Sachsen-Anhalt: Arbeitsmarkt im Frühjahr – Saisoneffekt entlastet den Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquote lag bei 8,1 Prozent +++ Arbeitgeber meldeten im April 3.388 neue Stellen +++ Bei den Arbeitsagenturen waren 17.959 Stellenangebote gelistet +++ Behrens: „Saisonale Effekte sorgen für leichte Entlastung auf dem Arbeitsmarkt, doch wirtschaftliche Unsicherheiten und strukturelle Probleme bremsen die Entwicklung weiter.“ +++

30.04.2026 | Presseinfo Nr. 28

Einschätzung zum Arbeitsmarkt
Zitat:

„Die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt zeigt ein gemischtes Bild. Zwar sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Zuge der Frühjahrsbelebung, doch saisonbereinigt erkennen wir keine echte Verbesserung. Im Gegenteil: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit gestiegen, besonders im Bereich der Arbeitslosenversicherung. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen nimmt weiter zu, was ein deutliches Warnsignal ist. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften verhalten. Dies unterstreicht die geringe Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes. Gründe dafür sind vor allem die anhaltende Schwäche der Industrie und steigende Energiepreise. Diese belasten Unternehmen und führen zu Unsicherheit. Unsere Aufgabe bleibt es, Menschen gezielt zu unterstützen, Qualifikationen zu fördern und Betriebe bei der Suche nach Personal zu begleiten“, erklärte Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit ist in Sachsen-Anhalt im April 2026 gesunken. 89.892 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 1.569 Personen weniger (-1,7 Prozent) als im März, aber 1.565 Personen bzw. 1,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8,1 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten unter dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 8 Prozent. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 200 Personen gestiegen. Bei der Arbeitslosigkeit entfiel der größte Anteil der betrachteten Personengruppen auf Langzeitarbeitslose (38,8 Prozent) und Personen ab 50 Jahren (35,7 Prozent). Bei den Langzeitarbeitslosen ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 0,2 Prozent gestiegen.

Zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) gehörten 35 Prozent (31.457 Personen) aller Arbeitslosen. Das sind 1.062 Personen (3,3 Prozent) weniger als im Vormonat, aber 2.271 Personen (7,8 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Arbeitsaufnahmen und Entlassungen

6.736 arbeitslose Personen fanden eine Beschäftigung, das waren 751 mehr als im Vormonat und 561 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt meldeten sich 5.848 Menschen im April aus einer Beschäftigung arbeitslos. Das waren genauso viele wie im Vormonat, aber 362 mehr als vor einem Jahr.

Stellenmeldungen

Im April wurden insgesamt 3.388 freie Stellen von Betrieben aus Sachsen-Anhalt neu gemeldet. Das waren 141 Stellen weniger als im Vormonat (-4 Prozent) und 281 weniger als vor einem Jahr (-7,7 Prozent). Seit Jahresbeginn wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Sachsen-Anhalt 12.884 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 0,4 Prozent weniger neue Stellen als vor einem Jahr.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte

Stand Februar 2026 waren laut Hochrechnung in Sachsen-Anhalt 782.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Zum Vormonat sank die Anzahl um 200 Beschäftigte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 7.900 Beschäftigte weniger.

Unterbeschäftigung

Die sogenannte Unterbeschäftigung stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent auf 112.556 Personen. Die Unterbeschäftigung weist zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen aus, die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden.

Grundsicherung

Die Jobcenter in Sachsen-Anhalt betreuten im Berichtsmonat insgesamt 118.515 erwerbsfähige Leistungsberechtige. Das waren 660 Personen weniger wie im Vormonat und 4.412 Personen weniger wie im Vorjahr.

Kurzarbeit: Anzeigen und realisierte Kurzarbeit

Die Arbeitsagenturen registrierten im April 46 Anzeigen für 475 Beschäftigte. Im März waren es 76 Anzeigen für 1.671 Beschäftigte. Besonders betroffen waren im Berichtsmonat die Herstellung von Metallerzeugnissen mit 3 Anzeigen für 70 Beschäftigte, der Hochbau mit 6 Anzeigen für 47 Beschäftigte und die Bauvorbereitung mit 12 Anzeigen für 65 Beschäftigte. Betrachtet man die tatsächlich realisierte Kurzarbeit, so waren nach ersten Hochrechnungen im Januar 2026 insgesamt 1.846 Beschäftigte in 91 Betrieben in Kurzarbeit. Rein rechnerisch waren damit 0,2 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sachsen-Anhalt von Kurzarbeit betroffen.

Tipp:Der Stichtag für die Bestandszählung von Personen in der Arbeitsmarkt-, Grundsicherungs- und Förderstatistik war am 13.04.2026.