5

2021     65,1

2022     66,0

2023     64,8

2024     64,6

2025     64,8

Hinweis: Der Rückgang der Beschäftigungsquote seit 2022 ist zum Großteil darauf zurückzuführen, dass durch die Fluchtmigration aus der Ukraine die Zahl erwerbsfähiger Frauen deutlich gestiegen ist, viele von ihnen jedoch zunächst Integrations-, Sprach- oder Qualifizierungsphasen durchlaufen. Mit diesem Bevölkerungsanstieg nimmt rechnerisch die Bezugsgröße zu.

Sachsen hat bundesweit die höchste Beschäftigungsquote der Frauen

Im Vergleich aller Bundesländer liegt Sachsen mit der Frauen-Beschäftigungsquote von 64,8 Prozent weiter auf Platz eins. Gefolgt von Sachsen-Anhalt, Bayern und Brandenburg. Die geringsten Beschäftigungsquoten gibt es im Länderranking in Bremen, im Saarland und in Nordrhein-Westfalen. Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Beschäftigungsquote der Frauen bei sechzig Prozent.

Länder-Ranking der Beschäftigungsquote von Frauen im Alter von 15 Jahre bis zur Regelaltersgrenze (Stand: 30.06.2025):

Sachsen                                   64,8

Sachsen-Anhalt                        63,7

Bayern                                     63,6

Brandenburg                            63,4

Mecklenburg-Vorpommern        63,4

Thüringen                                 62,9

Hamburg                                  61,1

Baden-Württemberg                  60,5

Niedersachsen                          59,8

Schleswig-Holstein                   59,6

Hessen                                    59,0

Rheinland-Pfalz                        57,6

Berlin                                       57,4

Nordrhein-Westfalen                 56,8

Saarland                                  54,0

Bremen                                    51,6
 

„In Sachsen liegt die Beschäftigungsquote der Frauen bundesweit am höchsten. Ein Grund für die hohe Beschäftigungsquote im Vergleich zu den anderen Regionen liegt vor allem an der traditionell hohen Erwerbsneigung der Frauen in Sachsen“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen.

Landkreise mit der höchsten Beschäftigungsquote, Städte mit der Geringsten

Im sachsenweiten Vergleich sind die Beschäftigungsquoten der Frauen in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge und im Erzgebirgskreis am höchsten. Die geringsten Beschäftigungsquoten gibt es in den kreisfreien Städten Leipzig, Chemnitz, im Landkreis Görlitz.

Sächsisches Ranking der Beschäftigungsquote von Frauen im Alter von 15 Jahre bis zur Regelaltersgrenze (Stand: 30.06.2025):

Sächsische Schweiz-Osterzgebirge       68,0

Erzgebirgskreis                                    67,5

Bautzen                                               66,6

Nordsachsen                                        66,6

Leipzig                                                 66,6

Zwickau                                               66,0

Meißen                                                66,0

Mittelsachsen                                       65,7

Vogtlandkreis                                       65,4

Dresden, Stadt                                     63,7

Görlitz                                                  63,1

Chemnitz, Stadt                                   61,6

Leipzig, Stadt                                       61,5


Hinweis: Die Unterschiede innerhalb Sachsens sind beispielsweise auf die verschiedenen Wirtschaftsstrukturen zurückzuführen. In Städten mit Universitätsstandorten und Ausbildungszentren (Bildungseinrichtungen) sind die Beschäftigungsquoten geringer, weil dort vergleichsweise mehr junge Frauen (Studentinnen) leben, die jedoch keiner sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen.

Mehr als jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit

Aktuell arbeiten rund 775.000 Frauen in Sachsen sozialversicherungspflichtig. Rund 424.000 von ihnen sind in Teilzeit beschäftigt (55 Prozent). Der hohe Teilzeitanteil hängt unter anderem mit familiären Verpflichtungen, der Branchenstruktur sowie dem Wunsch nach flexibleren Arbeitszeitmodellen zusammen. Am Arbeitsmarkt existieren neben der dominierenden Vollzeittätigkeit zahlreiche Arbeitszeitmodelle, die eine Beschäftigung in Teilzeit ermöglichen. Vom klassischen Halbtagsjob bis hin zu Menschen, die „vollzeitnah“, zum Beispiel 32 Stunden an vier Tagen die Woche arbeiten. Bereits eine Abweichung von einer Stunde lässt Arbeitsverhältnisse in der Statistik als Teilzeit zählen.

„Frauen sind häufiger teilzeitbeschäftigt als Männer. Sie entscheiden sich oft wegen der Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Personen oder wegen weiteren persönlichen oder familiären Verpflichtungen für eine Teilzeitbeschäftigung. Deshalb bewerte ich die Entwicklung der Teilzeitbeschäftigung differenziert. Die Möglichkeit in Teilzeit zu arbeiten ist gut, wenn sie auf Wunsch der Beschäftigten erfolgt. Kritisch ist die Teilzeitarbeit nur, wenn sie erzwungen ist“, so Hansen.

Höchster Frauenanteil in Dienstleistungsberufen

Die meisten sozialversicherungspflichtig tätigen Frauen in Sachsen arbeiten in personenbezogenen Dienstleistungsberufen wie medizinischen und nichtmedizinischen Gesundheitsberufen, Erziehung, lehrenden und ausbildenden Berufen oder in kaufmännischen und unternehmensbezogenen Dienstleistungsberufen wie in der Unternehmensführung und -organisation oder Handelsberufen.

Typische Frauenberufe (Berufsgruppen mit den höchsten Frauenanteilen | in Prozent):

Floristik                                                           96,4

Arzt- und Praxishilfe                                         96,1

Verkauf drog.apotheken.Waren,Medizinbed.      93,1

Hauswirtschaft und Verbraucherberatung           91,6

Körperpflege                                                   90,0

Pharmazie                                                        88,6

Medizinisches Laboratorium                              85,2

Verkauf von Lebensmitteln                                85,2

Nicht ärztliche Therapie und Heilkunde              84,1

Psychologie, nichtärztl. Psychotherapie             82,1

Erziehung,Sozialarb.,Heilerziehungspfl.             81,6

Tiermedizin und Tierheilkunde                           81,4

Altenpflege                                                      81,0

Buch-Kunst-Antiquitäten-,Musikfachhandel        81,0

Medien-Dokumentations-Informationsdienst      80,8

Büro und Sekretariat                                         79,8

Textilverarbeitung                                             79,0

Verwaltung                                                       78,7

Gesundh.,Krankenpfl.,Rettungsd.Geburtsh.       78,4

Ernährungs-,Gesundheitsberatung,Wellness      78,0
 

Nachrichtlich: Den geringsten Frauenanteil gibt es in folgenden Berufen: Ver- und Entsorgung (5,0 Prozent), Aus-,Trockenbau.Iso.Zimmer.Glas.Roll.bau    (4,1 Prozent), Überwachung, Wartung, Verkehrsinfrastruktur (4,1 Prozent), Fahrzeugführung im Eisenbahnverkehr (4,0 Prozent), Naturstein-,Mineral-,Baustoffherstellung (3,8 Prozent), Bau- und Transportgeräteführung (3,4 Prozent), Tiefbau (2,2 Prozent), Hochbau (1,9 Prozent), Klempnerei,Sanitär,Heizung,Klimatechnik (1,1 Prozent).

Frauen sind meist Fachkräfte: Nur jede siebente Frau arbeitet im Helferbereich

Insgesamt sind die rund 775.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in Sachsen sehr gut qualifiziert: Etwa 93 Prozent von ihnen haben einen Berufsabschluss oder einen akademischen Berufsabschluss. Deshalb arbeiten 56 Prozent der Frauen in Sachsen als Fachkraft, 15 Prozent als Spezialistin (Meister-/Technikerniveau) und 14 Prozent auf Expertinnenniveau (Akademikerniveau). Die übrigen 15 Prozent der Frauen arbeiten im Helferbereich.


Spezielle Beraterinnen für Arbeitgeber und Arbeitsuchende

In allen Arbeitsagenturen und Jobcentern gibt es speziell ausgebildete Beraterinnen für das Thema Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Diese Beauftragten beraten zu Fragen der beruflichen Ausbildung, Qualifizierungsmöglichkeiten, des beruflichen Einstiegs und Aufstiegs von Frauen und des Wiedereinstiegs von Frauen nach einer Familienphase. Sie unterstützen zudem Unternehmen, um individuelle Wege der Beschäftigung von Frauen zu schaffen.