Engpassberufe in Sachsen-Anhalt: Trotz schwacher Konjunktur - Qualifizierte Fachkräfte dringend gesucht: Engpässe in 22 Berufsgruppen

Engpässe vor allem auf Fachkraftniveau +++ Über ein Fünftel der gemeldeten Stellenangebote entfiel auf Engpassberufe +++ nur sechs Prozent der Arbeitslosen sucht nach einer Stelle in einem Engpassberuf +++

 

10.07.2026 | Presseinfo Nr. 46

Zahl der Engpassberufe sinkt

Die Zahl der Engpassberufe ist in Sachsen-Anhalt im Jahr 2025 gestiegen. Das geht aus der jährlichen Fachkräfteengpassanalyse der BA hervor. In 22 Berufsgruppen zeigen sich Engpässe bei der Besetzung offener Stellen. Dies sind zwei mehr als im Jahr zuvor. Bei den Berufen die kurz davor sind ein Engpass zu werden – die Berufe unter Beobachtung – ist die Anzahl um eine Berufsgruppe angestiegen.

Zitat:

„Die Zahl der Engpassberufe ist gestiegen. Trotz schwacher Konjunktur und hoher Arbeitslosigkeit können Betriebe ihre freien Stellen aber oft nicht nachbesetzen, weil Fachkräfte fehlen. Immer mehr Menschen der geburtenstarken Jahrgänge gehen in Rente. Dieser Trend wird sich besonders drastisch in den nächsten fünf Jahren fortsetzen, wenn die Babyboomer den Ruhestand antreten. Aufgrund dieser demografischen Entwicklung werden in den kommenden Jahren viele gut qualifizierte und erfahrene Fachkräfte den Arbeitsmarkt verlassen. Ebenfalls fordert der Strukturwandel für die Zukunft gut ausgebildetes Personal mit Weiterbildungsbereitschaft, um bei den immer schnelleren Entwicklungen mitzuhalten. Die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter unterstützen Beschäftigte, Arbeitsuchende sowie Unternehmen dabei mit umfassender Beratung und passgenauen Förderinstrumenten“, erklärt Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

Zu den beschäftigungsstärksten Engpassberufen zählten 2025 vor allem Pflege- und Gesundheitsberufe und Berufe im verarbeitenden Gewerbe. Technische Berufe waren vor allem im Bereich Mechatronik und Automatisierungstechnik, Energietechnik und Bauberufen betroffen. Es bestanden aber auch Engpässe in Dienstleistungsberufen wie in der Gastronomie oder im Lebensmittelverkauf. 20 weitere Berufsgruppen weisen zwar keinen Engpass aus, stehen jedoch unter Beobachtung, weil sie sich potenziell zu Engpassberufen entwickeln könnten.

Jede fünfte gemeldete Stelle bezieht sich auf Engpassberufe

Im Jahresdurchschnitt wurden 2025 rund 37.900 Arbeitsstellen von den Betrieben gemeldet. 8.500 der Stellenangebote richtete sich an Menschen mit einem Engpassberuf Von den Arbeitslosen im Bestand suchten dagegen nur ca. sechs Prozent eine Beschäftigung in einem Engpassberuf. 

Die Engpassanalyse verdeutlicht einmal mehr das Mismatch auf dem Arbeitsmarkt. Auf der einen Seite halten viele Unternehmen ihre gut eingearbeiteten Fachkräfte und suchen im Zuge des demografischen Wandels weiterhin neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trotz der konjunkturell schwierigen Lage. Auf der anderen Seite droht gerade für unzureichend qualifizierte Menschen eine Verfestigung der Arbeitslosigkeit. Mit einer guten Qualifikation und Weiterbildungsbereitschaft ist man den Herausforderungen des Strukturwandels gewappnet.

Methodik und interaktive Analysen

Für die Fachkräfteengpassanalyse werden die Berufsgattungen auf Basis von sechs Engpassindikatoren bewertet. Dazu zählen etwa die Besetzungsdauer gemeldeter Stellen, die berufsspezifische Arbeitslosenquote und die Entgeltentwicklung.

Die aktuelle Fachkräfteengpassanalyse, eine vollständige Berufeliste sowie die Indikatoren können in unserem Statistik-Portal werden. https://statistik.arbeitsagentur.de/SiteGlobals/Forms/Suche/Einzelheftsuche_Formular.html?topic_f=fachkraefte-engpassanalyse