Thüringen: Winter erhöht Arbeitslosigkeit – junge Menschen und Männer stärker betroffen

Arbeitslosenquote lag bei 6,3 Prozent +++ Arbeitgeber meldeten im Dezember 3.300 neue Stellen +++ Bei den Arbeitsagenturen waren 15.400 Stellenangebote gelistet +++ Behrens: „Saisonbedingte Freisetzungen, schwache Konjunktur und zurückhaltende Neueinstellungen belasten den Arbeitsmarkt – dennoch bleiben viele Unternehmen an Fachkräften interessiert“ +++

07.01.2026 | Presseinfo Nr. 2

Einschätzung zum Arbeitsmarkt
Zitat:

„Mit Beginn des Winters steigt die Arbeitslosigkeit an. Besonders betroffen sind junge Menschen sowie männliche Arbeitskräfte. Wie in dieser Jahreszeit üblich, kommt es in den Außenberufen häufiger zu Freisetzungen. Auch nach Bereinigung der saisonalen Effekte zeigt sich ein leichter Anstieg. Gleichzeitig finden weniger Arbeitslose eine neue Stelle, da Unternehmen vor dem Jahreswechsel oft zurückhaltender einstellen und die wirtschaftliche Lage weiterhin verhalten bleibt. Dadurch haben es vor allem langzeitarbeitslose Menschen schwer, eine Beschäftigung zu finden. Positiv ist, dass viele Betriebe trotz Unsicherheiten ihre eingearbeiteten Beschäftigten halten möchten, um Fachkräfte langfristig zu sichern. Die aktuellen Entwicklungen spiegeln typische saisonale Effekte und eine gedämpfte Wirtschaftslage wider. Wichtig bleibt, Beschäftigung zu stabilisieren, Chancen für den Wiedereinstieg zu schaffen und gleichzeitig das vorhandene Fachkräftepotenzial zu sichern“, erklärte Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit ist in Thüringen im Dezember 2025 gestiegen. 69.344 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 1.360 Personen mehr (2 Prozent) als im November und 1.404 Personen bzw. 2,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,3 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 6,2 Prozent. Der Bestand ist auch nach Saisonbereinigung identisch. Bei der Arbeitslosigkeit entfiel der größte Anteil der betrachteten Personengruppen auf Personen ab 50 Jahren (37 Prozent) und Langzeitarbeitslose (35,9 Prozent). Bei den Langzeitarbeitslosen ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 1 Prozent
gestiegen. Zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) gehörten 39,5 Prozent (27.404 Personen) aller Arbeitslosen. Das sind 710 Personen (2,7 Prozent) mehr als im Vormonat und 2.455 Personen (9,8 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Arbeitsaufnahmen und Entlassungen

3.321 arbeitslose Personen fanden eine Beschäftigung, das waren 793 weniger als im Vormonat
und 42 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt meldeten sich 5.368 Menschen im Dezember aus einer Beschäftigung arbeitslos. Das waren 392 mehr als im Vormonat und 93 weniger als vor einem Jahr.

Stellenmeldungen

Im Dezember wurden insgesamt 3.322 freie Stellen von Betrieben aus Thüringen neu gemeldet. Das waren 492 Stellen mehr als im Vormonat (17,4 Prozent) und 468 mehr als vor einem Jahr (16,4 Prozent). Seit Jahresbeginn wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Thüringen 37.049 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 5,9 Prozent mehr neue Stellen als vor einem Jahr.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte

Stand Oktober waren laut Hochrechnung in Thüringen 789.800 Menschen
sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Zum Vormonat sank die Anzahl um 1.200 Beschäftigte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 10.000 Beschäftigte weniger.

Unterbeschäftigung

Die sogenannte Unterbeschäftigung sank im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent auf 84.538
Personen. Die Unterbeschäftigung weist zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen aus, die
Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden.

Grundsicherung

Die Jobcenter in Thüringen betreuten im Berichtsmonat insgesamt 81.203 erwerbsfähige
Leistungsberechtige. Das waren 181 Personen weniger wie im Vormonat und 4.723 Personen
weniger als im Vorjahr.

Kurzarbeit: Anzeigen und realisierte Kurzarbeit

Die Arbeitsagenturen registrierten im Dezember 85 Anzeigen für 1.381 Beschäftigte. Im November waren es 85 Anzeigen für 1.081 Beschäftigte. Besonders betroffen waren im Berichtsmonat die Herstellung von Metallerzeugnissen mit 17 Anzeigen für 268 Beschäftigte.
Betrachtet man die tatsächlich realisierte Kurzarbeit, so waren nach ersten Hochrechnungen im
September 2025 insgesamt 7.611 Beschäftigte in 337 Betrieben in Kurzarbeit. Rein rechnerisch
waren damit 1,0 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Thüringen von Kurzarbeit betroffen.

Kurz-Bilanz 2025

Durchschnittlich 1.600 Arbeitslose mehr als 2024 – Arbeitgeber bieten 2.100 Jobs weniger an als
im Vorjahr – weniger Menschen sind auf Grundsicherung angewiesen

Im Jahresdurchschnitt waren in Thüringen 70.400 Männer und Frauen ohne Arbeit. 2024 waren im Jahresschnitt 68.800 Menschen arbeitslos. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag 2025 bei 6,4 Prozent, 0,2 Prozentpunkte höher als 2024. Einen Anstieg gab es 2025 bei der
Arbeitskräftenachfrage. So meldeten Arbeitgeber den Arbeitsagenturen insgesamt 37.000
Arbeitsstellen, das waren 2.100 mehr als noch 2024. Insgesamt waren 2025 im Schnitt 15.000
gemeldete Stellen im Bestand. 2024 waren im Schnitt 15.100 offene Stellen gemeldet. Die Zahl der Menschen, die auf Grundsicherungsleistungen angewiesen waren, ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. 2025 wurden in Thüringen rund 84.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte von den Jobcentern betreut, 2024 waren es im Schnitt 88.200.

Tipp:Der Stichtag für die Bestandszählung von Personen in der Arbeitsmarkt-, Grundsicherungs- und Förderstatistik war am 11.12.2025.