In Thüringen ist jede dritte Leitungsposition mit einer Frau besetzt. Das zeigt eine aktuelle Datenauswertung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen. Insgesamt arbeiteten in Thüringen im Jahr 2025 13.400 Frauen in Leitungspositionen. Das waren 32 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in leitenden Tätigkeiten. Im Jahr 2015 waren es 13.300 Frauen in diesem Bereich. Im Bundesschnitt zeigte sich voriges Jahr ein Frauenanteil bei Beschäftigten in Berufen mit Aufsicht und Führung von nur 28 Prozent, in Ostdeutschland lag der Wert insgesamt bei 35 Prozent.
Im Gesundheitswesen und Dienstleistungsbereich ist der Frauenanteil in Leitungspositionen am höchsten
Die besten Karrierechancen hatten Frauen im Bereich von Erziehung und Unterricht. Dort waren knapp 67 Prozent der Beschäftigten in Leitungspositionen weiblich, im Gesundheits- und Sozialwesen waren es 58 Prozent. Im Bereich „Erbringung sonstiger Dienstleistungen“ gab es knapp 60 Prozent der beschäftigten Frauen im Bereich Aufsicht und Führung. Dazu zählen zum Beispiel Gewerkschaften und Sozialverbände aber auch Friseursalons und Kosmetikstudios. In der Öffentlichen Verwaltung lag der Anteil von Frauen in Leitungspositionen bei 51 Prozent. Die schlechtesten Karrierechancen hatten Frauen in Thüringen im Baugewerbe, der Anteil von Frauen in Leitungspositionen lag bei 7 Prozent.
In Städten gab es mehr Frauen in Führungsberufen
Auch regional gab es im vorigen Jahr Unterschiede. In den Städten Erfurt, Gera, Jena, Suhl und Weimar lag der Anteil von Frauen in Leitungspositionen zwischen 35 Prozent und 41 Prozent am höchsten. Der Grund dafür ist, dass in Städten größere Behörden und Unternehmen ansässig sind, die Leistungspositionen eher mit Frauen besetzen. Im Eichsfeld und in Sonneberg war der Anteil mit 25 Prozent am niedrigsten.
Männer in der Führungsebene verdienten mehr
Deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen zeigten sich auch beim durchschnittlichen Bruttomonatsentgelt. So erhielten Männer in Leitungsberufen im Jahr 2024 rund 5.300 € (Median) monatlich, während es bei Frauen 4.800 € (Median) waren.
Zitat:Thüringer Ministerin für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie Katharina Schenk sagt: „Zwar schneidet Ostdeutschland bei weiblich besetzten Führungspositionen nach wie vor besser ab als der Westen, dennoch zeigen die Zahlen, dass von echter Gleichstellung noch keine Rede sein kann. Flexible Arbeitszeitmodelle, die stärkere Einbeziehung von Männern in die familiäre Sorgearbeit und letztlich auch Quotenregelungen sind weiter wichtig. Es ist unser Anspruch, Thüringen zum familienfreundlichsten Bundesland zu entwickeln. Das wird einen Beitrag zur Vereinbarkeit leisten.“
Zitat:Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Thüringen-Thüringen Markus Behrens erklärt: Ausschlaggebend für Führungskräfte sind Fähigkeiten, wie etwa Mitarbeitende zu inspirieren und zu motivieren. Und das sollte sowohl für Männer als auch für Frauen möglich sein. Mentoring-Programme helfen, Hindernisse abzubauen, mit denen Frauen auf ihrem Karriereweg konfrontiert sind. Sie bieten Frauen die Gelegenheit, ihre Fähigkeiten und Kompetenz offenzulegen. Für Beschäftigte mit Betreuungspflichten helfen Maßnahmen, die die zeitliche und räumliche Flexibilität erhöhen. Dazu zählt die Möglichkeit zur Homeoffice-Arbeit ebenso wie das Angebot flexibler Arbeitszeitmodelle.“