Thüringen: Arbeitslosigkeit steigt im Juli saisonbedingt – Stellenzugang entwickelt sich positiv

Arbeitslosenquote lag bei6,5 Prozent +++ Arbeitgeber meldeten im Juli 3.500 neue Stellen +++ Bei den Arbeitsagenturen waren15.700 Stellenangebote gelistet +++ Behrens: „Das Ende des Schul- und Ausbildungsjahres sowie die Sommerpause vieler Betriebe führen zu einem erwartbaren Anstieg der Arbeitslosigkeit in Thüringen. Gleichzeitig werden mehr Stellen gemeldet, während wirtschaftliche Unsicherheiten Neueinstellungen weiterhin bremsen.“ +++

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 52

Einschätzung zum Arbeitsmarkt
Zitat:

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli war vor allem durch saisonale Effekte geprägt. Mit dem Ende des Schul- und Ausbildungsjahres sowie der Ferienzeit suchten viele junge Menschen eine Beschäftigung, während zahlreiche Betriebe ihre Personaleinstellungen zunächst zurückstellten. Gleichzeitig wirkten sich die anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten auf den Arbeitsmarkt aus. Unternehmen prüften Neueinstellungen besonders sorgfältig, was die Dynamik bei der Arbeitsaufnahme begrenzte. Positiv war jedoch, dass zuletzt wieder mehr offene Stellen gemeldet wurden als im Vormonat und auch mehr als im Vorjahr. Das zeigte, dass weiterhin Personalbedarf bestand. Gleichzeitig machten die anhaltend niedrigen Stellenbestände und die steigende Langzeitarbeitslosigkeit deutlich, dass sich die strukturellen Herausforderungen verschärfen. Besonders Menschen ohne Berufsabschluss oder mit geringen Qualifikationen hatten es zunehmend schwer, eine Beschäftigung zu finden. Deshalb bleiben Qualifizierung, Weiterbildung und passgenaue Vermittlung entscheidende Voraussetzungen, um Arbeitsuchenden langfristig gute Perspektiven zu eröffnen und den Fachkräftebedarf der Unternehmen zu sichern“, erklärte Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.“, erklärte Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit ist in Thüringen im Juli 2026 gestiegen. 71.152 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 2.767 Personen mehr (4 Prozent) als im Juni, aber 811 Personen bzw. 1,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,5 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 6,5 Prozent. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 200 Personen gestiegen. Bei der Arbeitslosigkeit entfiel der größte Anteil der betrachteten Personengruppen auf Personen ab 50 Jahren (35,8 Prozent) und Langzeitarbeitslose (35,6 Prozent). Bei den Langzeitarbeitslosen ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 0,9 Prozent gestiegen. Zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) gehörten 42,1 Prozent (29.929 Personen) aller Arbeitslosen. Das sind 2.105 Personen (7,6 Prozent) mehr als im Vormonat und 1.890 Personen (6,7 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Zu- und Abgänge aus Arbeitslosigkeit

4.385 arbeitslose Personen fanden eine Beschäftigung, das waren 45 mehr als im Vormonat und 59 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt meldeten sich 6.082 Menschen im Juli aus einer Beschäftigung arbeitslos. Das waren 1.746 mehr als im Vormonat und 163 mehr als vor einem Jahr.

Stellenmeldungen

Im Juli wurden insgesamt 3.503 freie Stellen von Betrieben aus Thüringen neu gemeldet. Das waren 329 Stellen mehr als im Vormonat (10,4 Prozent) und 226 mehr als vor einem Jahr (6,9 Prozent). Seit Jahresbeginn wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Thüringen 23.920 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 11,5 Prozent mehr neue Stellen als vor einem Jahr.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte

Stand Mai 2026 waren laut Hochrechnung in Thüringen 774.700 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Zum Vormonat sank die Anzahl um 1.100 Beschäftigte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 10.500 Beschäftigte weniger.

Unterbeschäftigung

Die sogenannte Unterbeschäftigung sank im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent auf 85.762 Personen. Die Unterbeschäftigung weist zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen aus, die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden.

Grundsicherung

Die Jobcenter in Thüringen betreuten im Berichtsmonat insgesamt 78.481 erwerbsfähige Leistungsberechtige. Das waren 1.174 Personen weniger wie im Vormonat und 5.495 Personen weniger wie im Vorjahr.

Kurzarbeit: Anzeigen und realisierte Kurzarbeit

Die Arbeitsagenturen registrierten im Juli 37 Anzeigen für 513 Beschäftigte. Im Juni waren es 60 Anzeigen für 1.315 Beschäftigte. Betroffen waren im Berichtsmonat beispielsweise die Herstellung von Metallerzeugnissen, die Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren und die Bauvorbereitung. Betrachtet man die tatsächlich realisierte Kurzarbeit, so waren nach ersten Hochrechnungen im April 2026 insgesamt 4.373 Beschäftigte in 263 Betrieben in Kurzarbeit. Rein rechnerisch waren damit 0,6 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Thüringen von Kurzarbeit betroffen.

Tipp:Der Stichtag für die Bestandszählung von Personen in der Arbeitsmarkt-, Grundsicherungs- und Förderstatistik war am 13.07.2026.