Einschätzung zum Arbeitsmarkt
„Die Arbeitslosigkeit sank in Thüringen in den letzten Wochen leicht, und zwar über alle betrachteten Personengruppen hinweg. Allerdings stieg die Arbeitslosigkeit nach der saisonalen Bereinigung leicht an. Dennoch lag die Zahl der Arbeitslosen weiterhin über dem Niveau des Vorjahres. Auffällig war zudem, dass die Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen im Vergleich zum Vorjahr überdurchschnittlich gestiegen ist. Der Zugang neuer Stellen sank zum Vormonat und der Stellenbestand veränderte sich gegenüber dem Vormonat kaum. Gerade in dieser Phase ist es sinnvoll, auf Weiterbildung zu setzen. Zusätzliche Qualifikationen können die Chancen auf eine neue Beschäftigung deutlich verbessern“, erklärte Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosigkeit ist in Thüringen im März 2026 gesunken. 72.242 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 1.070 Personen weniger (-1,5 Prozent) als im Februar, aber 754 Personen bzw. 1,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,6 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten unter dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 6,5 Prozent. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 200 Personen gestiegen. Bei der Arbeitslosigkeit entfiel der größte Anteil der betrachteten Personengruppen auf Personen ab 50 Jahren (36,3 Prozent) und Langzeitarbeitslose (35,2 Prozent). Bei den Langzeitarbeitslosen ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 0,1 Prozent gesunken.
Zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) gehörten 41,7 Prozent (30.114 Personen) aller Arbeitslosen. Das sind 767 Personen (2,5 Prozent) weniger als im Vormonat, aber 2.501 Personen (9,1 Prozent) mehr als vor einem Jahr.
Arbeitsaufnahmen und Entlassungen
5.174 arbeitslose Personen fanden eine Beschäftigung, das waren 1.064 mehr als im Vormonat und 91 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt meldeten sich 5.374 Menschen im März aus einer Beschäftigung arbeitslos. Das waren 268 mehr als im Vormonat und 111 mehr als vor einem Jahr.
Stellenmeldungen
Im März wurden insgesamt 3.494 freie Stellen von Betrieben aus Thüringen neu gemeldet. Das waren 646 Stellen weniger als im Vormonat (-15,6 Prozent), aber 117 mehr als vor einem Jahr (3,5 Prozent). Seit Jahresbeginn wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Thüringen 10.481 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 17,2 Prozent mehr neue Stellen als vor einem Jahr.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte
Stand Januar 2026 waren laut Hochrechnung in Thüringen 776.200 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Zum Vormonat sank die Anzahl um 6.600 Beschäftigte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 8.100 Beschäftigte weniger.
Unterbeschäftigung
Die sogenannte Unterbeschäftigung sank im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent auf 87.797 Personen. Die Unterbeschäftigung weist zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen aus, die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden.
Grundsicherung
Die Jobcenter in Thüringen betreuten im Berichtsmonat insgesamt 80.434 erwerbsfähige Leistungsberechtige. Das waren 592 Personen weniger wie im Vormonat und 5.735 Personen weniger als im Vorjahr.
Kurzarbeit: Anzeigen und realisierte Kurzarbeit
Die Arbeitsagenturen registrierten im März 86 Anzeigen für 1.387 Beschäftigte. Im Februar waren es 83 Anzeigen für 1.074 Beschäftigte. Besonders betroffen waren im Berichtsmonat die Bauvorbereitung mit 14 Anzeigen für 70 Beschäftigte. Betrachtet man die tatsächlich realisierte Kurzarbeit, so waren nach ersten Hochrechnungen im Dezember 2025 insgesamt 4.981 Beschäftigte in 268 Betrieben in Kurzarbeit. Rein rechnerisch waren damit 0,6 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Thüringen von Kurzarbeit betroffen.
Tipp:Der Stichtag für die Bestandszählung von Personen in der Arbeitsmarkt-, Grundsicherungs- und Förderstatistik war am 12.03.2026.