Einschätzung zum Arbeitsmarkt
Zitat:„Im August stieg die Zahl der Arbeitslosen vor allem institutionell und saisonal bedingt leicht an. Zusätzlich spiegelte die saisonbereinigt gestiegene Arbeitslosigkeit die schwache Konjunktur wider. Der ausschlaggebende Punkt blieb die, für August typisch, gestiegene Jugendarbeitslosigkeit. Der Fokus muss jetzt weiterhin auf denjenigen liegen, die weder Schul- noch Berufsabschluss vorweisen können. Sie dürfen den Anschluss auf dem Arbeitsmarkt nicht verlieren. Wir müssen daher jede Anstrengung unternehmen, um genau diesen jungen Menschen eine passende Perspektive zu eröffnen. Für die nächsten Monate zeichnet sich zwar insgesamt keine dauerhafte wirtschaftliche Belebung ab, dennoch behauptet sich der Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen weiterhin gut. Einen erheblichen Beitrag zur Stabilität leisten zunehmend Beschäftigte mit ausländischer Herkunft. Sie kompensieren den demografischen Rückgang und sichern den Arbeitskräftebedarf der Unternehmen. Eine verstärkte Erwerbsmigration ist daher unumgänglich, um den Arbeitsmarkt nachhaltig zu sichern.“, erklärte Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.
Entwicklung der Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosigkeit ist in Sachsen-Anhalt im August 2026 gestiegen. 90.709 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 793 Personen mehr (0,9 Prozent) als im Juli und 1.596 Personen bzw. 1,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8,2 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 8 Prozent. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 900 Personen gestiegen. Bei der Arbeitslosigkeit entfiel der größte Anteil der betrachteten Personengruppen auf Langzeitarbeitslose (38 Prozent) und Personen ab 50 Jahren (34,3 Prozent). Bei den Langzeitarbeitslosen ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat konstant.
Zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) gehörten 35,8 Prozent (32.455 Personen) aller Arbeitslosen. Das sind 479 Personen (1,5 Prozent) mehr als im Vormonat und 2.529 Personen (8,5 Prozent) mehr als vor einem Jahr.
Zu- und Abgänge aus Arbeitslosigkeit
4.638 arbeitslose Personen fanden eine Beschäftigung, das waren 71 weniger als im Vormonat und 417 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt meldeten sich 5.655 Menschen im August aus einer Beschäftigung arbeitslos. Das waren 745 weniger als im Vormonat, aber 11 mehr als vor einem Jahr.
Stellenmeldungen
Im August wurden insgesamt 3.506 freie Stellen von Betrieben aus Sachsen-Anhalt neu gemeldet. Das waren 522 Stellen weniger als im Vormonat (-13 Prozent), aber 318 mehr als vor einem Jahr (10 Prozent). Seit Jahresbeginn wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Sachsen-Anhalt 26.655 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 4,3 Prozent mehr neue Stellen als vor einem Jahr.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte
Stand Juni 2026 waren laut Hochrechnung in Sachsen-Anhalt 782.600 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Zum Vormonat sank die Anzahl um 200 Beschäftigte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 5.700 Beschäftigte weniger. Die Beschäftigungsquote von Menschen aus den Asylherkunftsländern lag im Berichtsmonat (Stand Februar 2026) bei 38,9 Prozent. Im Februar 2021 lag diese noch bei 28,2 Prozent. Bei den Ukrainern betrug die Beschäftigungsquote 33,9 Prozent (Vergleich März 2022: 12 Prozent).
Unterbeschäftigung
Die sogenannte Unterbeschäftigung stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent auf 112.094 Personen. Die Unterbeschäftigung weist zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen aus, die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden.
Grundsicherung
Die Jobcenter in Sachsen-Anhalt betreuten im Berichtsmonat insgesamt 115.822 erwerbsfähige Leistungsberechtige. Das waren 1.208 Personen weniger wie im Vormonat und 4.480 Personen weniger wie im Vorjahr.
Kurzarbeit: Anzeigen und realisierte Kurzarbeit
Die Arbeitsagenturen registrierten im August 31 Anzeigen für 683 Beschäftigte. Im Juli waren es 32 Anzeigen für 620 Beschäftigte. Betroffen waren im Berichtsmonat beispielsweise die Herstellung von Metallerzeugnissen, die Herstellung von elektrischen Ausrüstungen und die Bauvorbereitung. Betrachtet man die tatsächlich realisierte Kurzarbeit, so waren nach ersten Hochrechnungen im Mai 2026 insgesamt 1.881 Beschäftigte in 118 Betrieben in Kurzarbeit. Rein rechnerisch waren damit 0,2 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sachsen-Anhalt von Kurzarbeit betroffen.
Tipp:Der Stichtag für die Bestandszählung von Personen in der Arbeitsmarkt-, Grundsicherungs- und Förderstatistik war am 13.08.2026.