Leiharbeit in Thüringen sinkt weiter

06.03.2026 | Presseinfo Nr. 14

Arbeitnehmerüberlassung- auch Zeitarbeit oder Leiharbeit genannt- ist seit vielen Jahren eine feste Größe am deutschen Arbeitsmarkt. Die flexible Beschäftigung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ermöglicht es Unternehmen, ihren Personalbedarf zügig an Auftragsschwankungen anzupassen. Sie ist gekennzeichnet durch ein Dreiecksverhältnis zwischen einem Verleihenden, einem Arbeitnehmenden und einem Entleihenden.

Die Zahl der Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter in Thüringen ist weiter rückläufig. Im Juni 2025 waren rund 19.700 Personen in der Zeitarbeit beschäftigt. Das sind 3.700 weniger als im Vorjahr und entspricht einem Rückgang von 15,9 Prozent. Damit bleibt die Zeitarbeit ein Randphänomen und macht weiterhin nur einen kleinen Teil des Arbeitsmarktes aus: Rund zwei Prozent aller Beschäftigten in Thüringen arbeiteten 2025 in der Arbeitnehmerüberlassung.

Weniger deutsche und ausländische Leiharbeitende

Die Zahl der deutschen Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer sank um 1.800 Personen, bei den ausländischen Beschäftigten waren es 1.900 weniger. Ihr Einsatz wird vor allem in der Logistik und der Industrie genutzt:

  • Lagerwirtschaft, Post, Zustellung und Güterumschlag 34 Prozent
  • Metall- und Maschinenbauberufen 20 Prozent
  • Lebensmittel- und Genussmittelherstellung 5 Prozent
Weniger neue Stellenmeldungen

Im Jahr 2025 nahmen 6.900 Arbeitslose eine Beschäftigung in der Zeitarbeit auf – rund 100 mehr als 2024. Gleichzeitig meldeten sich 7.500 ehemalige Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer arbeitslos, davon 68 Prozent aus dem Helferbereich. Die Zeitarbeitsunternehmen meldeten 2025 rund 5.700 neue Stellen bei den Arbeitsagenturen – 500 weniger als im Vorjahr. 41 Prozent der Stellen richteten sich an Helfer und 52 Prozent an Fachkräfte.

Leiharbeit wird geringer entlohnt

Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer verdienten Ende 2024 im Median 2.300 Euro brutto im Monat, deutlich weniger als der Durchschnitt aller Vollzeitbeschäftigten mit 3.300 Euro.

Der Unterschied erklärt sich vor allem durch:

  • einen hohen Anteil an Helfertätigkeiten,
  • einen geringen Einsatz von Spezialisten und Experten,
  • sowie eine tarifliche Wochenarbeitszeit von 35 Stunden in der Zeitarbeit.
Zitat:

Der Vorsitzende der BA Regionaldirektion, Markus Behrens sagt: „Die aktuellen konjunkturellen Unsicherheiten belasten auch die Zeitarbeit. In vielen Branchen ist die wirtschaftliche Nachfrage schwächer geworden. Wenn Unternehmen weniger produzieren oder ihre Aufträge zurückgehen, bauen sie zuerst Zeitarbeitskräfte ab, bevor sie die Stammbelegschaft reduzieren. Zeitarbeit ist oft der erste Bereich, der bei Auftragsrückgang schrumpft. Auf der anderen Seite beschäftigen Unternehmen eher langfristig in Stammverhältnissen als über Zeitarbeit.“