Immer mehr Menschen verlassen ihre Heimat, um außerhalb Sachsens zu arbeiten. So ist vergangenes Jahr die Zahl der Auspendler auf 160.000 gestiegen – der höchste Stand seit 25 Jahren. Gleichzeitig ist die Zahl der Einpendler nach Sachsen um rund 700 auf 144.700 gesunken. Damit liegt der Pendlersaldo in Sachsen weiter im negativen Bereich – es verlassen 15.000 mehr Menschen den Freistaat Sachsen für die Arbeit, als jene, die für eine Beschäftigung nach Sachsen kommen.
„Sachsen ist ein attraktives und modernes Land – hier lässt sich gut leben und arbeiten. Gleichzeitig suchen sächsische Unternehmen händeringend gute Fachkräfte, die leider noch zu oft in andere Bundesländer fahren, um dort zu arbeiten. Aktuell verliert der Freistaat Sachsen durch das Pendeln über 15.000 Arbeitskräfte. Das können wir uns mit dem Blick auf die hohen Fachkräftebedarfe nicht mehr leisten. Um Arbeitskräfte zu gewinnen und zu halten, sind Arbeitgeber gut beraten, wenn sie sich attraktiv aufstellen. Sicherlich spielt hier die Vergütung eine entscheidende Rolle, aber auch das Image des Unternehmens, betriebli-che Weiterbildungsangebote oder flexible Arbeitszeitmodelle werden in Entscheidungspro-zesse der Menschen zunehmend eingebunden“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit.
• Mehr Auspendler und weniger Einpendler
Die Zahl der Auspendler ist von 2024 auf 2025 (jeweils Juni) um 2.100 oder 1,3 Prozent auf 160.000 gestiegen. Das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2000.
Gleichzeitig ist die Zahl der Einpendler, Menschen die in anderen Bundesländern wohnen und in Sachsen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen, von 2024 auf 2025 um rund 700 oder 0,5 Prozent auf 144.700 gesunken. Das ist im langjährigen Ver-gleich dennoch der dritthöchste Stand.
• Jeder 11. Beschäftigte in Sachsen ist ein Einpendler
Im Juni 2025 haben 144.700 Frauen und Männer ihren Wohnort verlassen, um in Sachsen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachzugehen. Das sind rund 9 Prozent aller 1,625 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit einem Arbeitsort in Sachsen. Die meisten Einpendler kommen aus Sachsen-Anhalt, dem Ausland, Thüringen, Branden-burg und Bayern. Allein aus diesen Regionen – im Umkreis von Sachsen - kommen fast 80 Prozent der Einpendler. Die wenigsten Einpendler kommen aus dem Saarland, Bremen und Hamburg.
Ranking (Aus welchen Bundesländern kommen die Einpendler?):
| Sachsen-Anhalt | 38.603 Einpendler | 26,7 Prozent aller Einpendler |
| Ausland | 26.830 | 18,5 |
| Thüringen | 21.590 | 14,9 |
| Brandenburg | 17.471 | 12,1 |
| Bayern | 8.751 | 6,0 |
| Nordrhein-Westfalen | 7.343 | 5,1 |
| Berlin | 6.628 | 4,6 |
| Baden-Württemberg | 4.342 | 3,0 |
| Niedersachsen | 3.840 | 2,7 |
| Hessen | 3.177 | 2,2 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 2.115 | 1,5 |
| Rheinland-Pfalz | 1.386 | 1,0 |
| Schleswig-Holstein | 1.090 | 0,8 |
| Hamburg | 1.028 | 0,7 |
| Bremen | 291 | 0,2 |
| Saarland | 262 | 0,2 |
Besonderheit: Insgesamt 26.800 Menschen pendeln zum Arbeiten von ihrem Wohnort im Ausland nach Sachsen. Die meisten ausländischen Einpendler kommen aus Polen und Tschechien.
• Jeder zehnte Sachse pendelt zum Arbeiten in andere Bundesländer
Im Juni 2025 haben 160.000 Menschen ihren Wohnort in Sachsen verlassen, um in anderen Bundesländern zu arbeiten. Das sind rund zehn Prozent aller 1,640 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die in Sachsen leben (Wohnort). Die meisten Auspendler arbeiteten in Bayern, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Nordrhein-Westfalen. Allein in diese Regionen pendeln zwei Drittel der sächsischen Auspendler. Saarland, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern sind die Bundesländer, in die am seltensten die Jobpendler aus Sachsen fahren.
Ranking (In welche Bundesländer fahren die Auspendler?):
| Bayern | 26.902 Auspendler | 16,8 Prozent aller Auspendler |
| Sachsen-Anhalt | 25.840 | 16,1 |
| Thüringen | 18.263 | 11,4 |
| Berlin, Stadt | 16.455 | 10,3 |
| Nordrhein-Westfalen | 16.451 | 10,3 |
| Brandenburg | 15.637 | 9,8 |
| Baden-Württemberg | 12.325 | 7,7 |
| Hessen | 10.249 | 6,4 |
| Niedersachsen | 6.605 | 4,1 |
| Hamburg | 4.348 | 2,7 |
| Rheinland-Pfalz | 2.249 | 1,4 |
| Schleswig-Holstein | 2.031 | 1,3 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 1.435 | 0,9 |
| Bremen | 735 | 0,5 |
| Saarland | 487 | 0,3 |
Besonderheit: Die Zahl der Auspendler in westdeutsche Bundesländer (außer Berlin) ist im Jahresvergleich (2024 bis 2025) um 1.500 auf 82.400 gestiegen (plus 1,8 Prozent).
• Hessen wird für Sächsische Auspendler attraktiver
Im Jahresvergleich (2024 bis 2025) ist die Zahl der Auspendler nach Hessen, Nordrhein-Westfalen und Hamburg am kräftigsten gestiegen. Etwa 2.000 mehr Sachsen als im Jahr 2024 arbeiten in diesen drei Regionen. Anders ist das in Bayern und Brandenburg. Dort sind im Jahresvergleich über 1.000 weniger Menschen zur Arbeit gependelt.
Gleichzeitig sind die Einpendlerzahlen aus Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt um rund 500 im Jahresverlauf gestiegen und die Einpendlerzahlen aus Brandenburg und Berlin um fast 800 zurückgegangen.
• Geld ist das Hauptmotiv für Pendler
Jeder Mensch entscheidet sich selbst, zu welchen Bedingungen er arbeitet und welche Kompromisse er dafür bereit ist, einzugehen. Die Motive für das Pendeln können sein: Höhere Löhne in der Zielregion, attraktive oder interessante Jobchancen, Arbeits- oder Rahmenbedingungen (Weiterbildungsmöglichkeiten, Arbeitszeitverteilung, Homeoffice-Möglichkeiten, Karrierechancen etc.), gute Infrastruktur in benachbarte Bundesländer.
Fakt ist: Rechnerisch lohnt sich Pendeln allein aufgrund des Mehrverdienstes in westdeutschen Ländern unterm Strich nicht immer.
Rechenbeispiel: 730 Euro verdient man mehr, wenn man in Sachsen wohnt und in Westdeutschland arbeitet (Medianlohn Sachsen: 3.388 und Westdeutschland: 4.117). Von diesem Mehrverdienst gehen dann aber die Kosten des Pendels ab. Dazu gehören beispiels-weise zusätzliche Kosten für die doppelte Haushaltsführung, für Pendelfahrten zwischen Wohnort und Arbeitsort, Kosten für die Unterhaltung des PKW und nicht zu unterschätzen: die verlorene Zeit für Kinder und Familie.
• Zurück in die Heimat – mit Hilfe der Arbeitsagenturen
Die Arbeitsagenturen im Freistaat Sachsen sind für die Menschen da, die wegen der Arbeit die sächsische Heimat verlassen haben oder die derzeit noch auspendeln. Wer sich beruflich wieder in die Heimat orientieren möchte, kann sich arbeitsuchend melden und zu den Möglichkeiten beraten lassen. Zusätzlich stehen aber auch Online-Angebote wie die Jobbörse der BA zur Verfügung, wo Interessenten über ein kostenfreies Online-Job-Profil zu freien Stellen in Sachsen informiert werden … alles auch per App.