Der aktuelle Ausbildungsmarkt in Sachsen ist stabil. Nach wie vor setzen Arbeitgeber auf Ausbildung, um ihre Fachkräftebedarfe von morgen zu sichern. Im März waren noch rund 9.600 Ausbildungsstellen unbesetzt. Dem gegenüber stehen rund 9.700 Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Rein rechnerisch beste-hen damit noch gute Chancen für Jugendliche auf eine passende Lehrstelle und einen erfolgreichen Start ins Berufsleben.
„Ich freue mich, dass die sächsischen Betriebe trotz der wirtschaftlich Unsicherheiten weiter auf Ausbildung setzen. Deshalb appelliere an alle, die noch eine Ausbildung suchen: Nutzt die Chance und wendet euch an die Berufsberaterinnen und Berufsberater in unseren Arbeitsagenturen. Sie beraten, unterstützen und informieren auch zu Berufen, die vielleicht noch nicht jeder gleich auf dem Schirm hat. Gleichzeitig bieten wir auch eine Vielzahl von digitalen Angeboten, die bei der Ausbildungssuche helfen. Mir ist es wichtig, dass niemand auf der Strecke bleibt. Auch wenn es mit dem Traumberuf nicht gleich klappt, kann alternativ Plan B eine ebenso gute Wahl sein.“, sagte Klaus-Peter Hansen, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit (BA) zur Halbjahresbilanz auf dem Ausbildungsmarkt.
| Gemeldete Ausbildungsbewerber: | 14.066 |
| Ausbildungsbewerber im Vorjahresvergleich: | -87 oder -0,6 Prozent |
| Gemeldete Berufsausbildungsstellen: | 9.665 |
| Berufsausbildungsstellen Vorjahresvergleich: | -634 oder -4,0 Prozent |
| Unversorgte Ausbildungsbewerber: | 9.665 |
| Ausbildungsbewerber im Vorjahresvergleich: | +239 oder +2,5 Prozent |
| Unbesetzte Berufsausbildungsstellen: | 9.665 |
| Berufsausbildungsstellen Vorjahresvergleich: | -828 oder -7,9 Prozent |
Das Ausbildungsjahr beginnt immer im Oktober eines Jahres. Seit Oktober 2025 haben sich in Sachsen insgesamt 14.066 Mädchen und Jungen in den Jugendberufsagenturen gemeldet und bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz beraten lassen. Das sind 87 (0,6 Pro-zent) weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig wurden den sächsischen Arbeitsagentu-ren 15.391 Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind 634 (4,0 Prozent) weniger als im Vorjah-reszeitraum.
Aktuell sind noch 9.665 junge Menschen im Freistaat auf der Suche nach einem Ausbil-dungsplatz. Dem gegenüber stehen 9.623 freie Ausbildungsstellen.
Wer 2026 eine Ausbildung beginnen möchte, hat die Wahl: unter rund 330 anerkannten Aus-bildungsberufen in Deutschland und rund 17.000 Ausbildungsbetrieben in Sachsen. Dass die Entscheidung nicht leicht ist, wissen die knapp 200 Beraterinnen und Berater der 13 Ju-gendberufsagenturen in Sachsen und helfen tagtäglich in persönlichen Gesprächen mit In-formationen, Erfahrungen und Ideen für mögliche Ausbildungswege.
Die Wahl der richtigen Ausbildung ist für viele junge Menschen eine lebensweisende Ent-scheidung. Neben der Berufsberatung an den Schulen ist auch das soziale Umfeld der Ju-gendlichen oft maßgebend für den späteren Berufsweg. Neben Eltern und Freunden prägen zudem Hobbys und die Freizeitgestaltung die möglichen Berufswünsche für die Zukunft. Wegweisend sind hierbei Sportvereine, in denen wichtige Attribute wie Leistungsbereit-schaft, Teamfähigkeit, Durchhaltevermögen und Pünktlichkeit vermittelt werden. Diese Ei-genschaften sind auch essentiell für eine Ausbildung und können den Jugendlichen helfen, ihre beruflichen Ziele konsequent zu verfolgen.
Dass Sport und Ausbildung einiges gemeinsam haben und junge Menschen in vielen Berei-chen weiterbringen, beweisen die Basketballer der NINERS Chemnitz. Die aus dem Verein heraus entstandene NINERS Academy legt großen Wert auf die Förderung ihres Nachwuch-ses und begleitet die jungen Sportler auf ihrem individuellen Weg auch abseits des Spiel-feldes:
"Der Fokus unseres Vereins liegt natürlich im sportlichen Bereich. Dennoch ist uns bewusst, dass nicht jeder junge Athlet später einmal Profispieler werden kann. Deshalb versuchen wir auch Kompetenzen zu stärken, die abseits des Spielfeldes wichtig sind und jungen Menschen helfen, sich gut im Berufsleben zurechtzufinden. Teamgeist, Leistungsbereitschaft, Verläss-lichkeit und Durchhaltevermögen sind auf dem Spielfeld, in der Schule und später im Berufs-leben gleichermaßen hilfreich. Jene Eigenschaften versuchen wir gezielt zu fördern, arbeiten eng mit hiesigen Schulen, insbesondere der Sportoberschule zusammen und unterstützen mit unseren Netzwerken auch im sozialen Bereich", sagt Peter Krautwald, Sportlicher Leiter der NINERS Academy Chemnitz.
Zahlen, Daten, Fakten zum Ausbildungsmarkt:
Die beliebtesten Berufe der Bewerberinnen und Bewerber in Sachsen sind nach wie vor:
1. Verkäufer/in
2. Kfz-Mechatroniker/in
3. Kaufmann/-frau für Büromanagement.
4. Kaufmann/-frau im Einzelhandel
5. Fachlagerist/in
Knapp jeder dritte Jugendliche entscheidet sich für einen TOP-Ten-Beruf. Dazu gehören aktuell auch noch Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung, Tischler/in, Friseur, Medizini-scher Fachangestelte/r und Mechatroniker/in. 9.095 Jugendliche haben sich auf einen ande-ren Ausbildungsberuf festgelegt.
Die meisten unbesetzten Stellen gibt es in den Berufen:
1. Kaufmann/-frau im Einzelhandel
2. Verkäufer/in
3. Mechatroniker/in
4. Fachkraft-Lagerlogistik
5. Zerspannungsmechaniker/in
Gleichzeitig gibt es Berufe, in denen wenige Ausbildungsbewerber aber viele freie Ausbil-dungsstellen gemeldet sind. Dort stehen die Chancen auf eine Ausbildung in Sachsen recht gut.
Chancenberufe: Hier gibt es die meisten freien Stellen und weniger interessierte Bewerber
| 1. | Fachverk.-Lebensm.handwerk - Fleischerei | 33 … freie Lehrstellen pro Bewerber |
| 2. | Beton- und Stahlbetonbauer/in | 19 |
| 3. | Fachwirt/in Handel | 14 |
| 4. | Zerspannungsmechaniker/in | 5 |
| 5. | Eisenbahner/in | 5 |
| 6. | Kaufmann/-frau Einzelhandel | 5 |
| 7. | Kaufm.-Groß/Außenhandelsmanag. Großh | 4 |
| 8. | Werkzeugmechaniker/in | 4 |
| 9. | Kfm. – Versicherung/Finanzanlagen | 4 |
| 10. | Kaufmann/-frau Spedition/Logistik | 4 |
Wer sich beispielsweise für einen dieser Berufe entscheidet, kann zwischen vier und 33 freien Lehrstellen wählen. Darüber hinaus gibt es viele weitere Ausbildungsberufe, in denen es an Bewerbern fehlt. Es lohnt sich also für Ausbildungsinteressierte auf jeden Fall, die Alternativen zu checken.
Hilfe und Unterstützung erhalten die jungen Menschen auf ihrem Weg zum Wunschberuf auch durch zahlreiche Online- und Präsenzangebote der Bundesagentur für Arbeit.
Für Ausbildungssuchende:
1. meinBERUF
meinBERUF liefert Orientierung im gesamten Berufswahlprozess – von der ersten Idee bis zur erfolgreichen Bewerbung. Hier finden sich Themen wie:
• Noch planlos – Hilfe beim Einstieg in die Berufsorientierung
• Berufe & Wege – Überblick über Berufe, Ausbildungs- und Studienwege
• Praktikum – Inhalte zu Praktika, Praktikumssuche und Vorbereitung
• Ausbildung – Informationen zu Ausbildungsarten und Ablauf
• Studium – Inhalte zu Studienfeldern, Studienformen und Vorbereitung
• Bewerbung – Unterstützung vom Lebenslauf bis zum Vorstellungsgespräch
Zusätzlich richtet sich meinBERUF auch an diejenigen, die sie dabei begleiten, also Eltern, Erziehungsberechtige, Lehrende und Beratende.
2. BERUFENET
Den richtigen Beruf zu finden ist für viele junge Menschen nicht einfach. Hierbei hilft das Portal BERUFNET. In verschiedene Kategorien wie Berufsfelder, Studienfelder und Tätig-keitsfelder eingeordnet, können sich Interessierte einen Überblick über die einzelnen Ausbil-dungsinhalte verschaffen. Auch neue Beschäftigungsmöglichkeiten können entdeckt und Berufswelten erkundet werden.
2. AsA – Assistierte Ausbildung
Die Assistierte Ausbildung hilft Jugendlichen und jungen Er-wachsenen, eine Ausbildung zu finden und/ oder abzuschließen. Sie oder er organisiert zum Beispiel Nachhilfestunden für dich oder hilft dir, Probleme im Betrieb zu lösen.
Für Unternehmen:
Der Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit (BA) berät und unterstützt rund um das Thema Personal.
Hilfe zur Veröffentlichung von Stellenangeboten für Ausbildungsplätze und allgemeine In-formationen für Unternehmen, die ausbilden möchten.
Informationen über die Vorteile und Pflichten als Ausbildungsbetrieb und über den Ablauf einer Ausbildung.