Sachsen-Anhalt: Winter erhöht Arbeitslosigkeit – junge Menschen und Männer stärker betroffen

Arbeitslosenquote lag bei 8,0 Prozent +++ Arbeitgeber meldeten im Dezember 3.900 neue Stellen +++ Bei den Arbeitsagenturen waren 18.900 Stellenangebote gelistet +++ Behrens: „Saisonbedingte Freisetzungen, schwache Konjunktur und zurückhaltende Neueinstellungen belasten den Arbeitsmarkt – dennoch bleiben viele Unternehmen an Fachkräften interessiert“ +++

07.01.2026 | Presseinfo Nr. 1

Einschätzung zum Arbeitsmarkt
Zitat:

„Mit Beginn des Winters steigt die Arbeitslosigkeit an. Besonders betroffen sind junge Menschen sowie männliche Arbeitskräfte. Wie in dieser Jahreszeit üblich, kommt es in den Außenberufen häufiger zu Freisetzungen. Auch nach Bereinigung der saisonalen Effekte zeigt sich ein leichter Anstieg. Gleichzeitig finden weniger Arbeitslose eine neue Stelle, da Unternehmen vor dem Jahreswechsel oft zurückhaltender einstellen und die wirtschaftliche Lage weiterhin verhalten bleibt. Dadurch haben es vor allem langzeitarbeitslose Menschen schwer, eine Beschäftigung zu finden. Positiv ist, dass viele Betriebe trotz Unsicherheiten ihre eingearbeiteten Beschäftigten halten möchten, um Fachkräfte langfristig zu sichern. Die aktuellen Entwicklungen spiegeln typische saisonale Effekte und eine gedämpfte Wirtschaftslage wider. Wichtig bleibt, Beschäftigung zu stabilisieren, Chancen für den Wiedereinstieg zu schaffen und gleichzeitig das vorhandene Fachkräftepotenzial zu sichern“, erklärte Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit ist in Sachsen-Anhalt im Dezember 2025 gestiegen. 88.561 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 2.732 Personen mehr (3,2 Prozent) als im November und 2.726 Personen bzw. 3,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8 Prozent und lag mit 0,3 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 7,7 Prozent. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 400 Personen gestiegen. Bei der Arbeitslosigkeit entfiel der größte Anteil der betrachteten Personengruppen auf Langzeitarbeitslose (38,6 Prozent) und Personen ab 50 Jahren (36,1 Prozent). Bei den Langzeitarbeitslosen ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 2,1 Prozent gestiegen. Zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) gehörten 33,9 Prozent (29.987 Personen) aller Arbeitslosen. Das sind 957 Personen (3,3 Prozent) mehr als im Vormonat und 3.182 Personen (11,9 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Arbeitsaufnahmen und Entlassungen

3.878 arbeitslose Personen fanden eine Beschäftigung, das waren 732 weniger als im Vormonat, aber 266 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt meldeten sich 6.610 Menschen im Dezember aus einer Beschäftigung arbeitslos. Das waren 863 mehr als im Vormonat und 46 mehr als vor einem Jahr.

Stellenmeldungen

Im Dezember wurden insgesamt 3.939 freie Stellen von Betrieben aus Sachsen-Anhalt neu gemeldet. Das waren 423 Stellen mehr als im Vormonat (12 Prozent) und 774 mehr als vor einem Jahr (24,5 Prozent). Seit Jahresbeginn wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Sachsen-Anhalt 39.374 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 0,7 Prozent weniger neue Stellen als vor einem Jahr.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte

Stand Oktober waren laut Hochrechnung in Sachsen-Anhalt 796.100 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Zum Vormonat sank die Anzahl um 1.400 Beschäftigte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 5.700 Beschäftigte weniger.

Unterbeschäftigung

Die sogenannte Unterbeschäftigung sank im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent auf 110.317 Personen. Die Unterbeschäftigung weist zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen aus, die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden.

Grundsicherung

Die Jobcenter in Sachsen-Anhalt betreuten im Berichtsmonat insgesamt 118.861 erwerbsfähige Leistungsberechtige. Das waren 228 Personen weniger wie im Vormonat und 4.528 Personen weniger als im Vorjahr.

Kurzarbeit: Anzeigen und realisierte Kurzarbeit

Die Arbeitsagenturen registrierten im Dezember 32 Anzeigen für 910 Beschäftigte. Im November waren es 30 Anzeigen für 371 Beschäftigte. Besonders betroffen waren im Berichtsmonat die Herstellung von Metallerzeugnissen mit 4 Anzeigen für 31 Beschäftigte. Betrachtet man die tatsächlich realisierte Kurzarbeit, so waren nach ersten Hochrechnungen im September 2025 insgesamt 2.354 Beschäftigte in 127 Betrieben in Kurzarbeit. Rein rechnerisch waren damit 0,3 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sachsen-Anhalt von Kurzarbeit betroffen.

Kurz-Bilanz 2025

Durchschnittlich 3.700 Arbeitslose mehr als 2024 – Arbeitgeber bieten 300 Jobs weniger an als im Vorjahr – weniger Menschen sind auf Grundsicherung angewiesen

Im Jahresdurchschnitt waren in Sachsen-Anhalt 88.600 Männer und Frauen ohne Arbeit. 2024 waren im Jahresschnitt 84.800 Menschen arbeitslos. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag 2025 bei 8,0 Prozent, 0,3 Prozentpunkte höher als 2024. Einen leichten Rückgang gab es 2025 bei der Arbeitskräftenachfrage. So meldeten Arbeitgeber den Arbeitsagenturen insgesamt 39.400 Arbeitsstellen, das waren 300 weniger als noch 2024. Insgesamt waren 2025 im Schnitt 18.800 gemeldete Stellen im Bestand. 2024 waren im Schnitt 20.000 offene Stellen gemeldet. Die Zahl der Menschen, die auf Grundsicherungsleistungen angewiesen waren, ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. 2025 wurden in Sachsen-Anhalt rund 121.300 erwerbsfähige Leistungsberechtigte von den Jobcentern betreut, 2024 waren es im Schnitt 126.500.

Tipp:Der Stichtag für die Bestandszählung von Personen in der Arbeitsmarkt-, Grundsicherungs- und Förderstatistik war am 11.12.2025.