Beschäftigungsquoten in Sachsen-Anhalt:

Deutlich stärkerer Anstieg bei ausländischen Beschäftigten

23.03.2026 | Presseinfo Nr. 18

Die Beschäftigungsquoten messen den Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Sie ist ein zentraler Indikator für die wirtschaftliche Stärke einer Region.

Spitzenwert im Ländervergleich

Mitte des Jahres 2025 lag die Beschäftigungsquote in Sachsen-Anhalt bei 65,5 Prozent. Damit übertraf das Land den Bundesdurchschnitt um 2,3 Prozentpunkte und Ostdeutschland um 2,1 Prozentpunkte. Mit 63,7 Prozent erreichte Sachsen-Anhalt bei den Frauen den höchsten Wert aller Bundesländer.

Starker Beschäftigungszuwachs bei Ausländern

In den vergangenen zehn Jahren stieg die Beschäftigungsquote deutscher sozialversicherungspflichtig Beschäftigter um 6 Prozentpunkte auf 66,6 Prozent. Deutlich dynamischer entwickelte sich die Quote bei ausländischen Beschäftigten. Sie erhöhte sich von 31,1 Prozent auf 54,9 Prozent.

Zunehmende Integration von Schutzsuchenden

Unter Schutzsuchenden aus Asylherkunftsländern lag die Beschäftigungsquote vergangenes Jahr bei 37 Prozent. Im Juni 2022 waren es noch 31,9 Prozent. Besonders stark fiel der Anstieg bei ukrainischen Beschäftigten aus. Ihre Quote erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 12,1 Prozent auf 30,3 Prozent.

Rechtliche Rahmenbedingungen als Erfolgsfaktor

Ein wesentlicher Grund für die positive Entwicklung bei Ukrainern war die besondere rechtliche Situation. Vereinfachte Anerkennungsverfahren, gezielte Sprachförderung und spezielle Arbeitsmarktprogramme beschleunigten den Einstieg in Beschäftigung. Hinzu kamen häufig gut verwertbare Berufsabschlüsse und Qualifikationen. Diese erleichterten insbesondere den Zugang zu Branchen mit Fachkräftebedarf.

Zitat:

Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt – Thüringen sagt dazu: „Sachsen-Anhalt zeigt, dass gezielte Integrationsmaßnahmen und gute Rahmenbedingungen die Beschäftigung nachhaltig stärken – insbesondere bei ausländischen Arbeitskräften und Schutzsuchenden. Das ist angesichts der demografischen Entwicklung dringend notwendig.“

Zitat:

Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne: „Sachsen-Anhalt nimmt bei Beschäftigungsquoten einen Spitzenplatz ein. Im Sinne der dringend auf Arbeitskräfte angewiesenen Unternehmen werden wir diesen positiven Trend fortsetzen. Um alle Beschäftigungspotentiale zu heben, setzen wir neben guten Arbeitsbedingungen für unsere Beschäftigten auch auf die Aktivierung von Arbeitslosen, die Integration internationaler Fachkräfte und eine intensive berufliche Aus- und Weiterbildung.“

 

Quelle: Statistik BA 

Hintergrund: In den Zähler der Beschäftigungsquote - die Zahl der Beschäftigten zwischen 15 und 64 Jahren am Wohnort - fließen sowohl Voll- als auch Teilzeitbeschäftigte ein. Beamtinnen und Beamte, Selbstständige und mithelfende Familienangehörige sind hingegen nicht berücksichtigt. Den Nenner bildet die Wohnbevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren. Dabei ist die Hauptwohnung innerhalb Deutschlands ausschlaggebend. Somit berücksichtigt die Beschäftigungsquote auch alle hier gemeldeten ausländischen Staatsangehörigen.